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Tour de France : Kittel in Gelb

  • Aktualisiert am

Er gewinnt das Weiße, das Grüne und das Gelbe Trikot: Marcel Kittel Bild: AFP

Marcel Kittel gewinnt die erste Etappe der 100. Tour de France im Massensprint. Er übernimmt damit nicht nur das Gelbe Trikot, sondern auch das Grüne und das Weiße. Für Tony Martin ist die Tour wohl schon zu Ende.

          Der Erfurter Marcel Kittel hat die erste Etappe der 100. Tour de France gewonnen. Der Fahrer vom Team Argos-Shimano holte sich am Samstag nach 213 Kilometern von Porto Vecchio nach Bastia auf der Mittelmeerinsel Korsika den Sieg im Massensprint vor dem Norweger Alexander Kristoff. Kittel übernahm damit auch die Führung in der Gesamtwertung. „Ich bin total durcheinander. Es ist unglaublich - ich bin so glücklich. Das ist definitiv der schönste Tag in meinem Leben“, sagte Kittel

          Letztmals hatte in Stefan Schumacher im Jahre 2008 ein deutscher Fahrer das Gelbe Trikot getragen. Außerdem erhielt der Thüringer auch noch das Grüne Trikot des Punktbesten und das Weiße des besten Neuprofis. Im Vorjahr hatte er die Tour noch nach der fünften Etappe aufgeben müssen. „Meine Mannschaft ist super gefahren. Sie hat mich aus allem rausgehalten. Ich konnte mir im Sprint ein Hinterrad suchen und mein Rennen fahren. Am Ende haben wir es geschafft, einen Traum wahrzumachen“, ergänzte der Youngster.

          Es war der 65. Etappensieg eines deutschen Fahrers in der Geschichte der Tour. Der deutsche Sprinter Andre Greipel konnte wegen eines Defekts in die Entscheidung nicht eingreifen. Auch der ehemalige-Weltmeister Mark Cavendish war nach einem Massensturz wenige Kilometer vor dem Ziel nicht im Vorderfeld vertreten.

          Fäuste voraus auf der ersten Etappe: Sieg im Massensprint

          Gegen 12.15 Uhr hatten in Porto Vecchio 198 Fahrer, darunter zehn deutsche Radprofis, die Jubiläumsausgabe der Frankreich-Rundfahrt über 3404 Kilometer in Angriff genommen.

          Chaos im Zieleinlauf

          Anders als sonst üblich hatte die Tour nicht mit einem Prolog-Zeitfahren sondern mit einer regulären Etappe begonnen, die den Sprintern auf den Leib geschneidert war. Aber das chaotische Finale mit zwei Massenstürzen und einer kuriosen Busblockade im Zielraum machte einem Großteil von ihnen einen Strich durch die Rechnung.

          Ein Teambus steckte im Ziel fest und konnte erst nach rund zehn Minuten entfernt werden. Zwischenzeitlich hatte die Tourleitung das Ziel schon drei Kilometer vorverlegt. Doch als die Fahrer gerade diese Linie erreichten, kam das Kommando, dass es bei dem ursprünglichen Zieleinlauf bleibe.

          Nach dem kuriosen Ende des Tourauftakts beriet die Jury zunächst, ob es wegen der Stürze bei den Rückständen nach dem Zieleinlauf bleibe. Die Entscheidung am Ende: Alle nachfolgenden Fahrer wurden mit der gleichen Zeit gewertet.

          Martin mit Verdacht auf Schulterbruch

          Für Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin ist die 100. Tour wohl bereits nach der ersten Etappe beendet. Der 28-Jährige ist nach einem Sturz wenige Kilometer vor dem Ziel ins Krankenhaus eingeliefert worden. Nach einer Kernspintomographie wurden Frakturen bei Martin ausgeschlossen. Allerdings hat der Wahlschweizer eine Gehirnerschütterung, eine Lungenprellung und eine tiefe Fleischwunde an seinem linken Ellbogen davongetragen. Auch klagte Martin über Prellungen und Schürfwunden an der Hüfte, an der Brust, am linken Knie, an der Schulter und am Rücken. Das teilte sein Team Omega Pharma-Quick Step am Samstagabend mit.

          Ob Martin am Sonntag zur zweiten Etappe der Frankreich-Rundfahrt wieder am Start stehen wird, ist sehr fraglich. Das Team will noch die Nacht abwarten. Insbesondere die tiefe Fleischwunde, die bis zum Muskel reicht, bereitet Martin große Schmerzen. So hatte sich Teamarzt Helge Riepenhof pessimistisch geäußert. „Die ersten beiden Hautschichten sind zerstört. Das würde schon reichen, dass er nicht mehr weiterfahren kann“, hatte Riepenhof der Nachrichtenagentur dpa zuvor gesagt.

          Im vergangen Jahr hatte Martin ebenfalls auf der ersten Etappe einen Kahnbeinbruch erlitten. Damals hatte der Fahrer des Teams Omega Pharma-Quick Step die Rundfahrt noch gut eine Woche bis zum ersten Ruhetag fortgesetzt, ehe er schließlich die Heimreise antrat.

          Die Pariser Champs Élysées sind nach 21 Etappen am 21. Juli Ziel der Tortur über mehr als drei Wochen. Die zweite Etappe führt an diesem Sonntag über 156 Kilometer von Bastia nach Ajaccio.

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