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Tour de France : Rückenwind für den Radsport

  • -Aktualisiert am

Der Überraschungsmann krönte diese Tour: Tadej Pogacar Bild: AP

Die Blasen haben gehalten, das Hygiene-Konzept ist aufgegangen. Und auch sportlich hat die Tour ein Spektakel geboten, das in Erinnerung bleiben wird. Die Rennen im Radsportherbst können darauf aufbauen.

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          Die 107. Tour de France hat Paris erreicht. Darauf hätte man vor drei Wochen, beim Start in Nizza, nicht wetten mögen. Schon da war die Mittelmeer-Region in tiefes Rot getaucht, ein Risikogebiet durch Corona. In den Tagen und Wochen darauf stieg die Zahl der Neuinfektionen in Frankreich in immer neue Höhen.

          Unter diesen Bedingungen das größte Radrennen der Welt auf eine 21 Etappen und 3470 Kilometer lange Reise durchs Land zu schicken, schien ein gewagtes, fast aussichtsloses Unterfangen. Kann man nun sagen, es ist gut gegangen? Niemand kann wissen, wie viele Zuschauer, wie viele Helfer sich unterwegs am Straßenrand angesteckt haben. Oft sah es gut aus in den Etappenorten und Ortsdurchfahrten. Zuschauerbeschränkungen und Maskenpflicht zeigten Wirkung, die Leute waren diszipliniert. Freilich nicht überall. Vor allem in den Bergen, auf den Pässen in Pyrenäen, Alpen und Vogesen, sah es zum Teil doch wieder aus wie über die Jahre gewohnt. Die Tour spielte verrückt mit durchgeknallten Fans, ohne Masken und Hemmungen, ohne Anstand und ohne Abstand zu Rennfahrern und ihresgleichen. Was dies und ähnliches angerichtet hat, lässt sich nur vermuten, nicht ergründen.

          Was man allerdings konstatieren darf: Das Konzept der Tour, die 22 teilnehmenden Teams mit ihren anfangs 176 Fahrern und ihren unverzichtbaren Helfer in einzelne „Race Bubbles“ einzuschließen, pro Team dreißig Personen, hat funktioniert. Die Blasen haben gehalten, mehr als 2000 Corona-Tests haben nur einen Prominenten in die Quarantäne gezwungen: den Chef des Ganzen, Christian Prudhomme. Dass die Tour durch die Pandemie gekommen ist, ist für viele Teams von existentieller Bedeutung. Sie können nun durchatmen, die Saison ist gerettet, zu welchem Preis auch immer.

          Sportlich hat diese Frankreich-Rundfahrt in der Summe ein Spektakel geboten, das in Erinnerung bleiben wird. Der Showdown in den Vogesen, das Drama des Primoz Roglic, der Triumph seines slowenischen Landmannes Pogacar, der Niedergang des Teams Ineos, der traurige Abschied von Vorjahressieger Bernal, der Aufstieg der Equipe Jumbo-Visma, der deutsche Etappensieg durch Lennard Kämna, ein langer Kampf ums Grüne Trikot zwischen Peter Sagan und Sam Bennett und vieles mehr ließ Radsportfans auf ihre Kosten kommen.

          Sonst ein Sommermärchen, hat die Tour in diesem schwierigen Jahr einen Radsportherbst eingeläutet, in dem es nun Schlag um Schlag weitergeht. Giro d’Italia und Spanienrundfahrt, Weltmeisterschaft und Eintagesklassiker werden folgen. Sie alle werden den Rückenwind brauchen, den ihr die Tour de France mit ihrer Ankunft in Paris gegeben hat.

          Tour de France

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