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Tour de France : Froome fährt ins Gelbe Trikot

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Die Farbe der Tour: Chris Froome streift sich am liebsten das Gelbe Trikot über. Bild: Reuters

Die Froome-Attacke hatte nicht die Stärke vergangener Zeiten. Trotzdem trägt der Sieger von 2016 bereits nach der fünften Tour-Etappe Gelb. Aber ein anderer Fahrer ist auf der ersten Bergetappe gleichstark.

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          Chris Froome hat sich das Gelbe Trikot geholt - aber den Platz auf dem Chefsessel der Tour de France muss er sich mit Richie Porte teilen. Einen Tag nach den Turbulenzen um den Sagan-Ausschluss übernahm der 32 Jahre alte Brite nach der fünften Etappe in La Planche des Belles Filles die Spitzenposition von seinem Teamkollegen Geraint Thomas. Aber die Leichtigkeit der vergangene Jahre scheint weg zu sein beim hageren Briten. In der Gesamtwertung führt Froome mit zwölf Sekunden vor Thomas. Im Ziel der ersten Bergetappe der 104. Tour de France, auf der die große Froome-Attacke erwartet wurde, rollte der Sky-Kapitän zeitgleich mit seinem ehemaligen Teamkollegen Porte über die Ziellinie. Der Australier könnte Froome im Kampf um den Gesamtsieg wirklich gefährlich werden.

          Der große Held am Mittwoch nach 160,5 Kilometern war der Tagessieger Fabio Aru. Der Italiener, der beim Giro noch verletzt fehlte, holte seinen ersten Tour-Etappensieg und hatte sich als Solosieger bei bis zu 35 Grad 16 Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten Dan Martin aus Irland gesichert. Emanuel Buchmann fuhr am Ende des 5,9 Kilometer langen Schlussanstiegs auf Rang 21 mit 1:17 Minuten Rückstand auf Aru.

          Froome wollte die erste Bergetappe am Mittwoch in den Vogesen zum großen Angriff nutzen. Aber seine Attacke 1,7 Kilometer vor dem Ziel brachte nicht die wegweisende Entscheidung, die ihn näher an den vierten Gesamtsieg gebracht hätte. Wie schon beim Auftakt-Zeitfahren in Düsseldorf mussten allerdings Nairo Quintana und Alberto Contador Federn lassen. Sie verloren Sekunden gegen den Briten und Porte. Der Spanier Contador hat schlechte Erinnerung an den komplizierten Anstieg in den Vogesen, wo er sich vor drei Jahren das Schienbein brach und aufgeben musste.

          „Dieser Sieg ist unglaublich, aber die Tour zu gewinnen ist sehr, sehr schwer“, sagte Aru. „Er ist sehr stark. Aber jetzt kann man noch keine Vorhersage wagen, wie es bei ihm weitergeht. Er ist kein Bluffer, als er attackierte - das saß“, lobte Froome die mutige Attacke Arus. „Es ist nicht neu für mich diese Position, aber der Kurs ist noch so lang“, erklärte der neue Träger des Gelben Trikot.

          Lange hatte auf der kurzen Etappe eine achtköpfige Ausreißer-Gruppe mit dem unvermeidlichen französischen Liebling Thomas Vöckler das Rennen bestimmt. Aber ihre Flucht war auf dem Schlussanstieg vier Kilometer vor dem Ziel beendet. Auf dem Weg von Vittel nach La Planche des Belles Filles litt der am Sonntag gestürzte Tony Martin, der an beiden Beinen bandagiert war. Er fuhr mehrmals an den Wagen der Tourärzte und ließ sich mit Knieschmerzen kurz behandeln.

          Bis zuletzt hatte sich Sagans Bora-hansgrohe-Team um die Aufhebung des Ausschlusses durch den Weltverband UCI gewehrt. Der Internationale Sportgerichtshof Cas wurde eingeschaltet, Anwälte waren involviert, bis kurz vor dem Start wurde verhandelt - doch die Jury kannte kein Pardon. Für den Weltmeister gab es kein Zurück ins Peloton der Tour. Nicht nach Planche des Belles Filles, dem Zielort, sondern in die Wahlheimat Monaco ging für den Slowaken am Mittwoch die Reise. „Ich bin gegen die Entscheidung der Jury, aber ich akzeptiere sie“, sagte Sagan, der in Vittel durch seinen Ellenbogen-Check einen folgenschweren Sturz ausgelöst hatte. Ex-Weltmeister Mark Cavendish fiel mit einem Bruch des rechten Schulterblatts aus.

          Tour de France

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