https://www.faz.net/-gtl-85c4o

Tour de France : Mäßige TV-Quote bei ARD-Comeback

  • Aktualisiert am

König Willem-Alexander (rechts) gratuliert Rohan Dennis nach dem Sieg im Einzelzeitfahren bei der Tour Bild: dpa

Nach drei Jahren Pause ist die Tour de France wieder im TV bei der ARD zu sehen. Viele Zuschauer lockt das Comeback aber noch nicht an. Derweil werden die Fahrer nun auch nachts auf Doping getestet.

          Die ARD hat beim Tour-de-France-Comeback eine mäßige TV-Quote erzielt. Das Einzelzeitfahren am Samstag sahen nur 1,30 Millionen Menschen. Das entspricht nach Angaben des Senders einem Marktanteil von 10,5 Prozent. Das Erste überträgt nach drei Jahren Pause wieder live von der Frankreich-Radrundfahrt. Deutlich erfolgreicher war am Abend die Übertragung des Spiels um den dritten Platz bei der Frauenfußball-WM mit 5,39 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 30,1 Prozent.

          Der Radsport-Weltverband UCI hat derweil im Vorfeld der Tour seine Doping-Kontrollen verschärft und erstmals auch in der Nacht die Fahrer getestet. „Nachtkontrollen sind inzwischen erlaubt, und ich kann bestätigen, dass einige Kontrollen bereits stattgefunden haben. Und die Möglichkeit besteht, dass sie fortgesetzt werden“, sagte UCI-Präsident Brian Cookson der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag.

          Demnach habe die Anti-Doping-Kommission CADF ausgewählte Fahrer auch zu nächtlicher Stunde aufgesucht. Wie viele und welche Fahrer von den Kontrollen betroffen waren, wollte Cookson nicht sagen. Bislang galt die Regelung, dass die Fahrer zwischen 23.00 und 6.00 Uhr nicht getestet werden dürfen. Mediziner hatten vor dieser Lücke im System gewarnt. Viele Athleten würden mit Mikrodosierungen dopen, die am nächsten Morgen bereits abgebaut sind.

          „Kein Fahrer kann sich sicher sein, die Nacht für Mikrodosierungen zu nutzen. Es besteht die große Möglichkeit, dass es mitten in der Nacht an der Tür klopft“, ergänzte Cookson. Bei der Tour dürfte es aber bei einer Androhung bleiben. Da die Regelung ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte ist, muss dies erst in der Gesetzgebung verankert werden. Dies ist in Frankreich wie auch in Belgien und den Niederlanden, über deren Gebiet die 102. Frankreich-Rundfahrt rollt, noch nicht der Fall.

          Lars Boom vom Skandal-Team Astana hatte auffällige Werte – und durfte doch starten

          Der Weltverband UCI wird im Fall Lars Boom keine rechtlichen Schritte gegen das Skandal-Team Astana einleiten. „Lars Boom hat keine UCI- oder Wada-Regeln gebrochen. Von unserer Seite aus spricht nichts gegen seine Teilnahme an der Tour de France. Die MPCC-Regeln sind freiwillig und nicht Teil des UCI-Reglements. Das ist ein Problem zwischen der MPCC und dem Team“, sagte UCI-Präsident Cookson.

          Boom war beim Gesundheitscheck vor dem Tour-Auftakt mit einem zu niedrigen Cortisol-Spiegel aufgefallen, was nicht zwingend ein Indiz für ein Dopingvergehen ist. Im Code der Welt-Anti-Doping-Agentur ist dafür keine Sperre vorgesehen. Die Bewegung für einen glaubwürdigen Radsport (MPCC), der bislang auch die Astana-Mannschaft angehörte, hat sich aber strengere Regeln auferlegt. Demnach wäre eine achttägige Schutzsperre für Boom die Folge.

          Astana ließ den Niederländer am Samstag in Utrecht aber trotzdem starten. Dass wieder einmal Astana im Zwielicht steht, sind „für alle keine guten Nachrichten“, sagte Cookson. Kritik für den umstrittenen kasachischen Rennstall gab es auch von Iwan Spekenbrink, dem Teamchef der deutschen Giant-Alpecin-Mannschaft. „Wenn man sich verpflichtet, muss man auch die Konsequenzen akzeptieren. Sie werden jetzt zum MPCC-Board kommen und das erklären, aber die Erklärung wird nicht genügend sein“, sagte Spekenbrink und geht davon aus, dass Astana aus der MPCC ausgeschlossen wird.

          Weitere Themen

          Fährmann ist nur fair, Mann! Video-Seite öffnen

          Championsleague Achtelfinale : Fährmann ist nur fair, Mann!

          Beim Champions-League-Spiel gegen Manchester City steht bei Schalke 04 Ralf Fährmann im Tor. Für Trainer Tedesco ist es auch Fährmanns verdienst, dass das Team so weit gekommen ist.

          Topmeldungen

          Samsung Galaxy Fold : Smartphone, 2000 Euro, faltbar

          Nun ist es wirklich da. Samsung hat das erste faltbare Smartphone in Serienreife vorgestellt. Es kommt Anfang Mai, kostet 2000 Euro und hat aufgeklappt einen Bildschirm, der fast so groß ist wie das iPad Mini.

          Brexit-Krise : Kein Durchbruch, aber May sieht Fortschritte

          Der Countdown zum angestrebten Austrittsdatum vom 29. März läuft. Doch einig sind sich die britische Premierministerin May und EU-Kommissionspräsident Juncker nur darüber, dass sie weitere Gespräche führen wollen.
          Eine einfache Gesetzesänderung hätte auch gereicht - das Grundgesetz hätte nicht angetastet werden müssen.

          Digitalpakt-Kommentar : Armes Grundgesetz

          Die Änderung des Grundgesetzes für den Digitalpakt widerspricht dem Geist unserer Verfassung – denn sie schadet dem Föderalismus, der einen Wettbewerb um die beste Politik vorsieht.

          2:3 gegen Manchester City : Schalke zerbricht

          Lange sieht es danach aus, als würde den Königsblauen das eigentlich Undenkbare gelingen. Doch ausgerechnet ein früherer Schalker trifft kurz vor Schluss für Manchester. Und dann geht doch noch alles schief.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.