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Transferstreit : Manager Hoeneß und Meier greifen Fifa an

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Die Bundesliga-Clubs haben das Diskussionspapier der Fifa im Transferstreit mit der EU scharf kritisiert. Für den Weltverband hat Hoeneß nur noch Polemik übrig: „Wenn dieser Vorschlag von der Fifa stammt, haben diese Leute nicht alle Tassen im Schrank.“

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          Die Bundesliga-Clubs haben das aktuelle Diskussionspapier des Weltfußball-Verbandes FIFA zum Transferstreit mit der Europäischen Union (EU) scharf kritisiert. Zu den Plänen, Profis ein dreimonatiges Kündigungsrecht zum Saisonende einzuräumen, erklärte der Manager des deutschen Meisters Bayern München: „Wir lassen uns das nicht gefallen, wir werden klagen bis zum Gehtnichtmehr.

          Darin sei der FC Bayern München sich mit den anderen Clubs in der G 14 absolut einig. „Die Vereine müssen planen können. Wenn alle sechs Monate neue Spieler kommen, entsteht eine schlimme Söldnermentalität, damit wird sich auf die Dauer kein Mensch mehr identifizieren können.“

          Freitag Sondertreffen mit der Fifa

          Für den Weltverband hat Hoeneß nur noch Polemik übrig: „Wenn dieser Vorschlag von der Fifa stammt, haben diese Leute nicht alle Tassen im Schrank.“ Der Bayern-Manager erwartet, dass Fußball-Profis frühestens nach drei Jahren einen Verein verlassen können, falls sie keinen kurzfristigen Vertrag abgeschlossen haben. Diese Position wurde inzwischen von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) übernommen. Die Uefa verlangte ein Sondertreffen mit Fifa-Präsident Sepp Blatter am Freitag, um über die unterschiedlichen Positionen gegenüber der EU-Kommission für Arbeits- und Wettbewerbsrecht diskutieren zu können.

          „Das sind wenig ausgewogene Empfehlungen“, sagte auch der Manager von Borussia Dortmund, Michael Meier, „es werden nur einseitig die Interessen der Arbeitnehmer berücksichtigt. Wo ist da die Gerechtigkeit?“ In der Bundesliga würden die Profis aber längst nicht mehr als Arbeitnehmer, sondern als Unternehmer betrachtet. Zudem fordert Meier, die Vereine als Arbeitgeber in die Verhandlungen mit einzubeziehen. „Es ist ein Anachronismus, dass die Vereine nicht am Tisch sitzen, aber die Spielergewerkschaft Fifpro.“

          Rummenigge: Fußball-Welt wird geteilt

          Der Europäische Verband wies in einer Presseerklärung darauf hin, dass die vom Weltfußball-Verband Fifa in einem Schreiben an die EU gemachten Reform-Vorschläge nicht mit der Uefa abgestimmt worden seien. Die Inhalte würden weit von den am 31. Oktober 2000 getroffenen Absprachen abweichen. Das FIFA-Papier schade dem europäischen Fußball, weil es bei seiner Umsetzung zu einem tiefen Riss zwischen Europa und dem Rest der Welt käme.

          „Die Fußball-Welt wird dadurch in zwei Transfersysteme aufgeteilt: den EU-Raum, der extrem konditioniert wird, und den Rest der Welt, der alles wie bisher handhaben darf“, sagte Bayern Münchens Vize-Präsident Karl-Heinz Rummenigge. Die gemachten Vorschläge bedrohen nach Ansicht der UEFA zudem zwei Grundprinzipien des europäischen Fußballs: Die Stabilität von Verträgen und die Entwicklung eines effektiven Kompensationssystems.

          Es geht nur ums Geld

          Grundsätzliche Differenzen bestehen zwischen beiden Verbänden vor allem in der Frage, welche Mindest-Laufzeiten künftige Verträge haben dürfen und unter welchen Umständen Profis diese Kontrakte kündigen können. Die Fifa ist - im Gegensatz zur Uefa - inzwischen dazu bereit, Spielern ein einseitiges Kündigungsrecht einzuräumen. Die 13 europäischen Top-Ligen haben das Fifa-Dokument daher formell zurückgewiesen.

          „Man braucht kein großer Prophet zu sein, um vorauszusagen, welche Türen den Spielern damit geöffnet würden. Die haben offensichtlich weder bei der Fifa noch bei der EU kapiert, dass es heute im Fußball-Geschäft exklusiv um die Finanzen geht und um nichts anderes mehr“, kritisierte Rummenigge.

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