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Triathlon : Selbstbewusst stellt sich Stephan Vuckovic der deutschen Konkurrenz

  • -Aktualisiert am

Olympischer Triathlet: Stephan Vuckovic Bild: dpa-Sportreport

Gesunder Rücken, gesunder Siegeswillen. Stephan Vuckovic will bei den Triathlonmeisterschaften in Frankfurt beweisen, dass er die Nummer eins im Land ist.

          Das Wichtigste zuerst: „Meinem Rücken geht es gut“, sagt Stephan Vuckovic. Und das heißt? „Ich bin fähig, einen ordentlich Wettkampf zu absolvieren.“

          Den Internationalen Deutschen Triathlonmeisterschaften über die Olympische Distanz kann dieser Optimismus nur gut tun. Denn es würde sich schlecht machen, wenn ausgerechnet der strahlende Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele von Sydney an diesem Sonntag in Frankfurt dem Feld hinterher hecheln würde.

          Böse Rückenprobleme

          Aber genau das war in den vergangenen Wochen zu befürchten, denn Vuckovic hatte böse Rückenprobleme, sein ernsthafter Saisonauftakt beim Weltcup am 13. Mai in der französischen Stadt Rennes geriet zum Flop. Nach rund zwei Kilometern beim abschließenden Laufen musste der kahlköpfige Mann aus Reutlingen aufgeben - und fuhr gleich danach wieder zu seinem Arzt nach Bremen.

          „Ich habe einfach im Frühjahr zu viel trainiert“, sagt Stephan Vuckovic, „mehr als mein Trainer Thomas Springstein mir in die Pläne geschrieben hat“. Auf vierzig Stunden Trainingspensum kam er in der Woche, meistens war er laufend und schwimmend unterwegs, im Februar-Trainingslager auf Lanzarote rannte er in einer Woche 200 Kilometer über den harten Asphalt, „ich bin dabei einfach zwei Schritte zu weit gegangen“.

          Revision im Programm

          Stephan Vuckovic hat eine Revision seines Trainingsprogramms vorgenommen, seine Bauchmuskulatur verbessert und gibt sich selbstbewusst. Das muss er auch, denn am Sonntag in Frankfurt schauen alle auf den „glücklichsten Zweiten der Spiele“, wie es vor einem Jahr in den Zeitungen stand. „Es wird einen stressigen Wettkampf geben“, prophezeit Stephan Vuckovic die Hatz über 1,5 Kilometer Schwimmen im Rebstockweiher, 40 Kilometer Rad fahren durch das Messegelände und 10 Kilometer Laufen im Rebstockpark.

          Alles, was aus deutscher Sicht auf der olympischen Strecke Rang und Namen hat, wird am Start sein, schließlich ist das Meisterschaftsrennen auch gleichzeitig die zweite Station der diesjährigen Saison in der Triathlon-Bundesliga und Qualifikationsmöglichkeit für die deutschen Triathleten für die Europameisterschaften in der tschechischen Stadt Carlsbad (23. Juni). 150 Athleten werden um 14 Uhr das Rennen aufnehmen.

          Titelverteidiger Lothar Leder am Start

          Nominell ist Vuckovic schon der Favorit (1996 war er schon einmal Meister) aber bei einem zweiten Blick sind Männer wie Daniel Unger (Asics Team Witten), Maik Petzold (SG Adelsberg) und der Olympiazwölfte Andreas Raelert (Fiko 30Rostock) keine Mitläufer, es sind die Männer, die die Deutsche Triathlon Union (DTU) bei den Olympischen Spielen von Athen im Jahr 2004 vertreten sollen.

          Ein Fragezeichen steht nur hinter der Form von Unger, der sich vor ein paar Wochen bei einem Radunfall eine Fingerkuppe abgerissen hatte und mit dem Training kürzer treten musste. Und dann gibt es ja auch noch Lothar Leder, den Titelverteidiger aus Darmstadt, der zwar im diesem Jahr sich wieder verstärkt der Langstrecke widmet, aber als leidenschaftlicher Wettkämpfer nur zu gerne der Konkurrenz in die Parade fährt. Zumindest Stephan Vuckovic aber hat keine Angst vor dem Lothar Leder: „Er wird schon hinter mir ins Ziel kommen.“

          Prädikat „Internationale Meisterschaft“

          Wars das? Nein. Schließlich trägt in diesem Jahr die Frankfurter Veranstaltung zu Recht das Prädikat „international“. Denn weil im Meisterschaftsrennen auch der zweite Lauf zur Triathlon-Bundesliga ausgetragen wird, werden auch einige beachtenswerte ausländische Athleten, die bei deutschen Vereinen unter Vertrag sind, an den Start gehen. V

          or allem der Neuseeländer Matthew Reed und der Australier Craig Cunningham (Hansgrohe Team Schramberg) sind die Männer, die den Deutschen das Leben schwer machen werden. Richtig Respekt hat Stephan Vuckovic aber nur vor Reto Hug. Der schweizer Einzelstarter hat vor zwei Jahren an selber Stelle in Frankfurt gewonnen, wurde 1999 Europameister und „er wird am Samstag mein schwerster Gegner werden“.

          Triathlon als Teamwettbewerb

          Trotzdem: „Wenn wir gemeinsam vom Rad steigen, dann muss er sich warm anziehen.“ Und dass Stephan Vuckovic als einer der ersten auf die Laufstrecke gehen wird, das ist schon geplant, von seiner Mannschaft vom Asics Team Witten. Arbeiten für Unger und Vuckovic heißt die Teamorder, sagt der Reutlinger, man hat schließlich einen Ruf zu verlieren und muss sich für einen mäßigen fünften Platz beim Bundesligaauftakt in Gladbeck rehabilitieren.

          Außerdem geht es um gutes Geld, 5000 Mark bekommt der Sieger dieses Rennens, 3500 der Zweite, 2500 der Dritte - insgesamt wird die neue Rekordsumme von 27000 Mark an Preisgeldern für Männer und Frauen ausgeschüttet.

          Bei den Frauen alles kleiner

          Bei den Frauen (Start 11.30 Uhr) ist alles ein bisschen kleiner. 50 Athletinnen bilden das Wettkampffeld, genau genommen gibt es nur zwei ernsthafte Siegkandidatinnen: Joelle Franzmann, Dritte beim Weltcup von Rennes, und die Rostockerin Christine Pilz (Fünfte beim Weltcup von St. Anthony im US-Bundesstaat Florida). Franzmann vor Pilz, so war auch der Einlauf im vorigen Jahr, Wiederholung nicht ausgeschlossen. „Joelle hat in diesem Jahr im Schwimmen und Laufen ein Spitzenniveau erreicht“, sagt Ralf Ebli, der Triathlon-Bundestrainer.

          Und Anja Dittmer? Die Europameisterin von 1999 ist zwar in Frankfurt am Start, ein gerade erst auskurierter Ermüdungsbruch im Fuß verhindert aber große Ambitionen der Neubrandenburgerin, die neuerdings wie ihr Freund Stephan Vuckovic vom Magdeburger Sprinttrainer Thomas Springstein trainiert wird. Bei dessen Planungen werden sicherlich die Frankfurter Meisterschaften eher vorbereitenden Charakter haben, denn der saisonale Höhepunkt für Stephan Vuckovic ist am 22. Juli in der kanadischen Stadt Edmonton. Dort wird die Weltmeisterschaft ausgetragen - auf jeden Fall mit dem Reutlinger. Denn für dieses Rennen hat er eine Wildcard bekommen.

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