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Tour ohne Illusionen : Zweifel schützt

  • -Aktualisiert am

Die Tour der Illusionen bietet packende Sportgeschichten, auch die von der Überwindung des Dopings. Bild: AP

Die Tour de France erzählt große Geschichten. Auch wieder die von der Überwindung des Dopings? Das zu glauben, ist mindestens naiv. Die Nebenwirkungen tragen langfristig allein die Athleten.

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          Drei Wochen schinden. Die Beine, das Herz, den Kopf. Bei brütender Hitze die Pässe erklimmen, mit aberwitzigem Tempo zu Tale schießen und im nächsten Moment den Gegner wieder im Auge behalten, auf der Hut sein, Tritt für Tritt. Bis Ende Juli wird die Tour de France Geschichten erzählen vom großen Radsport, vom Glanz der Favoriten, vielleicht von ihrem Sturz, von der Rückkehr unter Schmerzen, vom Leiden, vom Scheitern auf den letzten hundert Metern und vom Triumph in letzter Sekunde. Die Dramen sind frei Haus zu haben. Kein anderer Sport bietet diese Nähe über so einen langen Zeitraum. Wir schauen dem Athleten im Moment seiner größten Not und seiner größten Freude ins Antlitz. Wir fühlen, was ihn bewegt.

          Aber wir wissen nicht, wie er diese Tortur durchsteht. Obwohl es rund 75 Millionen Räder gibt in Deutschland und Heerscharen von Jedermännern, die ein paar Mal im Jahr auf gesperrten Straßen Radrennen spielen. Der kleine Aufschwung des Radsports hierzulande mag auch der schönen Illusion von Mitvierzigern entspringen, aber er ist greifbar. Radrennen haben wieder Konjunktur. Mit Maximilian Schachmann und Kollegen scheint eine neue Generation jene um Tony Martin peu à peu abzulösen. Eine Gruppe deutscher Fahrer, die mit Erfolgen, aber nicht mit Skandalen aufgefallen ist, die sich wortstark abgesetzt hat vom Verhalten ihrer Vorgänger. Schon feiern Protagonisten des Radsports die Überwindung des Dopings in Deutschland. Das ist wenigstens naiv, fahrlässig, gefährlich.

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