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Triathlon : Ein Ironman als olympische Vorhut

  • -Aktualisiert am

Start zum Dreikampf: Der Ironman kommt nach Frankfurt Bild: dpa

Mit dem Triathlon-Event will die Stadt im Hinblick auf eine Olympia-Bewerbung beweisen, dass sie Großereignisse ausrichten kann.

          Ein bisschen verwegen klingt die Ankündigung von Kurt Denk ja doch. „Der Ironman ist die Vorhut für Olympia.“ Das wird man sehen, zunächst aber ist in Sack und Tüchern, worüber seit Monaten viel gemunkelt und spekuliert worden ist.

          Frankfurt am Main wird ab dem nächsten Jahr Austragungsort für einen Triathlon mit dem werbewirksamen Markenzeichen Ironman sein. Ironman Germany heißt der Wettbewerb, Rechteinhaber ist die Agentur Xdream, die von Kurt Denk und dem Schweizer Martin Koller gegründet wurde. Kollers Agentur BK Sportpromotions organisiert seit sieben Jahren auch den Ironman Switzerland in Zürich.

          Großer Sport soll nach Frankfurt geholt werden

          Für fünf Jahre hat Xdream die Rechte vom amerikanischen Lizenzgeber World Triathlon Corporation (WTC) erworben. Denk sagt, dass es sein „tiefster Wunsch“ war, die Veranstaltung nach Frankfurt zu holen.

          Vermutlich wäre aber daraus ohne den Wunsch der Stadt, hier im Jahr 2012 die Olympischen Spiele auszutragen, nichts geworden. „Wir wollen mit dem Ironman beweisen, dass wir in der Lage sind, Großveranstaltungen zu organisieren“, sagt Petra Roth, die Oberbürgermeisterin der Stadt und kündigt an, dass weitere Events nach Frankfurt geholt werden sollen.

          Am 18. August 2002, 7.00 Uhr morgens, wird der erste Ironman Germany gestartet, 2.000 Teilnehmer ist die Obergrenze. In Sachen Termine wolle man aber noch abwarten, ob an diesem Augusttag auch das Formel-1-Rennen in Ungarn stattfindet. Sollte das der Fall sein, werde man den Triathlon auf den 17. August verschieben, kündigte Denk an.

          2,5 Millionen Mark Kosten

          Die 3,8 km Schwimmen finden im Waldsee in Nahe der Stadt Langen statt, dann geht es auf dem Rad in zwei Runden á 86,5 km komplett vom Autoverkehr abgesperrte Kilometer durch den Taunus, ein Dreirundenkurs entlang des Mains bildet die Strecke für den finalen Marathonlauf über 42,195 km.

          Etwa 2,5 Millionen Mark koste die Veranstaltung, sagt Kurt Denk, im Hauptberuf Reiseveranstalter. 500.000 Mark fließen aus dem Haushalt der Stadt Frankfurt in den Topf, der Löwenanteil des Budgets wird von Sponsoren gedeckt, die wiederum durch Vermittlung der hessischen Landesregierung für den Ironman interessiert wurden.

          Der Erbe von Roth

          Natürlich wird dabei geholfen haben, dass Denk in früheren Tagen mit dem derzeitigen Ministerpräsidenten Roland Koch in der Jungen Union Hessen politisch engagiert war. Viel wichtiger ist aber, dass die Landesregierung hinter der Olympiabewerbung von Frankfurt steht.

          Die Frankfurter mussten Bewerber aus Berlin und dem Ruhrgebiet aus dem Rennen schlagen und treten ein schweres Erbe an. Denn vierzehn Jahre lang traf man sich in der fränkischen Kleinstadt Roth zum Ironman und lockte dort regelmäßig 150.000 Zuschauer an die Strecke.

          Nun haben sich die Macher im Fränkischen mit der WTC überworfen (unter anderem waren sie nicht mehr bereit, 400.000 Mark Lizenzgebühren an die Amerikaner zu überweisen) - dass Frankfurt Roth in Sachen Öffentlichkeitswirkung locker erreichen wird, davon ist Kurt Denk fest überzeugt, die Verhandlungen mit Fernsehsendern sind aber bisher noch ergebnislos.

          100 Plätze für Hawaii

          Mit einer Mischung aus Schwärmerei und Geschäftssinn träumt Denk davon, in der Großstadt eine Großveranstaltung zu etablieren. Quasi auf Weltniveau. Dass die Athleten den neuen Ironman lieben werden, davon geht er sowieso aus. Denn bei siebzig Prozent des Radkurses hat man einen Blick auf die Frankfurter Skyline, „für mich die zweitschönste nach New York“.

          Dafür muss man dann 500 Mark Startgeld bezahlen, anmelden kann man sich ab sofort auf der Internetseite ironman-germany.de, 100 Qualifikationsplätze für die Weltmeisterschaft auf Hawaii sind in Frankfurt zu gewinnen.

          50.000 Dollar Preisgeld

          Und die Spitzenathleten? „Die werden alle kommen“, meint Martin Koller. Gleich nach dem diesjährigen Rennen von Hawaii (6. Oktober) werde man vor Ort die Weltbesten ansprechen und für Frankfurt begeistern, für Antrittsgelder und Reisespesen gebe es schon ein festes Budget. Auch beim Preisgeld. 50.000 Dollar werden insgesamt ausgeschüttet, jeweils 8.000 verdienen die schnellste Frau, beziehungsweise der schnellste Mann.

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