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Radprofis stürzen bei der Tour : „Es war ein schrecklicher Anblick“

  • Aktualisiert am

Gestürzt beim Zeitfahren: Wout van Aert musste im Krankenwagen abtransportiert werden. Bild: dpa

Nach seinem Sturz bei der Tour de France muss sich Wout van Aert sogar einer OP unterziehen. Für ihn ist die Rundfahrt ebenso beendet wie für Maximilian Schachmann – doch für den Deutschen kommt es sogar noch schlimmer.

          Nach seinem schlimmen Sturz im Einzelzeitfahren der 106. Tour de France ist der dreimalige Cross-Weltmeister Wout van Aert fast eine Stunde am rechten Oberschenkel operiert worden. Der belgische Teamkollege von Tony Martin hat zwar keine Brüche erlitten, allerdings ging die tiefe Fleischwunde bis in den Muskel hinein. „Es war ein schrecklicher Anblick. Wout wird einige Tage im Krankenhaus bleiben müssen“, sagte Mathieu Heijboer, der Performance Manager von Jumbo-Visma.

          Van Aert war in einer Kurve an einer Absperrung hängengeblieben. Sein Oberschenkel wurde regelrecht aufgeschlitzt. „Wout sah sein Bein und geriet in Panik. Er stand sofort auf und ging zur Seite. Ich sagte ihm: 'Hinsetzen, nicht gehen'. Ich zog das Banner vom Zaun und lege es über ihn, damit er nicht auf die Wunde schauen kann“, schilderte Heijboer die Szene.

          Der 24-Jährige gehörte bis zum Sturz zu den zeitbesten Fahrern im Kampf gegen die Uhr. Ohnehin zählte der Belgier zu den Entdeckungen dieser Tour. Van Aert gewann die zehnte Etappe im Sprint und war mit seinem Team auch im Teamzeitfahren siegreich.

          Der deutsche Straßenrad-Meister Maximilian Schachmann derweil dürfte nach seinem vorzeitigen Aus bei der Tour auch weitere Highlights dieser Radsport-Saison verpassen. Der 25 Jahre alte Berliner brach sich ebenfalls am Freitag beim Einzelzeitfahren in Pau drei Knochen der Mittelhand und dürfte damit auch bei der Deutschland-Tour (29. August bis 1. September) nicht starten können. „Er wird erst spät im Herbst wieder zurückkommen“, sagte Teamchef Ralph Denk dem ZDF.

          Schachmann war beim Zeitfahren gestürzt und dabei auf die Hand gefallen. Der Radprofi fuhr mit blutigem Knie und schmerzverzerrtem Gesicht über die Ziellinie und kann sein Tour-Debüt an diesem Samstag aber nicht mehr fortsetzen. Zuvor hatte der Klassikerspezialist 2019 einige Erfolge erzielt, zuletzt den Sieg bei der deutschen Meisterschaft unmittelbar vor der Tour.

          Dem Berliner gehe es nach seinen eigenen Worten „den Umständen entsprechend gut.“ Er habe ganz gut geschlafen, sagte Schachmann am Samstagmorgen vor dem Mannschaftshotel in Pau: „Ich habe aber einmal eine Vollbremsung im Traum mit der Hand gemacht, das war nicht so angenehm.“ Die Verletzung ist derzeit mit einer Schiene ruhiggestellt. In den kommenden Tagen soll Schachmann im Unfallkrankenhaus Berlin operiert werden. Er ist nach Rick Zabel (grippaler Infekt) der zweite von elf deutschen Fahrern, für den die 106. Frankreich-Rundfahrt weit vor der Schlussetappe am 28. Juli in Paris beendet ist.

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