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Halbzeit bei Tour de France : Von wegen Ende der Dominanz

  • -Aktualisiert am

Die sich nach der überwiegend flachen Etappe an diesem Mittwoch nach Toulouse vor den Lenkern auftürmenden Pyrenäen sind geeignetes Terrain dafür. „Da beginnt die Tour für mich so richtig“, sagt Bergfahrer Buchmann. Das klang nicht wie eine Kampfansage – Kampfansagen gehören nicht zum Repertoire des stillen Schwaben. Aber es war Ausdruck eines vor der Tour schon großen und während der Tour noch mal gewachsenen Selbstvertrauens. Der Wind blies ihn vorwärts auf Rang fünf mit nur 1:45 Minuten Rückstand auf Alaphilippe (aber nur 33 Sekunden hinter Titelverteidiger Geraint Thomas). Eine Ausgangslage wie gemalt vor den schweren Bergprüfungen in den Pyrenäen und dann in der dritten Tour-Woche in den Alpen.

Stiller Schwabe: keine Kampfansage von Buchmann, aber eine gute Position
Stiller Schwabe: keine Kampfansage von Buchmann, aber eine gute Position : Bild: dpa

Zumal sich das ganze Team Bora-hansgrohe bislang voll auf der Höhe präsentiert. Die Raublinger haben eine starke Präsenz im Feld, und ihr Star Peter Sagan scheint auf dem Weg zum Rekordgewinn – sieben Mal Träger des Grünen Trikots auf den Champs-Elysées – nicht aufzuhalten. Und was Buchmann angeht: Sogar Geraint Thomas hat sich von den Leistungen seines deutschen Konkurrenten beeindruckt gezeigt. „Er fährt eine herausragende Saison, hat sich gewaltig entwickelt. Er ist sicher zu beachten, weil er so dicht an uns dran ist“, sagte der Waliser am Montag.

Thomas und Bernal auf zwei und drei

Dennoch spricht viel dafür, dass die altbekannte Frage, wer denn das Team Ineos aufhalten kann, in Kürze wieder zum Standardprogramm der Tour gehören wird. Die Kapitäne der britischen Radsport-Großmacht, Thomas und Egan Bernal, haben sich – nur vier Sekunden voneinander getrennt – schon auf Rang zwei und drei eingenistet. Sie wirken, als ob alles nach Plan liefe. Dass sie nach zehn Etappen genau dort plaziert sind, wo sie sein wollen. Ohne den Stress der Mehrarbeit, wenn man schon jetzt das Gelbe Trikot verteidigen müsste. „Es fühlt sich an, als hätten wir ein Tor erzielt“, sagt Ineos-Chef Dave Brailsford. Und Thomas ergänzt unmissverständlich: „Wir haben ein Ziel, nur dieses eine.“

Die Briten haben viele Trümpfe in der Hand. Einer ist das einzige Einzelzeitfahren dieser Großen Schleife an diesem Freitag in Pau. Wenn Thomas, ein ausgesprochener Spezialist im Kampf gegen die Uhr, dort die starken Eindrücke der ersten Tour-Hälfte bestätigt, dürfte sein Vorsprung vor anderen Klassementfahrern weiter anwachsen. Und ein paar Minuten nimmt dem auf allen Terrains herausragend besetzten Team Ineos niemand so leicht ab. Die Grundlagen zum siebten Tour-Triumph in acht Jahren sind jedenfalls gelegt. Auch wenn das vielen nicht gefällt.

Umso mehr gefällt sich das niederländische Team Jumbo-Visma in der Rolle des gelben Blitzes, der im Peloton eingeschlagen hat. Die sympathische Formation hat der Tour bislang ihren Stempel aufgedrückt. Vier Tagessiege nach zehn Etappen sind ein starkes Stück. Zumal niemand weiß, wer als Nächstes zuschlägt. Am Montag war es der Tour-Neuling und dreimalige Weltmeister im Radcross Wout van Aert, der die Sprintelite düpierte. „Das ist das Größte“, sagte der Belgier. „Das ist erst mein zehnter Tag bei diesem Rennen.“ Und die andere Hälfte der Tour kommt ja erst noch.

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