https://www.faz.net/-gtl-8zcxj

Tour de France in Düsseldorf : „Der Regen hat mir das Genick gebrochen“

  • Aktualisiert am

Tony Martin wollte den Tour-Auftakt gewinnen – und wurde Vierter. Bild: AFP

Der Auftakt in die Tour de France in Düsseldorf leidet unter dem Wetter. Ein Mitfavorit zieht sich schwere Verletzungen zu und muss aufgeben. Auch für einen Deutschen endet das Einzelzeitfahren enttäuschend.

          2 Min.

          Im regenverhangenen Düsseldorf hat Tony Martin seinen Traumstart in die 104. Tour de France verpasst: Beim Auftakt-Zeitfahren über 14 Kilometer blieb für den Spezialisten am Samstag mit acht Sekunden Rückstand zum Tagessieger Geraint Thomas nur Rang vier. Der Waliser aus dem Chris-Froome-Team Sky holte sich mit der Siegerzeit von 16:04 Minuten das erste Gelbe Trikot der Tour 2017. Bei mehreren hundertausend Fans an der Strecke – viele kamen aus den Niederlanden oder Belgien – herrschte trotz des verpassten Heimsiegs von Martin fast Karnevalsstimmung.

          Martin, der seit Saisonstart nur für diesen Samstag trainiert hatte, war sauer. „Der Regen hat mir das Genick gebrochen. Aber so ist der Sport. Trotzdem bis bin ich ein gutes Zeitfahren gefahren. Ich werde weiterkämpfen, aber jetzt muss ich das erst mal verdauen“, sagte der vierfache Zeitfahr-Weltmeister, der sich sein zweites Gelbes Trikot nach 2015 holen wollte. Der stärkste der Klassementsfahrer war Vorjahressieger Froome. Der Brite, der die Tour zum vieren Mal gewinnen will, fuhr in 16:16 Minuten auf den sechsten Platz und nahm damit seinen Hauptkonkurrenten Richie Porte und Quintana und Alberto Contador bereits wertvolle Sekunden ab.

          Für den Spanier Alessandro Valverde ist die Tour bereits beendet. Der Mitfavorit stürzte auf regennasser Straße in einer tückischen Kurve schwer und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Es bestand Verdacht auf mehrere Knochenbrüche. Der Routinier, der mit um den Gesamtsieg fahren wollte und Nairo Quintana zur Seite stehen sollte, war in einer Kurve ausgerutscht und mit relativ hohem Tempo in die Absperrgitter gekracht.

          Strahlender Sieger: Geraint Thomas gewinnt den Auftakt der Tour. Bilderstrecke

          Der frühere deutsche Meister Emanuel Buchmann, der bei der Tour auf das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers spekuliert, war mit seiner Zeit von 16:44 zufrieden. „Ich bin auf den nassen Straßen nicht volles Risiko gefahren, die schwierigste Stelle war vielleicht die Kurve vor der ersten Brückenauffahrt. Sonst ging es gut“, meinte der Ravensburger, der wie viele Konkurrenten im Sprühregen fahren musste.

          Einige Zeit hatte der Sunweb-Sprinter Nikias Arndt mit 16:20 die Bestzeit gehalten. „Das war ein schönes Gefühl, hätte noch länger dauern können“, sagte der Bocholter. Zum ersten Mal nach 30 Jahren fand ein Grand Départ der Tour wieder in Deutschland statt. 1987 war die Tour-Karawane im Westteil Berlins, der damals noch geteilten Stadt, gestartet. Der Start in Düsseldorf stand unter großen Sicherheitsvorkehrungen. Auf den Dächern der Messehallen waren im Start- und Zielbereich sogar Scharfschützen postiert. Unter den Ehrengästen waren Prinz Albert von Monaco und Justizminister Heiko Maas.

          Tour de France

          Weitere Themen

          Problemfall Chemnitzer FC

          FAZ Plus Artikel: Jeder gegen jeden : Problemfall Chemnitzer FC

          Schwere Zeiten für den Chemnitzer FC: Der Verein ist insolvent, sportlich im Keller, führungslos und unter Druck von rechtsradikalen Fans. Das kommt nicht von ungefähr – und könnte Konsequenzen haben.

          Topmeldungen

          Das Symbol der Türkei, weißer Halbmond und Stern auf rotem Untergrund.

          Syrien-Konflikt : Gut so, Wolfsburg!

          In der Türkei können VW und andere auch später noch Werke bauen – aber erst, wenn dort wieder Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Friedfertigkeit gelten.
          Sogenannte Fußballfans in Bulgarien, einem „der tolerantesten Länder der Welt“?

          Gegen den Hass : Die Strafen müssen weh tun

          Im Fußball hat sich ein Klima entwickelt, in dem sich Rassisten und Nazis ungeniert ausleben. Sanktionen schlugen bislang fehl. Ohne Punktabzüge und Disqualifikationen wird es nicht gehen. Aber selbst das reicht nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.