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Alaphilippe bei Tour de France : Der auf den Pedalen tanzt

  • -Aktualisiert am

Lohn der Mühen: Julian Alaphilippe feiert seinen Sieg in Nizza, der ihm das Gelbe Trikot beschert. Bild: AFP

Julian Alaphilippe, der Nonkonformist, verkörpert nicht nur die französischen Tour-Hoffnungen – sondern auch die Sehnsucht nach einem Radsport jenseits der taktischen Zwänge.

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          Julian Alaphilippe ist aufgewachsen mit viel Musik im Haus. Sein Vater Jacques war Berufsmusiker, der kleine Julian versuchte sich an Instrumenten und entdeckte seine Leidenschaft fürs Schlagzeug. Auch auf dem Rad beherrscht er den Trommelwirbel – wenn er den Takt erhöht und seine Beine fliegen lässt, sieht es aus, also ob er die Pedale nicht tritt, sondern auf ihnen tanzt. Als Derwisch, der sich seine eigenen Wege durchs Peloton bahnt. Als Nonkonformist, der sich nicht um Konventionen schert und lieber solo als orchestriert unterwegs ist.

          Nun hat Alaphilippe Frankreich einen Déjà-vu-Moment beschert, der sich auswachsen könnte zu einem abermaligen Karneval im gelben Kostüm. Der 28 Jahre alte Liebling der Radsport-Nation hat am Sonntag die zweite Etappe rund um Nizza gewonnen – auf seine Weise: Mit einer Mischung aus Instinkt, Explosivität, Klasse, Offensivgeist und Stehvermögen ging er aus dem Sattel, lancierte die entscheidende Attacke und setzte sich im Schlussspurt gegen zwei verbliebene Konkurrenten durch. Es war ein fulminanter Ritt ins Gelbe Trikot des Gesamtführenden, mit dem er am Montag in die Etappe von Nizza nach Sisteron ging und dabei auch problemlos verteidigte. Das Trikot sei „nur ein Bonus“, sagte er. Wieder – und dafür gibt es gute Gründe – will er der Radsportwelt weismachen, dass er das Maillot Jaune auf seinen Schultern nur als Bekleidung auf Zeit betrachtet und keine Ambitionen in der Gesamtwertung hegt. Wiederholt sich die Geschichte der Tour de France 2019 in diesem Jahr?

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