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Tour de France : Thomas vor dem Triumph, Froome fällt weiter zurück

  • Aktualisiert am

Primoz Roglic war bei der letzten Bergetappe der Tour nicht aufzuhalten Bild: AP

Ein ehemaliger Skispringer gewinnt auch den Berg hinauf: Primoz Roglic ist bei der letzten Bergetappe der laufenden Tour de France der Beste. Vor dem Zeitfahren bleibt Geraint Thomas auf Siegkurs.

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          Der Tour-Triumph ist für Geraint Thomas zum Greifen nah: Der Waliser hat auch die letzte Bergetappe der 105. Frankreich-Rundfahrt schadlos überstanden und steht unmittelbar vor seinem ersten Gesamtsieg beim wichtigsten Radrennen der Welt. Sky-Profi Thomas verteidigte das Gelbe Trikot beim Tagessieg des bärenstarken slowenischen Herausforderers Primoz Roglic auf der 200,5 km langen 19. Etappe über sechs Anstiege in den Pyrenäen erfolgreich. Vor dem Schlusswochenende baute der Etappenzweite Thomas seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf den Niederländer Tom Dumoulin (Team Sunweb) dank einer Zeitbonifikation sogar geringfügig auf 2:05 Minuten aus.

          Da der Spitzenreiter auf der letzten Etappe nach Paris am Sonntag traditionell nicht mehr attackiert wird, muss Thomas sein Polster beim Einzelzeitfahren am Samstag nur noch ins Ziel retten. In Weltmeister Dumoulin hat Thomas allerdings den derzeit wohl stärksten Fahrer im Kampf gegen die Uhr als Gegner. Titelverteidiger Chris Froome zeigte erneut Schwächen. Der viermalige Toursieger konnte dem Tempo der Rivalen auf dem letzten Anstieg auf den Col d`Aubisque mehrfach nicht folgen, kämpfte sich in der Abfahrt aber wieder heran.

          Nach der Wachablösung durch seinen nominellen Edelhelfer Thomas muss Froome auch noch um seinen Platz auf dem Podium fürchten. Denn neuer Dritter in der Gesamtwertung ist Roglic. Der äußerst aktive Slowene vom Team LottoNL-Jumbo setzte in der Abfahrt ins Ziel die entscheidende Attacke und verdiente sich den Etappensieg. Roglic (+2:24) liegt nun knapp vor dem Gesamtvierten Froome (+2:37). „Ich hatte heute die Beine, das ist ein tolles Gefühl. Es war perfekt“, sagte Roglic. In einer unspektakulären ersten Rennhälfte, in der der zweimalige Etappensieger Julian Alaphilippe (Frankreich/Quick-Step Floors) in einer Fluchtgruppe den Sieg in der Bergwertung rechnerisch perfekt machte, hielten sich die Favoriten zurück.

          In Schwierigkeiten geriet dagegen Peter Sagan. Der Weltmeister, nach einem Sturz am Mittwoch schwer gehandicapt, kämpfte unter Schmerzen gegen das drohende Aus und den Verlust des Grünen Trikots an. Am legendären Col du Tourmalet, nach L'Alpe d'Huez der zweite der vier „heiligen Berge" im Programm der Tour 2018, zog das Tempo nach Attacken der Podestkandidaten Romain Bardet (Frankreich/AG2R) und Mikel Landa (Spanien/Movistar) zum Leidwesen Sagans an. Der Slowake vom deutschen Team Bora-hansgrohe schleppte sich im Gruppetto in Richtung Ziel. Nun wird er am Sonntag im Grünen Trikot nach Paris fahren.

          Am Col d"Aubisque (Ehrenkategorie), der letzten Bergwertung der Tour 2018, kam es zum Showdown der besten Vier - mit Froome als Verlierer. Der langjährige Dominator der Frankreich-Rundfahrt hatte wie schon in den vorherigen Bergetappen Mühe, das Hinterrad von Thomas, Dumoulin und Roglic zu halten. Zu eigenen Attacken war der 33-Jährige nicht imstande. In der Abfahrt betrieb er aber Schadensbegrenzung, dem tollkühnen Roglic hatte aber auch Froome nichts entgegenzusetzen. Dieser stürzte sich halsbrecherisch ins Tal und belohnte sich für die riskante Fahrweise. Auf der 20. und vorletzten Etappe am Samstag fällt die Entscheidung über den Gesamtsieg. Der 31 Kilometer lange Kurs ist wellig und stellt wenige Kilometer vor dem Ziel mit dem Col de Pinodieta (900 m lang/10,2 Prozent steil) eine enorme Hürde.

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