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Nach Sturz bei Tempo 54 : Radstar Froome acht Stunden lang operiert

  • Aktualisiert am

Im Krankenwagen wurde Froome versorgt, das Training ging weiter. Bild: AFP

Radstar Chris Froome ist nach seinem schweren Sturz, bei dem er zahlreiche Brüche erlitt, acht Stunden lang operiert worden. Er wird in den nächsten Tagen auf der Intensivstation bleiben.

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          Radstar Chris Froome ist nach seinem schweren Trainingssturz fast acht Stunden lang operiert worden. „Er ist in keiner guten Verfassung. Es gibt Stürze und schlimme Stürze, und das war ein schlimmer Sturz“, sagte Ineos-Teamchef Dave Brailsford der BBC. Froomes Teamkollege Geraint Thomas twitterte: „Was für eine Scheiß-Nachricht! Es ist immer schrecklich, von einem schlimmen Sturz zu hören, aber noch schlimmer ist es, wenn es einen guten Kumpel betrifft! Werde schnell wieder gesund!“

          Das wird voraussichtlich dauern. Immerhin ist der Eingriff im Klinikum von Roanne wohl erfolgreich verlaufen. „Er ist operiert worden, um seinen Oberschenkelhalsknochen, seine Hüfte und seinen Ellenbogen zu reparieren. Er hat Rippenbrüche, auch kleinere innere Verletzungen“, teilte Brailsford mit: „Er wird in den nächsten Tagen auf der Intensivstation bleiben, dann schauen wir weiter.“ Laut Brailsford werde der 34-Jährige, der am Mittwoch beim Zeitfahrtraining gegen eine Wand geprallt war, gut umsorgt. „Unser Arzt Richard Usher ist bei ihm, auch seine Frau Michelle. Wir beobachten die Lage und sehen, wie es sich entwickelt“, sagte Brailsford.

          Zuvor hatte er weitere Details zum Unfallhergang bekannt gegeben. Demnach sei Froome mit 54 Stundenkilometern gegen die Wand gefahren. „Er kam eine technisch anspruchsvolle Abfahrt herab in Richtung eines geraderen Straßenstücks mit Häusern auf beiden Seiten“, sagte Brailsford. Dann habe Froome seinem Teamkollegen Wout Poels signalisiert, dass er sich die Nase putzen wolle. „Um dies zu tun, hat er eine Hand vom Lenker genommen. In dem Moment hat eine Windböe sein Vorderrad erfasst, er hat die Kontrolle verloren und ist geradewegs in eine Hauswand hinein“, so Brailsford.

          Per Helikopter ins Krankenhaus

          Nach dem Unfall wurde Froome, der kurzzeitig das Bewusstsein verloren hatte, zunächst in einem Krankenwagen erstversorgt, ehe er per Helikopter ins Krankenhaus gebracht wurde. „Chris hat unglaublich hart daran gearbeitet, in phantastische Form zu kommen. Er war auf dem besten Weg zur Tour“, sagte Brailsford. Doch nicht nur die Teilnahme an der Tour de France (6. bis 27. Juli) und den Angriff auf seinen fünften Gesamtsieg kann er vergessen. Wie lange seine Genesung dauern wird, lässt sich angesichts der Schwere der Verletzungen und multipler Brüche nur erahnen. „Wir lenken unseren Fokus jetzt darauf, ihn bei seiner Genesung zu unterstützen.“

          Im laufenden Jahr wird Froome höchstwahrscheinlich kein Rennen mehr fahren. Und danach? „Chris zeichnen mentale Stärke und Widerstandsfähigkeit aus“, so Brailsford. Doch ob dies reichen wird, im gesetzteren Radsportalter in alter Stärke zurückzukommen, um sich den Traum vom fünften Tour-Sieg zu erfüllen, steht infrage?

          Für die Frankreich-Rundfahrt verschiebt das Aus des langjährigen Dominators die Kräfteverhältnisse – auch wenn dies für die Konkurrenten zunächst in den Hintergrund trat. „Egal, ob er ein Rivale ist oder nicht. Egal, was die Leute über Chris Froome sagen. Es geht hier um die menschliche Komponente. Er hat zwei junge Kinder und eine Frau daheim“, sagte sein ehemaligen Teamkollege Richie Porte, der selbst mehrmals von bösen Verletzungen ausgebremst wurde.

          Für Ineos, unter dem alten Namen Sky Sieger bei sechs der vergangenen sieben Tour-Auflagen, ist Froomes Aus ein Rückschlag – und nicht der erste: Kurz vor dem Giro war dem Kolumbianer Egan Bernal, dem die Kapitänsrolle für die Italien-Rundfahrt zufallen sollte, das Schlüsselbein gebrochen. Bernal ist nun wieder dabei und könnte bei der Tour mit Titelverteidiger Geraint Thomas die Ineos-Doppelspitze bilden. Unklar ist, wie Bernal die Pause verkraftet hat. Aufschluss soll die Tour de Suisse bringen, die beide ab Samstag als Härtetest bestreiten.

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