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Tour de France : Alaphilippe gewinnt dritte Etappe nach mutigem Manöver

  • Aktualisiert am

Erster im Ziel: Julian Alaphilippe siegt bei der Fahrt von Binche nach Epernay. Bild: Reuters

Nach 215 Kilometern reißt ein Franzose als Erster die Arme in die Höhe: Der Sieg von Julian Alaphilippe ist eine Premiere bei der diesjährigen Tour de France – und bedeutet gleichzeitig einen Wechsel in der Gesamtführung.

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          Die Tour de France ist zurück in Frankreich – und schon bejubelt die Grande Nation ihren ersten Helden: Radprofi Julian Alaphilippe hat nach einer beherzten Attacke die dritte Etappe der 106. Frankreich-Rundfahrt gewonnen und den Gastgebern in den grünen Hügeln der Champagne früh den erlösenden ersten Tageserfolg sowie das Gelbe Trikot beschert.

          Der 27-Jährige vom Team Deceuninck-Quick Step spielte im anspruchsvollen Finale der 215 km langen Etappe in die Schaumwein-Hochburg Epernay seine Stärken im Klassiker-Terrain aus und siegte als Solist. Alaphilippe, im März Sieger von Mailand-Sanremo, löste mit dem Erfolg den Niederländer Mike Teunissen (Jumbo-Visma) als Führenden der Gesamtwertung ab. „Ich kann es noch gar nicht richtig begreifen, dass ich das Gelbe Trikot habe. Das ist unvergesslich. Was für ein wundervoller Auftakt für die Tour in Frankreich“, sagte Alaphilippe.

          Im Ziel hatte Alaphilippe, der im Vorjahr zwei Tour-Etappen und das Bergtrikot gewonnen hatte, 26 Sekunden Vorsprung auf das Hauptfeld. Die Plätze zwei und drei belegten Michael Matthews (Australien/Sunweb) und Jasper Stuyven (Belgien/Trek-Segafredo).

          Der deutsche Tour-Debütant Maximilian Schachmann (Berlin/Bora-hansgrohe) wagte sich nach Alaphilippes Angriff zwischenzeitlich in die Verfolgung, gab das Unterfangen wie drei weitere Fahrer aber vorzeitig auf. Die Favoriten auf den Gesamtsieg zeigten sich auf den hügeligen Schlusskilometern an der Spitze des Feldes, verzichteten aber auf Angriffe.

          Kurz nach dem Start in Binche nahm die Tour Abschied von Belgien, wo das Rennen am vergangenen Wochenende mit zwei Etappen feierlich gestartet worden war. Das Peloton überquerte nach zehn Kilometern bei Erquelinnes die Grenze zu Frankreich, ebenso früh fand sich die fünfköpfige und letztlich erfolglose Fluchtgruppe, die ohne deutschen Fahrer den Großteil der Etappe bestimmte. Tony Martin, der am Sonntag bei Jumbo-Visma maßgeblich zum umjubelten Sieg im Mannschaftszeitfahren in Brüssel beigetragen hatte, verdiente sich am Montag Fleißpunkte in der Nachführarbeit, in der er über Stunden das Tempo diktierte.

          Das eintönige Rennen nahm erst auf den letzten 40 km Fahrt auf. Vier dicht gestaffelte Bergwertungen, davon drei der dritten Kategorie, vergrößerten den taktischen Spielraum. Die Teams der Favoriten auf den Gesamtsieg, aber auch jene mit Chancen auf den Tageserfolg positionierten sich an der Spitze des Feldes. Die einzige ernsthafte Attacke setzte aber Alaphilippe am letzten der vier Anstiege, der Cote de Mutigny (dritte Kategorie). „Wir haben nicht damit gerechnet, dass der Angriff so früh kommt. Wir sind dann nicht mehr hinterhergekommen“, sagte der deutsche Hoffnungsträger Emanuel Buchmann, der als bester Deutsche Rang 28 belegte. Alaphilippe raste dem Ziel entgegen und ließ sich den Sieg und mindestens einen Tag im Maillot jaune nicht mehr nehmen. „Dass er den Vorsprung so halten konnte, war schon extrem stark“, sagte Schachmann.

          Am Dienstag dürften wieder die klassischen Sprinter wie der angeschlagene Dylan Groenewegen zum Zug kommen. Die 213,5 km lange vierte Etappe führt von Reims nach Nancy und sollte wie der Auftakt in Brüssel in einem Massensprint enden. Auch die Cote de Maron, einer von zwei Anstiegen der vierten Kategorie rund 15 km vor dem Ziel, wird daran wohl nichts ändern. Die letzten Kilometer sind weniger tückisch als zuletzt, das Sturzrisiko ist dadurch reduziert.

          Tour de France

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