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Radsport : Querfeldeinradfahrer stiehlt den Stars die Show

  • Aktualisiert am

Mit ihm hatte keiner gerechnet: Marcel Meisen (Mitte) gewinnt das Radrennen auf dem Sachsenring Bild: dpa

Das hochfavorisierte Bora-hansgrohe-Team um Pascal Ackermann kassiert kurz vor der Tour de France eine unerwartete Schlappe. Querfeldeinradfahrer Marcel Meisen verblüfft die Stars und wird Straßenmeister.

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          Ein Querfeldeinradfahrer hat den Stars die Schau gestohlen. Marcel Meisen holte sich am Sonntag bei den Titelkämpfen auf dem Sachsenring völlig überraschend den Titel des deutschen Meisters auf der Straße. Er fügte dem hochfavorisierten Bora-hansgrohe-Team knapp eine Woche vor dem Start der Tour de France eine nicht erwartete Niederlage zu.

          Favorit Pascal Ackermann, der Meister von 2018, musste sich im Sprint mit dem zweiten Platz begnügen. Dritter wurde Alexander Krieger, ein Teamkollege von Meisen beim Rennstall Alpecin-Fenix. Pascal Ackermann war bedient. „Das tut weh. Die Enttäuschung ist relativ groß, dass ich die Teamarbeit nicht vollenden konnte“, sagte der deutsche Sprintstar.

          Meisen, 31 Jahre alt, ist fünfmal deutscher Meister im Querfeldeinsport geworden, zuletzt Anfang des Jahres. Auf der Straße hatte ihn niemand auf der Rechnung. Nun tritt er die Nachfolge von Maximilian Schachmann an, der die Meisterschaft auf der Rennstrecke wegen eines Schlüsselbeinbruchs verpasste. Die Meisterschaften, die ursprünglich im Juni in Stuttgart ausgetragen werden sollten, kehrten damit an den Austragungsort des Vorjahres zurück. Nicht mehr als 1000 Zuschauer waren zugelassen, die Fahrer mussten außerhalb des Rennens einen Mundschutz tragen.

          Es galt als ausgemachte Sache, dass Bora-hansgrohe den Titel holt. Zu überlegen schien die Mannschaft, im Rennen waren die Trikots des Rennstalls immer wieder vorne zu sehen. Nachdem kein Fahrer entkommen konnte, lief es auf einen Sprint hinaus. Und wer sollte Ackermann schlagen? Marcel Meisen. „Cool bleiben und auf die eigenen Stärken vertrauen. Ich wusste, dass mir der Regen liegt. Auch der Anstieg vor dem Ziel kam mir entgegen. Ich habe gemerkt, dass ich einen guten Punch habe. Ich habe die Corona-Zeit ganz gut genutzt“, sagte Meisen.

          Lisa Brennauer verteidigt Titel

          Bei den Frauen hatte zuvor die frühere Weltmeisterin Lisa Brennauer ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigt. Die 32-Jährige siegte nach 96 Kilometern vor Charlotte Becker und Tanja Erath. Für die Allgäuerin war es der dritte Meistertitel im Straßenrennen. „Das war alles andere als einfach. Meine Teamkolleginnen haben viel für mich gearbeitet. Ich bin froh, dass wir es geschafft haben“, sagte Brennauer, die bereits am Montag bei der Europameisterschaft in Plouay im Einzelzeitfahren an den Start geht.

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