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Ineos bei Tour de France : „Das ist wie FC Bayern gegen Erzgebirge Aue“

  • -Aktualisiert am

Fährt Geraint Thomas bei der Tour de France auch in diesem Jahr vornweg? Bild: AP

Ist das Team Ineos unbezwingbar? Der Nachfolger von Sky tritt bei der Tour de France mit einer Doppelspitze an: Vorjahressieger Geraint Thomas und Wunderknabe Egan Bernal. Das ist aber nicht alles, das beeindruckt.

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          Sie sind die Übermächtigen, die Dominatoren, die Chefkontrolleure im Peloton. Aber ist das Team Ineos auch unbezwingbar? An dieser Frage arbeitet sich die Radsportwelt kurz vor der Tour de France geflissentlich ab. Es gibt reichlich Argumente dafür, dass nach dreiwöchiger Abstrampelei am 28. Juli wieder einer der ihren im Gelben Trikot auf den Champs-Elysées in die Menge winkt. Wenn die Tour an diesem Samstag (alle Etappen im F.A.Z.-Liveticker zur Tour de France) mit dem Grand Départ in Brüssel Fahrt aufnimmt, winkt der siebte Tour-Triumph in acht Jahren. Bradley Wiggins, Christopher Froome und Geraint Thomas fuhren meist in nahezu klinischer Präzision zu ihren Gesamtsiegen.

          Aber es gibt auch Hinweise, dass den ehedem Unantastbaren 2019 die freie Fahrt in den Radsporthimmel versperrt bleiben könnte. Natürlich hat das Team Ineos Wettbewerbsvorteile, was sich aus der Erfolgsserie in Frankreich, der erlesenen Fahrerriege und der satten finanziellen Auspolsterung speist. Aber das Sturzpech der vergangenen Wochen hat die britische Equipe, deren vermeintliche Praktiken im medizinischen Graubereich schon lange Argwohn erwecken, ganz schön durchgeschüttelt. Der heftige Unfall von Anführer Froome während einer Trainingsfahrt im Rahmen des Critérium du Dauphiné kostete ihn die Tour-Teilnahme und war ein schwerer Schlag für das Team.

          Das Sturzpech hatte schon damit begonnen, dass der Wunderknabe Egan Bernal sich im Frühjahr das Schlüsselbein brach und damit den Giro d’Italia verpasste, wo er die Mannschaft erstmals als Kapitän anführen sollte. Mit dem Giro in den Beinen wäre der aufstrebende Kolumbianer nun bei der Tour wohl noch mal als Edelhelfer einzuspannen gewesen. Doch nun kann man Bernals eigene Ambitionen bei einer Grand Tour – zumal in Abwesenheit von Froome – wohl nicht mehr unterdrücken.

          Tour de France

          Ineos nimmt die Frankreich-Rundfahrt offiziell mit einer Doppelspitze in Angriff. „Bernal und Geraint vertrauen einander, und wir glauben, dass dieser Ansatz der beste für das Team ist“, sagte Teammanager Dave Brailsford. „Weil er uns die größte Flexibilität verleiht und die besten Erfolgschancen.“ Was Vorjahressieger Thomas überrascht haben dürfte, ging dieser bis vor kurzem noch davon aus, dass alle Macht und Power des Teams dafür aufgewendet würde, allein seinen Weg ins Gelbe Trikot nach Paris zu bahnen.

          Doch auch der Waliser kam nicht ungeschoren aus der Tour-Vorbereitung. Sein Sturz samt sofortigem Ausstieg aus der Tour de Suisse wirft Fragen auf, ob Thomas überhaupt in starker Form sein könne: kein Saisonsieg; nur 26 Renntage insgesamt in den Beinen; und dann noch der schmerzhafte Abbruch der so wichtigen Schweizer Tour-Generalprobe, die Teamrivale Bernal souverän für sich entschied; kürzertreten im Training musste er kurz vor der Anreise nach Brüssel auch noch. Thomas versucht zu beschwichtigen. „Es ist kein Geheimnis, dass der Sturz bei der Tour de Suisse meine Vorbereitung negativ beeinflusst hat, aber seitdem hatte ich einen guten Trainingsblock, und ich fühle mich bereit“, sagt der 33-Jährige.

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