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Ausschluss von Tony Martin : Überzogenes Urteil für ein Hahnenkämpfchen

  • -Aktualisiert am

Vorzeitiges Ende bei der Tour de France: Tony Martin Bild: dpa

Der Streit zwischen Tony Martin und Luke Rowe war nur ein Scharmützel. Der Ausschluss von der Tour ist ein übertriebenes Urteil, das vor allem französischen Fahrern zugutekommt. Die Frage ist, ob das gewollt ist.

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          Radrennfahrer sind harte Jungs. Keine Fußballer, die sich beim leichtesten Windhauch zu Boden werfen. Aber sie sind auch keine Waisenknaben, die so einfach vor sich hinstrampeln. Radrennfahrer teilen auch schon mal mit den Ellenbogen aus, wenn es im Massensprint darum geht, sich in die beste Position zu manövrieren. Oder in eine Lücke zu stoßen, die den Weg frei macht in Richtung Ziel, in Richtung Sieg. Oder den Kapitän nach vorn zu bringen. Es gibt viele Kampfzonen im Peloton. Radrennfahren ist im Extrem auch Kontaktsport. Millimeterarbeit.

          Das Scharmützel allerdings, das sich der Deutsche Tony Martin und der Waliser Luke Rowe am Mittwoch auf der 17. Etappe kurz vor dem Ziel geliefert haben, hatte damit nichts zu tun. Es war ein Hahnenkämpfchen, wie man es vom Schulhof kennt, ein Aufplustern zweier Profis, die sich um ein Revier stritten. Darum geht es im Radsport viel öfter, als man von außen oder auf dem Bildschirm sieht. Um Streit um Positionen. Dabei sind Rempeleien keine Seltenheit. Die Auseinandersetzung zwischen Martin und Rowe geriet am Freitag für ein paar Sekunden in eine unfaire Dimension, aber mehr auch nicht. Ein Foul, und ein Revanchefoul.

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