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Radsport : Der Kampf der Schlecks

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Da war die Radsport-Welt noch in Ordnung: Fränk (rechts) und Andy Schleck 2011 bei der Tour Bild: REUTERS

Während Andy Schleck gerade bei der Tour de France fährt, wird Bruder Fränk während seiner Dopingsperre bei RadioShack entlassen. Die Luxemburger Radprofis sind in einer schwierigen Situation.

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          Fränk Schleck will sich nicht in sein Schicksal fügen, er möchte die Entlassung beim Team RadioShack nicht ohne weiteres hinnehmen. Zumal er bereits das Rennprogramm für die zweite Hälfte der Saison erhalten hatte.

          Schleck sollte unter anderem die Polen-Rundfahrt, die Vuelta und die Lombardei-Rundfahrt bestreiten. Er kam gerade erst aus einem Trainingslager in Spanien zurück, wo er sich mit dem Terrain der Vuelta vertraut machte. Jetzt prüfen seine Anwälte, ob die Entscheidung seiner Equipe anfechtbar ist.

          „Nach gründlicher Prüfung“, so die Teamleitung, sei man zu dem Entschluss gekommen, auf Fränk Schlecks Dienste in Zukunft zu verzichten. Die einjährige Dopingsperre des 33 Jahre alten Luxemburgers läuft am 14. Juli ab. Der Tour-Dritte von 2011 war im Vorjahr bei der Tour de France positiv auf das Diuretikum Xipamid getestet worden. Das Präparat kann zum Verschleiern anderer Substanzen eingesetzt werden.

          Schleck zeigte sich nun überrascht vom Schritt seiner bisherigen Mannschaft. „Ich habe immer meine Arbeit gemacht und mich in der ganzen Zeit nicht nach anderen Teams umgeschaut“, sagte er. Sein Bruder Andy Schleck, der bei der 99. Tour wegen eines Beckenbruchs gefehlt hatte und nun bei der 100. Tour zumindest zu den zehn besten Radprofis gehören möchte, äußerte sich zurückhaltend zur aktuellen Entwicklung.

          „Jetzt bin ich nur noch Andy“

          Allerdings betonte er, dass die Familie zusammenhalten werde. „Wir Schlecks sind Kämpfer.“ Sie wollen auf alle Fälle auch im kommenden Jahr ein Gespann im Profiradsport bilden. Wie sehr Andy Schleck sich danach sehnt, verdeutlicht diese Äußerung: „Früher waren wir die Schlecks. Nicht Andy oder Fränk, sondern die Schlecks. Jetzt bin ich nur noch Andy.“ Ein halber Schleck gewissermaßen.

          Andy Schleck, der 2010 zum Tour-Sieger erklärt worden war als Nachrücker für den des Dopings überführten Spanier Alberto Contador, und sein Bruder werden aber keinesfalls weiter für RadioShack in die Pedale treten können. Der einst hoch ambitionierte Rennstall ist bald Geschichte: Teambesitzer Flavio Becca hat vor dem Tour-Start seine World-Tour-Lizenz für das kommende Jahr an Trek verkauft.

          „Früher waren wir die Schlecks. Nicht Andy oder Fränk, sondern die Schlecks. Jetzt bin ich nur noch Andy.“
          „Früher waren wir die Schlecks. Nicht Andy oder Fränk, sondern die Schlecks. Jetzt bin ich nur noch Andy.“ : Bild: AFP

          Bisher ist der amerikanische Fahrradhersteller Co-Sponsor neben dem amerikanischen Elektronikunternehmen RadioShack, das jedoch für 2014 bereits seinen Ausstieg erklärt hatte. Die Umwälzungen betreffen auch die deutschen Radrennfahrer Andreas Klöden und Jens Voigt, die noch bei RadioShack unter Vertrag stehen und auch an der Tour de France teilnehmen.

          Dort wurde ein Camper-Fahrzeug des Teams am Samstag auf einem Parkplatz bei Parmiers an der
          Autobahn gestoppt. Zahlreiche Gepäckstücke wurden durchsucht. Teamsprecher Philipp Maertens, sprach anschließend von einer Routine-Kontrolle

          RadioShack-Teammanager Luca Guercilena, der auch bei dem neuen Gebilde Trek die Verantwortung übernimmt, scheint nicht abgeneigt zu sein, weiter mit den Schlecks zu arbeiten. „Wir kennen Fränks Qualitäten und werden sicherlich noch Gespräche führen“, sagte der Italiener, der jetzt offenbar mit der Trennung von Fränk Schleck nichts zu tun hatte. Trek, das seine Velos lange Zeit Lance Armstrong zur Verfügung gestellt hatte, soll für die Lizenzübernahme fünf Millionen Euro bezahlt haben.

          Schwierige Lage für die Schlecks

          In den Profiradsport werden von 2014 an angeblich zehn Millionen Euro pro Jahr investiert; das dürfte allerdings kaum reichen, um ein World-Tour-Team zu finanzieren. Der Schweizer Klassiker-Spezialist Fabian Cancellara, der diesmal auf die Tour verzichtet, hat sich inzwischen bis 2016 an Trek gebunden, für ein Jahressalär von schätzungsweise drei Millionen Euro. Das verschafft nun Ruhe. Für die Schlecks ist die Lage schwieriger.

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