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Radrennstall aus Bahrein : Die Lizenz für den Prinzen

Vincenzo Nibali ist einer der bekannten Fahrer von Bahrain-Merida. Bild: EPA

Das umstrittene TeamBahrain-Merida wurde vom Radsportverband Ende 2018 wieder die Lizenz für die World Tour erteilt, die auch zur Teilnahme an der Tour de France berechtigt. Nun stellen sich Fragen.

          Neun internationale und bahreinische Menschenrechtsorganisationen sowie die Athletengewerkschaft World Players Association haben den Internationalen Radsportverband UCI und ihren Präsidenten David Lappartient aufgefordert offenzulegen, welche ethischen Maßstäbe die UCI angelegt hat, bevor sie dem Profirennstall Bahrain-Merida die Rennlizenz erteilt hat. Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören das Bahrain Institute for Rights & Democracy, die Sports & Rights Alliance, Transparency International Deutschland und das Committee to Protect Journalists. Minky Worden, Direktorin für Globale Initiativen bei Human Rights Watch, schrieb der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die Organisation unterstütze das Begehren „definitiv“.

          Dem Rennstall wurde im Dezember 2018 wieder die Lizenz für die World Tour erteilt, die zugleich zum Start bei der am Samstag beginnenden Tour de France berechtigt. Dabei wurden nach Darstellung der UCI finanzielle, administrative, organisatorische und ethische Kriterien geprüft. Die UCI teilte der F.A.Z. mit, dass für die kommende Saison eine „Unabhängige Lizensierungkommission“ die Überprüfung „aller Informationen bezüglich des Team“ übernehmen und sich auf selbiges und seine Mitglieder konzentrieren werde. Die Lizenz werde dann für drei Jahre erteilt. Was konkret geprüft wird, bleibt unklar. Die vorgebrachten „Vorwürfe gegen Bahreins Regime“ seien bekannt, schreibt ein UCI-Sprecher.

          Das Team, für das unter anderen der Italiener Vincenzo Nibali fährt, wurde 2017 von Prinz Nasser bin Hamad Al Khalifa, dem Sohn des bahreinischen Königs, ins Leben gerufen, angeblich nach einer Radtour mit Nibali in der Wüste. Ihm wird vorgeworfen, sich aktiv an der Niederschlagung der Demokratiebewegung 2011 bis hin zu Folterungen beteiligt zu haben. Er bestreitet alle Vorwürfe. Teammanager Brent Copeland sagte bei der Präsentation 2017: „Das Ziel des Prinzen ist es sicherzustellen, dass wir wachsen und die Besten werden.“

          „Cycling Weekly“ schrieb damals von einem Jahresbudget von 14 Millionen Euro. Heute stellt sich das Team als unabhängig von der bahreinischen Regierung dar. Die Website des Teams macht einen anderen Eindruck: „Wir werden uns nicht mit weniger als der Übererfüllung unserer Ansprüche zufriedengeben – eine Eigenschaft, nach der unser Teamanführer Scheich Nasser lebt.“ Zu den Sponsoren gehören etliche Unternehmen, die in der Hand der Regierung sind, so der Vermögensfonds Mumtalakat und die Bahrain Petroleum Company.

          Menschenrechtler werfen der Regierung Bahreins seit Jahren vor, mit dem Engagement in diversen Sportarten die Unterdrückung der schiitischen Bevölkerungsmehrheit und die Misshandlung von Dissidenten übertünchen zu wollen. Seit Jahren wird Regierungsgegnern in Bahrein die Staatsbürgerschaft entzogen, sie werden damit staatenlos. Zum Zeitpunkt der Erteilung der UCI-Lizenz machte der Fall des früheren bahreinischen Fußball-Nationalspielers Hakim al-Oraibi Schlagzeilen, den die Regierung während seiner Flitterwochen in Thailand verhaften ließ. Sportler, Menschenrechtler und Sportverbände machten sich letztlich erfolgreich für al-Oraibis Freilassung stark, er hat inzwischen ein australischen Pass.

          Tour de France

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