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Gehören Stürze wirklich dazu? : Irgendwann knallt’s immer bei der Tour

  • -Aktualisiert am

Auch die niederländische Sprint-Attraktion Dylan Groenewegen stürzte auf der ersten Etappe. Bild: dpa

Das Spektakel in Frankreich beginnt blutig mit Stürzen. Die Fahrer sind machtlose Rädchen im Tour-Betrieb. Auch in diesem Jahr wird sich das Peloton lichten, aber es wird weiterfahren. Wie schon seit 106 Jahren.

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          Es gibt einen Satz, der in der Szene ständig gesagt wird: „Stürze gehören zum Radsport.“ In einem Ton, in dem Kicker achselzuckend sagen würden: Fouls gehören zum Fußball. Berufsrisiko halt. Auch wenn der Fall auf den Rasen aus vollem Lauf nichts zu tun hat mit dem Aufprall auf den Asphalt in voller Fahrt. Berufsrisiko halt? Ja, sagen die Rennfahrer. Wer als Radprofi auf Topniveau angekommen ist, hat seine einschlägigen Erfahrungen gemacht und sich damit arrangiert, dass es bei der Raserei in Zentimeterentfernung zum Vorder-, Hinter- und Nebenmann immer mal drunter und drüber geht. Zumal vor allem bei der am Samstag schon blutig begonnenen Tour de France nur derjenige etwas gewinnt, der mit dem Bremsen bis ultimo wartet und sein Vorderrad in jede noch so kleine Lücke drückt.

          Das Leistungsniveau im Peloton hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter angeglichen. Deshalb fühlen sich viele Fahrer imstande, nach den Meriten zu greifen. Was Rücksichtslosigkeit und eine Alles-oder-nichts-Mentalität befeuert. Und wenn der Radsport-Zuschauer ganz ehrlich ist: Gemeinsam mit den Fernsehkommentatoren seufzt und stöhnt er kurz auf, wenn die Kameras Bilder von über die Straße gepurzelten Fahrern und Rädern einfangen. Doch im nächsten Augenblick möchte er die Nahaufnahme – wie schlimm war es, wer ist betroffen? Der Radsport lebt auch von den Bildern seiner Gladiatoren in Extremsituationen.

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