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Fragen zu Putins Krieg : Die Wirkung der Zensur

Führt Bora-hansgrohe bei der Tour de France als Kapitän an: Alexander Wlassow Bild: picture alliance/dpa/KEYSTONE

Muss man etwas von einer Radsport-Mannschaft halten, die einen russischen Kapitän bei der Tour de France aufs Rad setzt, aber Fragen zu Putins Angriffskrieg nicht aushält? Die Antwort ist eindeutig.

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          Was ist das für eine Antwort? „Nö.“ Das sagte der Sprecher des deutschen Radrennstalls Bora-hansgrohe vor dem Start der Tour de France. Er sagte das in einer Online-Presserunde zu einem Journalisten, der wissen wollte, ob der Sprecher eine Frage an Alexander Wlassow, den russischen Bora-Kapitän, stellen könne.

          So läuft das mit der Sport-PR in der neuen Corona-Welt, wo man manchmal per Chat-Funktion kommunizieren muss. Aus Schutz vor unangenehmen Frag . . . ups, Internet war weg . . . vor unangenehmen Viren.

          Bora beendet das Gespräch

          Was war los im Bora-Chat? Die, die dabei waren, sagen, dass ein Journalist schriftlich fragte, was Wlassow davon halte, dass Athleten aus Russland wegen des Angriffskriegs in der Ukraine in Wimbledon nicht antreten dürften, bei der Tour aber schon. Und dass auch ein anderer Journalist um die Beantwortung dieser Frage bat. „Nö“, sagte der Bora-Sprecher und beendete das Gespräch mit Wlassow.

          Deswegen würden wir an dieser Stelle gerne noch eine Frage und eine Antwort nachreichen: Muss man etwas von einem Team halten, das den Radsport in Deutschland ankurbeln will, aber nicht mal solche Fragen aushält? Nö.

          Christopher Meltzer
          Sportkorrespondent in München.

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