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Stürze der Tour-Favoriten : „Primär heißt es Wunden lecken“

  • Aktualisiert am

Gut in Form und dann plötzlich am Boden: Die deutsche Tour-Hoffnung Emanuel Buchmann Bild: AFP

Der Favoritenkreis für die Tour de France war in diesem Jahr besonders groß. Doch nach schweren Stürzen kämpfen viele Fahrer mit Verletzungen. Auch für den deutschen Hoffnungsträger Emanuel Buchmann wird es ein Wettlauf gegen die Zeit.

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          Emanuel Buchmann kann kaum laufen, Titelverteidiger Egan Bernal hat Rückenprobleme und Primoz Roglic schmerzt nach seinem Crash der ganze Körper: Die Topfavoriten der Tour de France liegen anderthalb Wochen vor dem Start in Nizza vereint im Lazarett. Für die Sieganwärter wird es ein Wettlauf gegen die Zeit - und für den völlig formschwachen Chris Froome scheint der schon verloren.

          „Bei Emanuel müssen wir jetzt von Tag zu Tag schauen und Entscheidungen treffen. Prellungen und Hämatome können natürlich auch super langwierig sein“, sagte Bora-hansgrohe-Teamchef Ralph Denk dem „Sport-Informations-Dienst“ bezüglich des Zustands seines Kapitäns. Der deutschen Tour-Hoffnung droht nach seinem Sturz bei der Dauphiné-Rundfahrt, bei dem er sich starke Prellungen im Rücken- und Gesäßbereich zuzog, nun kurz vor der Großen Schleife eine längere Trainingspause.

          Ob Buchmann beim geplanten Höhentrainingslager in Livigno noch einmal an seiner bis dato guten Form feilen kann, steht deshalb noch in den Sternen. Eine Prognose sei schwierig, sagte Denk.

          Wettlauf gegen die Zeit: Für Buchmann geht es nach seinem Sturz darum, schnellstmöglich ins Training zurückzukehren
          Wettlauf gegen die Zeit: Für Buchmann geht es nach seinem Sturz darum, schnellstmöglich ins Training zurückzukehren : Bild: AFP

          Neben dem Vorjahresvierten erwischte es beim deutschen Topteam Bora-hansgrohe auch noch Buchmanns Helfer Maximilian Schachmann und Gregor Mühlberger, die sich zuletzt glänzend präsentiert hatten. „Mit Blickwinkel auf unsere Mannschaft war es natürlich sehr bitter. Die Tour de France geht schon in knapp zwei Wochen los. Insofern war es schon ein harter Schlag für uns“, betonte Denk. Immerhin: Schachmann muss trotz eines Schlüsselbeinbruchs nicht operiert werden. Hinter seinem Tourstart steht laut Denk trotzdem „ein großes Fragezeichen“. Ob Buchmanns Tour-Ziel „Podium“ nach unter korrigiert werden müsse, würden die nächsten Tage zeigen, sagte Denk.

          Doch nicht nur bei Bora-hansgrohe sind die Sorgenfalten nach dem von schweren Stürzen überschatteten Wochenende riesig. Auch beim Team Ineos dürfte das Toptrio den Verantwortlichen schlaflose Nächte bereiten: Vorjahreschampion Bernal musste bei der Dauphiné bereits vor der vierten Etappe wegen einer Rückenverletzung aussteigen, Froome zeigte sich ohne Verletzungssorgen erneut formschwach. Der 35-Jährige Brite war vor allem bei den Anstiegen chancenlos, lag am Ende fast eineinhalb Stunden hinter Gesamtsieger Daniel Martinez (Kolumbien/EF Pro Cycling). Geraint Thomas, Tour-Sieger von 2018, trudelte mit fast einer Stunde Rückstand als 37. des Gesamtklassements ein.

          Enttäuscht über die schwachen Vorstellungen ließ Ineos-Sportdirektor Gabriel Rasch seinem Frust freien Lauf. „Chris muss sich definitiv verbessern, genau wie Geraint. Auf der Dauphine waren sie nicht gut genug“, polterte er, hat aber noch ein wenig Hoffnung bis zum Start in Nizza am 29. August: „Geraint und Chris machen weiterhin ein wenig Fortschritte, Schritt für Schritt. Sie sind noch nicht an der Spitze, aber ich bin optimistisch, dass sie bis zum Grand Depart einen weiteren Schritt nach vorn machen.“

          Ebenso erschüttert sind die Tour-Hoffnungen des großen Rivalen Jumbo-Visma. Starfahrer Steven Kruijswijk stürzte schwer, wenig später erwischte es seinen Kapitän Roglic heftig. Kruijswijk gab mit ausgekugelter Schulter auf, Tour-Mitfavorit Roglic, der sich in glänzender Verfassung präsentiert hatte, trat trotz Gesamtführung am Sonntag nicht mehr an. „Viele Tour-Favoriten sind gestürzt. Es war schon dramatisch“, befand Denk. Bis zum Start am kommenden Samstag gibt Denk als Motto aus: „Primär heißt es Wunden lecken“. Viel Zeit dafür bleibt dem großen Favoritenkreis im Lazarett aber nicht.

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