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Sehnsucht bei Tour de France : Immer dabei, doch nie ganz oben

  • -Aktualisiert am

Die Ausnahmefigur: Guillaume Martin ist mehr als nur ein Rennfahrer Bild: WITTERS

Seit 35 Jahren wartet Frankreich auf einen einheimischen Sieger bei der Tour de France. Wie gut stehen die Chancen bei der 107. Austragung des Etappenrennens?

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          Raymond Poulidor haben die Franzosen tief in ihr Herz geschlossen. Sie nannten ihn den „ewigen Zweiten“ oder „der Mann, der nie die Tour de France gewann“. Der unlängst verstorbene einstige Liebling der Radsportnation stand zwischen 1962 und 1976 achtmal in Paris auf dem Podium – nur nie ganz oben. Poulidor konnte als sympathische Randfigur reüssieren, weil andere französische Rennfahrer die Glanzlichter setzen. Seit Gründung der Tour war es schließlich selbstverständlich, dass in regelmäßiger Abfolge Franzosen gewannen.

          Zwischen 1975 und 1985 erlaubten es die Gastgeber gar nur zwei Mal, dass kein Einheimischer den Tour-Thron einnahm. Doch seitdem ist – und es wirkt beinahe mysteriös – Schluss mit der französischen Radherrlichkeit daheim. 35 sieglose Jahre später, bei der diesjährigen Tour, sind zwar einige Franzosen unter den bislang prägenden Figuren der Rundfahrt. Von einem angriffslustigen Showman über eine schicksalsergebene Drama-Queen, unverwüstlichen Bergziegen bis hin zu einem radelnden Philosophen ist einiges geboten. Doch die Prognose, dass keiner von ihnen in Paris ganz oben stehen wird, ist nicht sonderlich gewagt.

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