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Triathlon-Tagebuch : Heiß oder kalt - Hauptsache extrem

  • -Aktualisiert am

Lothar Leders Triathlon-Tagebuch Bild:

Der deutsche Triathlonmeister Lothar Leder führt exklusiv für FAZ.NET Tagebuch und beschreibt seine Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt: den Ironman in Roth.

          Noch zwei Wochen bis zum Rennen, die Spannung steigt. Das Kribbeln nimmt täglich zu, ich kann es spüren beim Schwimmen, Rad fahren und Laufen.

          Zwei Wochen noch, aber meine Gedanken beginnen schon langsam, das Rennen zu focussieren. Meine Motivation ist gewaltig. Vorigen Sonntag habe ich den Bonn-Triathlon gewonnen, meine Frau Nicole die Frauenwertung - das hat uns beiden einen gewaltigen Auftrieb gegeben. 1997 haben wir das letzte Mal beide in einem Rennen gewonnen. Jetzt wieder. Ein gutes Omen?

          Bahntraining: 24 mal 200 Meter

          Jedenfalls hat mich dieser Doppelsieg enorm beflügelt. Vielleicht habe ich deswegen ein bisschen zu intensiv trainiert, aber mir ging es einfach richtig gut. Zwei lange Dauerläufe habe ich in dieser Woche gemacht, einer ging über 20 Kilometer, der zweite über zweieinhalb Stunden. Schön ruhig.

          Triathlon-Start: gewaltige Motivation

          Richtig gekracht hat es dann beim Bahntraining mit meinem Kumpel Thorsten Naumann. 24x200 Meter standen am Donnerstag auf dem Programm. Die ersten sechs in 33 Sekunden, die nächsten in 32 Sekunden, dann 31 und das letzte halbe Dutzend in 30 Sekunden. Dazwischen immer 30 Sekunden Pause. Mein lieber Mann, das wurde am Ende richtig hart, ich musste richtig beißen.

          Roth wird kein Bummelrennen

          Aber ich brauche solche Einheiten um zu sehen, damit ich auch noch schnell laufen kann. Henry Rono, der ehemalige Weltrekordler über 5000 und 10.000 Meter aus Kenia, hat auch so trainiert. Entweder ganz lange und ganz ruhig, oder ganz kurz und knackig. Ich glaube, das ist die richtige Vorbereitung für Roth 2001. Das wird kein Bummelrennen in diesem Jahr, wo man so dahinschlappt.

          Schon auf dem Rad wird sich eine bärenstarke Gruppe formieren: Normann Stadler, Thomas Hellriegel, Peter Reid, Andreas Niedrig und ich sind auf alle Fälle dabei. Da wird dann richtig geballert. Und deswegen habe ich auch wieder viel Motortraining gemacht. Mein Freund Holger Loew sitzt dabei auf einer Vespa, gibt das Tempo vor - und ich donnere hinterher. Entschieden wird es am 8. Juli beim Laufen, da bin ich ganz sicher. Aber nur wer auch ein paar Tempoattacken setzen oder aushalten kann, kämpft um den Sieg mit.

          Hauptsache extremes Wetter

          Die gleichmäßigen Dauerläufer werden keine Chance haben. Das Rennen wird etwas für die Kämpfer sein, für die Leute die zwischendurch auch einmal beißen können. Stures Einhalten von Marschtabellen ist nicht gefragt, man muss situativ reagieren können.

          Mein Wunschwetter ist richtige Hitze. Denn nach den ziemlich verregneten Rennen in den vergangenen Jahren muss es diesmal wieder die Sonne brennen. Oder ganz kalt. Hauptsache extrem, denn ich bin ein Mann der Extreme.

          Jeden Abend ruft ein Journalist an

          Das Medieninteresse vor diesem Rennen ist diesmal kolossal. Jeden Abend ruft mich irgendein Journalist an, Interviewanfragen habe ich Dutzende, selbst die Fernsehstationen wollen jetzt schon Termine mit mir abmachen für den Tag nach dem Rennen. Unglaublich.

          Meine Laune steigt deswegen immer mehr, das gute Wetter tut da ein Übriges. So langsam kommt der Sommer, das Training macht einfach Laune. Am Sonntag starte ich wieder bei einem Kurztriathlon über 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Rad fahren und 10 Kilometer Laufen - diesmal in Bremen.

          Vor einer Woche in Bonn, da habe ich noch richtig Gas gegeben, diesmal werde ich die Sache ruhiger angehen. Das Rennen soll eine kleine Tempospritze sein, mehr nicht. Und ein bisschen den Trainingsalltag auflockern. Denn in zwei Wochen gilt es!

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