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Jakobsen gewinnt 2. Etappe : „Es ist wie ein Märchen“

  • -Aktualisiert am

Hat von diesem Tag geträumt, sagt er: Fabio Jakobsen gewinnt nach seinem Horror-Sturz vor knapp zwei Jahren eine Etappe der Tour de France. Bild: Pool via REUTERS

Eine inspirierendes Comeback: Vor zwei Jahren schwebte Fabio Jakobsen nach einem Horror-Crash bei der Polen-Rundfahrt in Lebensgefahr. Am Samstag radelt er bei der zweiten Etappe der Tour zum Tagessieg.

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          Wout van Aert ist ein Ausnahmefahrer, ja ein Alleskönner auf dem Rad. Dennoch hat der Belgier in seiner ungemein erfolgreichen Karriere schon enorm viele knappe Niederlagen erlitten. Seine Sammlung an zweiten Plätzen bei den großen Rennen ist erklecklich. Doch es gibt solche und solche zweite Plätze, zumal bei der Tour de France. Am Freitag, beim Auftaktzeitfahren in Kopenhagen, war er der knapp Geschlagene, der um fünf Sekunden am Gelben Trikot vorbeigestrampelt war. Am Samstagnachmittag war Van Aert abermals der knapp Geschlagene, diesmal nur um einen Wimpernschlag distanziert im Sprint von Fabio Jakobsen. Zwar stieß der 27-Jährige in Nyborg zunächst einen lauten Fluch aus, doch war er kurz darauf doch am Ziel seiner Wünsche. Durch die Zeitbonifikation für Rang zwei nahm er seinem Landsmann Yves Lampaert, dem er tags zuvor noch den Vortritt lassen musste, das Gelbe Trikot ab. Ein Stück Stoff, das er in den Vorjahren einige Male knapp verfehlt hatte.  „Es war ein weiterer zweiter Platz heute, aber ohne Grund zur Klage. Ich habe es schon lange gejagt und hart dafür gearbeitet. Ich gehe mit viel Selbstvertrauen in die nächsten Etappen“, sagte der Profi vom Team Jumbo-Visma.

          Das Grüne Trikot ruht zusätzlich auf Van Aerts Schultern. Das Leibchen des besten Sprinters zu erobern und bis nach Paris zu tragen, war der Hauptantrieb des Stars bei dieser Tour. Doch nun kann das radelnde Multitalent, das beim bestbesetzen Rennen des Jahres nunmehr im Zeitfahren und im Sprint Extraklasse bewies, sich zunächst in Gelb kleiden.

          Die Frankreich-Rundfahrt in Dänemark ist von Belgiern geprägt – so viel lässt sich nach den ersten beiden Tagen festhalten. Das belgische Team Quick-Step Alpha Vinyl bewies wieder mal sein Spezialistentum für die erste Tour-Woche: die ersten beiden Etappensieger stammen aus dieser Equipe. Und es wird niemanden verwundern, wenn die belgischen Festtage fortgesetzt würden. Van Aert dürfte im erwarteten abermaligen Massensprint zum Abschluss der dreitägigen dänischen Exkursion an diesem Sonntag wieder vorne mit dabei sein.

          Jakobsen und eine inspirierende Comeback-Geschichte

          Auch Tagessieger Jakobsen gehört am Sonntag freilich auf dem flachen, 182 Kilometer langen Teilstück von Vejle nach Sonderborg zu den Topfavoriten. Seine inspirierende Comeback-Geschichte ist derweil schon gekrönt. Vor knapp zwei Jahren schwebte der Niederländer nach einem wahren Horror-Crash bei der Polen-Rundfahrt in Lebensgefahr. Es schien aufgrund seiner schweren Verletzungen vor allem darum zu gehen, dass Jakobsen ein normales Leben würde führen können. „Es ist unglaublich. Für mich war es ein langer Prozess hierher zu kommen, Schritt für Schritt. Dabei haben mir viele Leute geholfen, dieser Sieg ist auch für sie“, sagte Jakobsen, von dem auch viel Druck abgefallen sein dürfte. Denn seinetwegen hatte das Team Quick-Step auf die Nominierung des Etappen-Rekordsiegers (35) bei der Tour, Mark Cavendish, verzichtet.

          Schon voriges Jahr gehörte Jakobsen zu den besten Beschleunigern im Peloton, in dieser Saison ist er der bestimmende Sprinter – der Triumph von Nyborg war schon Jakobsens elfter Saisonsieg. „Es klingt einfach, aber die Beine waren gut und dafür trainieren wir ein ganzes Leben lang. Seit 15 Jahren träume ich davon. Es ist wie ein Märchen“, sagte er. Dritter wurde der Däne Mads Petersen (Trek-Segafredo), der Danny van Poppel vom deutschen Rennstall Bora-hansgrohe hinter sich ließ. Bester Deutscher war auf Rang zwölf der Heidelberger Maximilian Walscheid (Cofidis).

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