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102. Tour de France : „Der Radsport hat diese Chance verdient“

Los geht die wilde Hatz: An diesem Samstag beginnt die Tour de France Bild: Picture-Alliance

Erstmals seit 2008 ist der deutsche Radsport bei der Tour de France wieder mit zwei Teams vertreten. Auch das Fernsehen ist zurück im Rennen. Ist nun alles wieder gut? FAZ.NET hat sechs Experten gefragt – und erstaunliche Antworten erhalten.

          Die 102. Tour de France hat am Samstag mit einem Zeitfahren in Utrecht (Tour-Ticker bei FAZ.NET) begonnen. Der hiesige Radsport ist erstmals seit 2008 mit zwei Teams dabei. Auch das Fernsehen ist wieder im Rennen. Sechs Betrachtungen über eine Geschichte voller Hoffnungen, aber auch zwiespältiger Gefühle.

          John Degenkolb gewann in diesem Jahr den Klassiker Paris-Roubaix

          Ich denke, die Leute trauen mir

          Rainer Seele

          Sportredakteur.

          „Ich bin nach meinen Siegen im Frühjahr bei Mailand-San Remo und bei Paris-Roubaix nicht in der Position, dass ich bei der Tour de France liefern muss. Es ist schon jetzt die beste Saison meiner Karriere. Alles, was noch kommt, ist Zugabe. Ich stehe gut im Saft. Meine erste Priorität bei der Tour ist ein Etappensieg. Natürlich ist auch das Grüne Trikot ein Traum von mir. Irgendwann will ich es mir holen. Vielleicht werde ich mich jetzt bei dem Kampf darum an dem einen oder anderen Zwischensprint beteiligen, obwohl Peter Sagan und Alexander Kristoff da die Superfavoriten sind. Die ersten Tage werden sehr hektisch sein. Da sind Stürze programmiert, zumal es in Holland viele Verkehrsinseln und Kreisverkehre gibt.

          Ich wünsche mir, dass die Favoriten bei der Tour auch mal Schwächen zeigen. Das würde dem Doping-Generalverdacht entgegenwirken. Ich habe mich, wie andere deutsche Fahrer, von Anfang an klar gegen Doping ausgesprochen. Ich hätte auch nichts gegen Doping-Kontrollen in der Nacht. Ich denke, dass die Öffentlichkeit mir traut. Wir brauchen dieses Vertrauen von Leuten außerhalb des Radsports. Schließlich ist es unser größtes Problem, dass wir für Sachen geradestehen müssen, die wir nicht zu verantworten haben. Es gibt natürlich immer noch Betrügereien, und man darf nicht erwarten, dass der Radsport jemals ganz ohne Betrüger sein wird.“ (John Degenkolb, Radprofi vom Team Giant-Alpecin)

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          „Wir posaunen nichts hinaus. Wir bauen keine Luftschlösser. Als Wild-Card-Team haben wir aber dem Veranstalter versprochen, dass wir attraktiven Radsport bieten. Mit Dominik Nerz wollen wir eine gute Gesamtplazierung erreichen. Seine Vorbereitung war zwar nicht ganz optimal. Wenn er jetzt aber unter die ersten 20 kommen würde, wäre das für Deutschland ein Signal, dass wieder ein Rundfahrer da ist. Und es gibt genügend Leute in Deutschland, die den Radsport lieben. Sie sind auch hungrig danach, wieder mehr Profiradsport im Fernsehen zu sehen. Ich sehe die Risiken im Radsport nicht höher als bei allen anderen Sportarten. Im Radsport gräbt man halt allgemein tiefer. Die Lage im Radsport hat sich aber deutlich geändert. Es werden in den Bergen die gleichen Zeiten gefahren wie etwa zu Zeiten von Lance Armstrong, aber es wird viel, viel mehr Aufwand von den Teams betrieben.

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