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Tour de France : Calmejane siegt als Solist

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Lilian Calmejane vom Team Direct Energie holte sich nach 187,5 Kilometern von Dole zur Station des Rousses den Sieg im Alleingang. Bild: AP

Der Franzose Lilian Calmejane gewinnt die achte Etappe der Tour de France. Einen Tag vor der schweren Alpen-Königsetappe verteidigt indes Chris Froome sein Gelbes Trikot.

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          Großer Tag für Emanuel Buchmann bei der 104. Tour de France: Auf der zweiten Bergetappe durfte der 24 Jahre alte Bora-hansgrohe-Profi in einer Spitzengruppe am Samstag vom Gelben Trikot träumen. Am Ende der achten Etappe machten aber die Topfavoriten um Spitzenreiter Chris Froome auf dem Weg von Dole auf die Station des Rousses doch noch ernst und ließen seine kühnen Träume platzen.

          Das französische Supertalent Lilian Calmejane, das im Finale mit Krämpfen zu kämpfen hatte, holte sich nach 187,5 Kilometern den Tagessieg. Der dreimalige Toursieger Froome, wieder umringt und beschützt von seinen nimmermüden Teamkollegen, verteidigte erneut sein „Maillot Jaune“. Tageszweiter hinter dem total erschöpften Solosieger Calmejane wurde der Niederländer Robert Gesink mit rund 36 Sekunden Rückstand.

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          Buchmann rollte zusammen mit den Hochkarätern Froome, Richie Porte oder Fabio Aru über die Ziellinie und unterstrich abermals, seine enorm gestiegene Klasse. Das Weiße Trikot für den besten Nachwuchsfahrer ist sein realistisches Ziel bei dieser Tour. Der Schlussanstieg an diesem Sonntag bei der Königsetappe in den Alpen auf den Mont du Chat liegt Buchmann besonders. Bei der Tour-Generalprobe Critérium du Dauphiné hatte er dort die Elite vor drei Wochen hinter sich gelassen. „Das wird die schwerste Tour-Etappe“, meinte Buchmann am Samstag.

          Im Ziel auf der Station des Rousses sagte Buchmann im Tagesrücklick: „Das war eine richtig schwere Etappe, zum Glück war ich in der Gruppe, aber ganz nach vorne habe ich es verpasst.“ Die Attacke sei geplant gewesen. Zum Thema Gelbes Trikot sagte Buchmann: „Wenn wir mit mehr Vorsprung angekommen wären, hätte es geklappt - hat aber nicht geklappt. Man sollte nicht zu viel darüber nachdenken.“

          Buchmanns großer Gegenspieler im zwischenzeitlichen Kampf um die virtuelle Tourspitze in den vorderen Ausreißergruppen war Pierre Roger Latour. Der Franzose wies am Start in Dole 22 Sekunden Vorsprung auf Buchmann im Gesamtklassement auf. Vor zwei Jahren war Buchmann schon einmal ins Rampenlicht und in den Pyrenäen auf den dritten Platz des Tagesklassements gefahren. Am Sonntag will der wortkarge deutsche Ex-Meister erneut auftrumpfen.

          Die ersten Hardcore-Fans hatten wegen der starken Vorstellung Buchmanns im französischen Jura bereits den Jan-Ullrich-Vergleich bemüht. Vor zwei Jahren hatte der zierliche Kletterer aus Ravensburg bei der Frankreich-Rundfahrt wie Ullrich im Alter von 22 debütiert. Der durch seine Doping-Affäre tief gefallene Ex-T-Mobile-Star war dabei 1996 auf Anhieb auf den zweiten Platz gefahren. Zuletzt hatte Buchmann erklärt und damit Sinn für die Realität bewiesen: „Mein Ziel in den kommenden Jahren ist, einmal vielleicht das Podium der Tour de France zu erreichen“.

          Tour de France

          Einen ganz schweren Tag erlebte der französische Meister Arnaud Démare. Der Etappensieger von Vittel, seit dem Vortag durch Magen-Darm-Probleme belastet, fiel früh zurück. Im Ziel hatte Démare, der vor zwei Jahren den Frühjahrs-Klassiker Mailand-Sanremo gewann, über 30 Minuten Rückstand auf den Tagessieger. Damit riskierte er die Karenzzeit zu verfehlen, was das Tour-Ende bedeuten würde.

          Sollte es nach komplizierten Rechnereien nach Etappenende dazu kommen, wäre die Gruppe der Topsprinter nach der Roten Karte gegen Peter Sagan und dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Mark Cavendish weiter geschrumpft. Gut für Marcel Kittel und Co.. Der dreimalige Etappensieger aus Erfurt konnte unabhängig davon seinen Vorsprung in der Sprint-Wertung ausbauen. Beim Zwischensprint in Montrond wurde der Träger des Grünen Trikots hinter André Greipel und Michael Matthews Dritter.

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