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Tour de France : Froome kontrolliert das Feld

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Unangefochten an der Spitze: Christopher Froome. Bild: AP

Auch auf der Achterbahnfahrt über 160 Kilometer behält Christopher Froome bei der Tour de France alles unter Kontrolle und steuert seinem dritten Gesamtsieg entgegen. Der Etappensieg geht an einen Kolumbianer.

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          Mister Tour de France ist im Gelben Trikot unantastbar. Chris Froome verwaltete auf der 15. Etappe der 103. Frankreich-Rundfahrt seinen Vorsprung im Gesamtklassement und kontrollierte das Feld nach Belieben. Der Brite hielt auch bei der Achterbahnfahrt über 160 Kilometer und sechs Anstiege weiter Kurs auf seinen dritten Toursieg innerhalb von vier Jahren. Der Kolumbianer Jarlinson Pantano feierte vor dem polnischen Meister Rafal Majka am Sonntag in Culoz den ersten Tagessieg bei der Tour überhaupt. Beide hatten über drei Minuten Vorsprung auf die Froome-Gruppe mit allen Topfahrern ins Ziel gerettet.

          Die Froome-Herausforderer Bauke Mollema (+ 1:47 Minuten), Adam Yates (+ 2:45) und Nairo Quintana (+ 2:59) wirken im Schatten Froomes, immer umringt und beschützt von mindestens drei Teamkollegen, fast wie Statisten. Manchmal schien die Sky-Equipe wie in einem Mannschaftszeitfahren berghoch unterwegs. Die Team-Dominanz der Briten mit dem Mastermind Sir Dave Brailsford am Regiepult erinnert fast an die Dominanz des Armstrong-Teams.

          Der Giro-Gewinner Vincenzo Nibali versuchte zum dritten Mal bei dieser Tour einen Alleingang. Aber der Italiener, im Gesamtklassement längst abgeschlagen noch hinter dem besten Deutschen Emanuel Buchmann platziert, kam nicht weit. Der Astana-Co-Kapitän wird es in den Alpen noch einmal probieren, wenigstens einen Etappensieg zu landen. Auch Alejandro Valverde aus dem Quintana-Team wagte einen verzagten Angriff - aber sofort waren Froomes Leute da. Im Finale wurde er vom Niederländer Wouter Poels und dem Spanier Mikel Nieve begleitet, der auf der Abfahrt vom Grad Columbier fast einen Anhang hinunter stürzte.

          Der Parcours gab einen Vorgeschmack auf die noch ausstehenden Hochgebirgs-Etappen in den Alpen, die nach dem zweiten Ruhetag am kommenden Dienstag in Bern auf dem Plan stehen.

          Am Vortag hatte Mark Cavendish zum vierten Mal seine Sprint-Show abgezogen - und dabei Marcel Kittel in Villars-Les-Doubs behindert. Der Thüringer, Sieger in Limoges, war stocksauer. „Cavendish kam aus meinem Windschatten und hat das Ergebnis mit seiner Aktion maßgeblich beeinträchtigt. Ich musste bremsen und wäre fast gestürzt“, wetterte der fünftplatzierte Etixx-Quickstep-Kapitän, nachdem ihn der ungestüme Brite mit einer „Welle“ fast vom Rad geholt hatte.

          Aber die Jury entschied zugunsten Cavendishs und ließ ihn über seinen insgesamt 30. Tageserfolg jubeln. Nach dem Sprint der rauen Art tat er sich als Spaßvogel hervor. „Nach dem Rennen schlug mir Marcel auf den Rücken - ich dachte, das war Ausdruck seiner Anerkennung“, sagte der frühere Weltmeister. Cavendish verringerte den Abstand zu Rekordhalter Eddy Merckx (34 Siege) weiter und könnte ihn - vielleicht schon im nächsten Jahr - überholen.

          Der Kolumbianer Jarlinson Pantano gewann die Etappe am Sonntag.

          Der im Januar so schwer gestürzte John Degenkolb konnte am Samstag mit Platz vier als bester Deutscher zufrieden sein. „Es geht aufwärts, vielleicht klappt’s in Bern“, sagte der Giant-Alpecin-Profi, der die einzige deutsche WorldTour-Mannschaft in der kommenden Saison verlassen wird. Beim vierten Tourstart wartet der Gewinner der Klassiker Mailand-Sanremo und Paris-Roubaix noch immer auf den ersten Etappensieg seiner Karriere. André Greipel hat das Tourglück zur Zeit etwaqs verlassen. Der dreimalige deutsche Meister hatte auch an seinem 34. Geburtstag vergeblich auf seinen ersten Etappensieg in diesem Jahr gewartet. 2015 war der Hüne aus Hürth mit vier Erfolgen der beste Sprinter.

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