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Start der Tour de France : „Diesen Tag werde ich nie vergessen“

  • -Aktualisiert am

Mike Teunissen (vorne) fährt ganz knapp vor Peter Sagen über die Ziellinie. Bild: EPA

Eigentlich war die erste Etappe der Tour de France in und um Brüssel eine Sache für Sprinter. Doch ein Niederländer kommt der gesamten Elite zuvor, gewinnt ganz knapp – und kann seinen Coup selbst kaum glauben.

          Es war ein hochdotierter Preiskampf gleich zu Beginn der 106. Tour de France am Samstag. Beruhend auf der einfachen Rechnung, die wenig Raum für taktische Raffinesse ließ: Wer gewinnt, trägt Gelb. Und weil das Profil dieser Frankreich-Rundfahrt nicht viele Gelegenheiten für Sprinter bereithält, war es ausgemachte Sache, dass die endschnellen Männer den Gewinn der ersten, 194,5 Kilometer langen Etappe in und um Brüssel unter sich ausmachen.

          Doch Mike Teunissen vom Team Jumbo-Visma kam der versammelten Sprintelite zuvor und sicherte sich im Massenspurt mit wenigen Zentimetern Vorsprung vor Peter Sagan (Bora-hansgrohe) überraschend den Sieg. Dritter wurde der Australier Caleb Ewan (Lotto-Soudal). Teunissen gilt eigentlich als tempoharter Rennfahrer für Eintagesrennen – und ist nun der erste Niederländer im Gelben Trikot seit 1989. „Diesen Tag werde ich bis zum Ende meines Lebens nicht vergessen“, sagte er, noch immer ungläubig staunend über seinen Coup.

          Beim Start in der Brüsseler Innenstadt galten alle Blicke zunächst Eddy Merckx. Der Grand Départ in seiner Heimatstadt ist auch eine Huldigung des belgischen Volkshelden, der nicht nur fünf Mal die Tour gewann, sondern mit insgesamt 96 Tagen im Gelben Trikot auch diese Bestmarke hält. Aus dem Schiebedach des Führungsfahrzeugs winkend geleitete der 74-Jährige das Peloton vom Warte- in den Rennmodus. Auch die Streckenführung war eine Hommage an den einstigen „Kannibalen“, der vor genau 50 Jahren erstmals die Frankreich-Rundfahrt gewann.

          Tour de France

          Er schlüpfte damals in dem Vorort Woluwe-Saint-Pierre ins Gelbe Trikot , wo seine Eltern einen kleinen Lebensmittelladen führten und später ein kleiner Platz nach Merckx benannt wurde. Auch das Peloton 2019 fuhr wieder durch Woluwe. Die Ausreißer hatten gegen die im Feld Tempo machenden Sprinterteams keine Chance. 18 Kilometer vor dem Ziel stürzte der dänische Mitfavorit Jakob Fuglsang (Team Astana), der an Schläfe und Ellenbogen blutend von seinen Mannschaftskameraden aber wieder ans Feld herangefahren werden konnte.

          Im Rennfinale ereignete sich ein weiterer Sturz, in dem auch der deutsche Kapitän von Bora-hansgrohe Emanuel Buchmann zu Boden ging; er zog sich kleinere Blessure an der Lippe und an einem Knie zu. Auch Teunissens Teamkollege und Topsprinter Dylan Groenewegen war betroffen. Der einzige deutsche Sprinter im Feld, André Greipel, spielte beim Ausgang des Tour-Auftakts keine Rolle.

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