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Tour de France : Gemeinsam über alle Berge

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Doppelsieg für das Ineos-Team: Richard Carapaz (l.) und Michal Kwiatkowsk gemeinsam im Ziel Bild: Reuters

Nach 175 Kilometern auf der letzten Alpen-Etappe kommt Michal Kwiatkowski mit Richard Carapaz Arm in Arm ins Ziel. Danach denkt er an einen ausgeschiedenen Teamkollegen.

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          Kaum war der frühere Weltmeister Michal Kwiatkowski Arm in Arm mit seinem Teamkollegen Richard Carapaz jubelnd über den Zielstrich gerollt, richtete er emotionale Worte an den entthronten Titelverteidiger Egan Bernal. „Ich hoffe, dass es ihm gut geht und er heute ein bisschen Spaß hatte. Er war so traurig, als er die Rundfahrt verlassen hatte. Wir wünschen ihm viel Glück“, sagte der Pole und sprach von einem „Gänsehaut“-Moment.

          Mit deutlichem Vorsprung hatte das Duo auf der letzten Alpen-Etappe über 175 Kilometern von Méribel nach La Roche-sur-Foron den Doppelsieg herausgefahren und die britische Super-Mannschaft nach einer Tour de France zum Vergessen doch noch jubeln lassen.

          Roglic vor Tour-Sieg

          Auch Primoz Roglic fegte im Eiltempo über die staubigen Schotterpisten und schmiss sich gekonnt in die rasende Abfahrt, dann hatte der Tour-Patron auch die letzte Alpen-Prüfung bestanden. Die Metamorphose vom Skispringer zum Gewinner der Tour de France ist so gut wie abgeschlossen. Roglic steuert mit einem beruhigenden Vorsprung in Richtung Paris, nachdem er auf der 18. Etappe über 175 Kilometern von Méribel nach La Roche-sur-Foron am Donnerstag zusammen mit seinen größten Rivalen das Ziel erreichte.

          Roglic liegt vor den letzten 325,2 Kilometern bis Paris weiter 57 Sekunden vor seinem slowenischen Landsmann Tadej Pogacar. Das Polster ist beruhigender als es auf den ersten Blick aussieht, denn im Bergzeitfahren am Samstag nach La Planche des Belles Filles ist Roglic der klare Favorit.

          Greipel musste aufgeben

          Nicht mehr dabei ist Altstar André Greipel, der kurz nach Beginn der Etappe ausstieg. Der 38 Jahre alte Sprinter fiel bereits am ersten Anstieg des Tages aus dem Hauptfeld und beendete danach das Rennen. „Mir geht es nicht gut. Jeder mit gesundem Menschenverstand legt sich ins Bett“, sagte Greipel der ARD und beendete sein wohl letztes Tour-Abenteuer. „Ich gehe davon aus, dass das meine letzte Tour ist“, erklärte der 38-Jährige im dpa-Interview. Am Vortag war der gebürtige Rostocker auf der Königsetappe gerade noch im Zeitlimit geblieben.

          Die Vorentscheidung im Kampf um den Tagessieg fiel am letzten Anstieg, als das Ineos-Duo den Spanier Pello Bilbao abhängte. Zuvor profitierte das Spitzenduo von einem Sturz des jungen Schweizers Marc Hirschi, der auf der Abfahrt des Col des Saisies bei Tempo 68 stürzte und nicht mehr an die Spitzengruppe herankam.  

          Für das Ineos-Team waren der Tagessieg Kwiatkowskis und das Bergtrikot für Carapaz aber lediglich ein Trostpreis. Die britische Starauswahl, die über ein stolzes Budget von rund 40 Millionen Euro verfügt, wollte eigentlich mit Egan Bernal die Tour gewinnen. Der Kolumbianer war aber bereits am Mittwoch nach großem Rückstand zur Königsetappe nicht mehr angetreten.

          Auf der 19. Etappe könnten noch einmal die Sprinter zum Zug kommen. Das 166,5 Kilometer lange Teilstück von Bourg-en-Bresse nach Champagnole weist lediglich einen Berg der vierten Kategorie auf, allerdings geht es häufig auf und ab. Die Sprinter-Teams müssen sich anstrengen.

          Tour de France

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