https://www.faz.net/-gtl-9pftm

Tour de France : Alaphilippe schenkt frierendem Jungen sein Gelbes Trikot

  • Aktualisiert am

Das Gelbe Trikot ist vielseitig verwendbar, wie Julian Alaphilippe beweist. Bild: AFP

Das Gelbe Trikot ist das begehrteste Stück Stoff bei der Tour de France. Nach der 18. Etappe gibt der führende Fahrer Julian Alaphilippe es ab – allerdings freiwillig für einen guten Zweck und nicht an einen Konkurrenten.

          2 Min.

          Frankreichs Publikumsliebling Julian Alaphilippe saß am Donnerstag erstmals seit langer Zeit nicht mehr im Gelben Trikot beim täglichen Frage-und-Antwort-Spiel mit der Weltpresse. Was war passiert, hatte er das „Maillot Jaune“ am legendären Col du Galibier sportlich eingebüßt? Nein, Alaphilippe hatte das begehrte Stück im Zielbereich einem kleinen frierenden Jungen geschenkt, dem es im Regen von Valloire nach der 18. Etappe der Tour de France offenbar deutlich zu kalt geworden war.

          Der 27 Jahre alte Alaphilippe nahm sein Trikot ab, hing es dem schlotternden Jungen um und erledigte die restliche Medienpflicht im Trikot seiner Deceuninck-Quick-Step-Mannschaft. Vor den letzten drei Etappen der Tour liegt der als Außenseiter gestartete Alaphilippe vor dem kolumbianischen Radprofi Egan Bernal in Führung. Auf der 19. Etappe steht an diesem Freitag (13.55 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Tour de France, bei One und Eurosport) die nächste große Prüfung für Emanuel Buchmann und die weiteren Mitfavoriten auf dem Programm. Auf dem extrem schweren Profil quer durch die Alpen wartet auch der Col de L’Iseran, der auf einer Höhe von 2770 Metern liegt.

          Dieses Teilstück eignet sich ideal für mutige Attacken. Zwei Tage vor dem großen Finale in Paris dürfte das Taktieren immer weniger werden. Der Col de L’Iseran ist bereits 37,5 Kilometer vor dem Ziel zu überwinden. Zuvor stehen bereits drei mittelschwere Bergprüfungen an. Nach rasanter Abfahrt vom L’Iseran geht es unmittelbar ins schwere Finale nach Tignes, in den Schlussanstieg über weitere sieben harte Kilometer.

          Wie lange kann der als Außenseiter gestartete Alaphilippe sein Gelbes Trikot noch verteidigen? Der 27 Jahre alte Franzose kämpft in den Bergen verbissen und gewinnt mit seinen rasanten Abfahrten immer wieder Zeit. Team Ineos mit seiner Doppelspitze Bernal und Geraint Thomas zählt am Freitag zu den großen Favoriten und muss diesmal noch aggressiver fahren. Auch Tourmalet-Sieger Thibaut Pinot ist einiges zuzutrauen.

          Alaphilippes Polster beträgt 1:30 Minuten auf Bernal, in weiteren Sekundenabständen folgen Thomas, der Niederländer Steven Kruijswijk, Pinot und Buchmann. Auch Nairo Quintana, der die erste Alpen-Etappe gewann, ist als Siebter wieder ein Thema für das „Maillot Jaune“. „Ich habe mich sehr gut gefühlt, attackiert und gewonnen. Wir werden wieder angreifen, wenn sich eine Möglichkeit ergibt“, kündigte der Kolumbianer an. Das Podium winkt, selbst der Tour-Triumph ist nicht weit weg. Der 26 Jahre alte Ravensburger Buchmann vom Team Bora-hansgrohe kann auf den verbleibenden beiden Alpen-Etappen nach einem ganz großen Erfolg greifen. „Es gibt keinen Grund, dass es die nächsten Tage schlechter laufen sollte“, sagte Buchmann.

          Tour de France

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Reaktion auf Vorsitzendenwahl : Wie Friedrich Merz seinen Trumpf verspielte

          Der Wunsch, Minister zu werden, kostet Friedrich Merz Unterstützung im eigenen Lager. Führende CSU-Leute üben sich bei Kommentaren zum neuen CDU-Vorsitzenden derweil in Zurückhaltung – um sich die Gunst des eigenen Chefs zu sichern.

          Vor dem Krisengipfel : Ruf nach echtem Lockdown wird lauter

          Vor dem Treffen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten mehren sich Forderungen nach härteren Maßnahmen. Gesundheitsminister Jens Spahn spricht angesichts der neuen Virus-Varianten von „besorgniserregenden Meldungen“.
          Die Seiser Alm: Unter der Woche verliert sich auf dem größten Hochplateau Europas kaum eine Menschenseele. (Symbolbild)

          Nach Lockdown wieder geöffnet : Südtiroler Sonderweg

          Nach dem Lockdown über Weihnachten und Neujahr in ganz Italien hat Südtirol seit dem 7. Januar wieder „geöffnet“ und widersetzt sich dem Lockdown.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.