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Wettrüsten beim Zeitfahren : Wie Rennräder schneller gemacht werden

  • -Aktualisiert am

Zeitfahren ist für Tony Martin fahren am Maximum, „an der Kotzgrenze“. Bild: AFP

Beim Zeitfahren der Tour de France geht es schon lange nicht mehr nur um die Beinkraft und die Ausdauer der Radprofis. Wichtig sind auch ihre Maschinen, die von Designern aufgerüstet werden.

          3 Min.

          Siebenundzwanzig Kilometer. Keine Herausforderung für einen Radprofi. Doch am Freitag schmerzten 27 Kilometer auch die härtesten Tour-Fahrer. Beim Einzelzeitfahren in Pau, dem einzigen während dieser Frankreich-Rundfahrt, ging es um Sekunden, darum, 27 Kilometer lang am Maximum zu fahren, „an der Kotzgrenze“, wie der viermalige Zeitfahrweltmeister Tony Martin drastisch formuliert. Das Ganze nicht auf Rennrädern wie gewohnt, sondern auf Zeitfahrmaschinen, den Raketen unter den Rädern. Ein Zeitfahrrad muss schnell sein, und damit es immer schneller wird, braucht es Experten. Ingenieure, Aerodynamiker, Designer. Braucht es CAD-Programme, 3D-Drucker, Windkanäle, Computersimulationen, Prüfstände. Viel Aufwand, viel Manpower.

          Michael Eder

          Sportredakteur.

          Tomas Fiegl ist Designer und Radliebhaber. Seit 2006 arbeitet der Darmstädter als Berater für den Koblenzer Radbauer Canyon, der die World-Tour-Teams Movistar und Katusha ausrüstet. Dass man das Rad nicht neu erfinden kann, damit braucht man Fiegl nicht zu kommen. Eine Floskel. Was könne man schon erfinden, was schon erfunden ist? Aber man kann es verbessern, optimieren. Fahrräder kann man schneller machen. Auch aus Zeitfahrmaschinen lässt sich immer noch mehr Tempo herauskitzeln. Daran arbeiten Radfirmen, die Profiteams und Triathleten mit den sündhaft teuren Flitzern ausstatten. Zwischen 10.000 und 15.000 Euro muss anlegen, wer eine Zeitfahrmaschine fahren will wie die Profis bei der Tour de France.

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