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Tour de France : Sagan siegt – Alaphilippe weiter in Gelb

  • Aktualisiert am

Peter Sagan bejubelt seinen Sieg auf der fünften Etappe der Tour de France. Bild: EPA

Nach fünf Etappen überquert Favorit Peter Sagan erstmals als schnellster die Ziellinie. Unterdessen sorgt der Franzose Alaphilippe weiter für Begeisterung. Für ein deutsches Duo gibt es hingegen schlechte Nachrichten

          Erleichterung bei Superstar Peter Sagan, schlechte Nachrichten für Nils Politt und Rick Zabel: Während der dreimalige Weltmeister aus der Slowakei bei der fünften Etappe am Mittwoch seine Durststrecke beendete und seinen ersten Tagessieg bei der diesjährigen Tour de France feierte, steht das deutsche Radsport-Duo vor einer ungewissen Zukunft. Ihr Team Katusha-Alpecin steht vor der Auflösung, Politt und Zabel dürfen sich ab sofort nach neuen Rennställen umsehen, wie sie während der Frankreich-Rundfahrt erfuhren.

          Auf den 175,5 Kilometern von Saint-Dié-des-Vosges nach Colmar im Elsass hatte Sagan am Ende deutlich die besten Beine und gewann den Schlusssprint vor dem Belgier Wout van Aert und dem Italiener Matteo Trentin. Lokalmatador Julian Alaphilippe verteidigte auf seinem Terrain abermals das Gelbe Trikot und darf auch die erste Bergankunft als Gesamtführender in Angriff nehmen. Politt sprintete als bester Deutscher auf den achten Platz.

          Die erhoffte Attacke des deutschen Meisters Maximilian Schachmann blieb trotz des hügeligen Profils in den Vogesen aus. „Ich erwarte schon einen sehr harten Start. Es gibt zwei lange Anstiege. Wir haben gesehen, dass einige Sprinter so etwas nicht schaffen“, hatte Schachmann angekündigt. Stattdessen musste der Berliner doch wieder für Sagan Tempo bolzen, doch diesmal krönte der Superstar die harte Arbeit des Bora-hansgrohe-Teams.

          Immer euphorischer gefeiert wird derweil Alaphilippe, der auf eine weitere Attacke verzichtete, um sein Gelbes Trikot nicht zu gefährden. Zahlreiche Plakate mit „Allez Julian“ waren in den Vogesen beim fünften Teilstück zu sehen, die Stimmung in Frankreich ist ausgelassen rund um den Hoffnungsträger. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Das ist eine andere Welt“, sagte der 27 Jahre alte Radprofi vom Team Deceuninck-Quick-Step vor dem Start.

          Schlechte Nachrichten für Politt und Zabel

          Für Politt und Zabel kam die schlechte Nachricht hingegen zum ungünstigsten Zeitpunkt – beim Saisonhöhepunkt. Nach Informationen der französischen Sportzeitung „L’Equipe“ wird die Mannschaft Katusha-Alpecin zum Saisonende aus dem Profi-Radsport verschwinden.

          Teamsprecher Falk Nier wollte das Aus der Mannschaft auf dpa-Anfrage noch nicht bestätigen, ließ aber durchblicken: „Teamchef Jose Azevedo hat dem Personal und den Fahrern mitgeteilt, dass die Zukunft unsicher ist und sich in den nächsten Tagen entscheiden wird. Wer sich nach neuen Möglichkeiten umschauen will, kann dies tun.“ Beide hatten noch einen Vertrag bis 2020.

          Auf Buchmann wartet die erste Prüfung

          Nach der für Klassikerspezialisten leibgeschneiderten Etappe ins Elsass werden an diesem Donnerstag (13.25 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Tour de France sowie auf One und Eurosport) erstmals die richtigen Bergfahrer und die Favoriten für einen Sieg in der Gesamtwertung gefordert. Auf dem Weg nach La Planche des Belles Filles in den Vogesen sind sieben Berge zu überwinden, vier davon der ersten Kategorie.

          Vorjahressieger Geraint Thomas und Teamrivale Egan Bernal (beide Ineos) dürften bei der ersten Bergankunft gleich Nadelstiche setzen wollen. „Morgen wird es noch wichtiger“, sagte der Waliser Thomas vor dem Start des fünften Teilstückes in Saint-Dié-des-Vosges. Auf der Rampe nach Épernay hatte ihm der junge Bernal bereits fünf Sekunden abgenommen, was als erster kleiner Fingerzeig auf die Stärke des Kolumbianers gedeutet worden war.

          Auch der deutsche Klassement-Fahrer Emanuel Buchmann muss am Donnerstag erstmals seine Qualitäten unter Beweis stellen. Der 26-Jährige hat offen einen Platz unter den besten Zehn als Ziel ausgegeben. Anders als in den Vortagen, als Bora hauptsächlich für Grün-Träger Sagan gefahren ist, steht der Dritte der Dauphiné ganz im Zentrum der Bemühungen des deutschen Rennstalls.

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