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Virtuelle Tour de France : Etappensieg für die Gleichberechtigung?

  • -Aktualisiert am

Radsport von der Rolle: Das französische Team Punchers Club trainiert in Vorbereitung auf die virtuelle Tour. Bild: AFP

Der ersten Tour de France im Internet fehlte, was das Radrennen ausmacht: echte Berge, echte Hitze, echter Regen. In einem Aspekt war sie ihrem Vorbild aber voraus.

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          Das war’s also mit der ersten Tour de France in diesem Jahr, der virtuellen. Sechs Etappen an drei Wochenenden. Viele Weltklasseprofis, Frauen wie Männer, saßen irgendwo auf der Welt im Trainingslager oder daheim auf der Rolle, einen Monitor vor der Nase, via Internet und Leistungsmesser verbunden mit der Trainingsplattform Zwift. Dann wurde in die Pedale getreten und den in Teamfarben durch die Landschaft sausenden Avataren auf dem Bildschirm Beine gemacht. Es war eine Mischung aus Videospiel und schweißtreibendem Sport, aber natürlich weit weg von einem richtigen Straßenrennen. Fast alle World-Tour-Teams der Frauen und Männer hatten für die Premiere gemeldet, jeweils Vierermannschaften gingen an den Start, es gab keine Einzelwertung, sondern nur Teampunkte. Es gab aber die üblichen Trikots, Gelb, Grün, gepunktet. Ein Fahrer, eine Fahrerin der Mannschaft mit den meisten Gesamt-, Sprint- oder Bergpunkten durfte sie tragen.

          Am Sonntag fand die virtuelle Tour, organisiert vom Tour-Veranstalter Amaury Sport Organisation (Aso) und Zwift, ihren Abschluss mit einer computeranimierten Zielankunft auf den Champs-Elysées in Paris. Auf der realen Prachtstraße hätte am selben Tag die 107. Tour de France geendet. Ihr Start ist wegen der Corona-Pandemie auf Ende August verschoben worden. Das virtuelle Frauen-Finale gewann am Sonntag die Amerikanerin Lauren Stephens (Team Tibco). Die Darmstädter Sprintspezialistin Tanja Erath (Team Canyon-Sram), die am vergangenen Wochenende die dritte Etappe für sich entschieden hatte, musste sich damit trösten, wenigstens den Sprint der Verfolgergruppe gewonnen zu haben. Bei den Männern gewann der Australier Will Clarke (Trek-Segafredo) die Schlussetappe.

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