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Tour de France : Jan Kirsipuu gewinnt Sprint der Ausreißer

  • Aktualisiert am

Igor Gonzales de Galdeano: Wo sind die Verfolger? Bild: AP

Der Este war bei der fünften Etappe in Rouen Schnellster einer Fluchtgruppe. Erik Zabel verteidigte als Neunter das Grüne Trikot.

          Der Este Jan Kirsipuu war bei der fünften Etappe über 195 Kilometer von Soissons nach Rouen Schnellster einer fünfköpfigen Ausreißergruppe.

          Den Spurt des kurz darauf folgenden Hauptfeldes gewann Robbie McEwen vor zwei weiteren Australiern: Baden Cooke und Stuart O´Grady. Erik Zabel wurde Neunter, verteidigte aber das Grüne Trikot des Punktbesten knapp. „Das war okay für mich“, sagte der Telekom-Kapitän. „Heute ging es hauptsächlich darum, das Grüne zu halten.“

          „Nicht konsequent genug gefahren“

          Nach dem gestrigen anstrengenden Mannschaftszeitfahren habe er diesmal mehr mit sich selbst zu kämpfen gehabt. „Ich war nicht so gut drauf“, so Zabel. „Das kann passieren.“ Daher sei die zurückhaltende Taktik des Teams Telekom im Feld der Verfolger sinnvoll gewesen. Die Ausreißer seien stark vorneweg gefahren, daher „war es fast ein Ding der Unmöglichkeit, die Fluchtgruppe einzuholen.“

          Die fünfte Etappe: 195 Kilometer von Soissons nach Rouen

          „Die fünf vorne waren dem Gelben Trikot nicht gefährlich und wurden deshalb nicht angegriffen“, sagte Telekom-Sprecher Olaf Ludwig. „Wir sind am Schluss wie die anderen Sprintteams nicht konsequent genug gefahren.“

          Gonzales de Galdeano behält Gelb

          Auch dem Spanier Igor Gonzalez Galdeano genügte es, mit dem Peloton in der Hauptstadt der Normandie anzukommen. Der Gesamtführende vom Team Once verteidigte damit das Gelbe Trikot des Spitzenreiters erfolgreich und erstmals. Galdeano hat weiter vier Sekunden Vorsprung vor seinem Teamkollegen Joseba Beloki und sieben vor Titelverteidiger Lance Armstrong.

          Das Once-Quartett unter den besten fünf Fahrern komplettieren Jörg Jaksche (12 Sekunden zurück) und Spaniens Ex-Weltmeister Abraham Olano (22). „Wir haben heute unser Ziel erreicht, obwohl es sehr schwer und viel Arbeit war“, so Jaksche. „Die fünf Ausreißer am Schluss waren für uns aber nicht interessant, deshalb haben wir sie fahren lassen.“

          Virenque bei Massensturz verletzt

          Bei teilweise heftigen Wind fuhr der Tour-Tross ein mörderisches Tempo, forciert durch ständige Attacken. In den ersten beiden Stunden wurde auf dem flachen Streckenabschnitt ohne jede Bergwertung ein Tempo-Schnitt von über 48 Stundenkilometern gemessen.

          Beim von Cooke gewonnenen ersten Zwischensprint kurz vor Quincampoix, der Grabstätte des fünfmaligen Tour-Siegers Jacques Anquetil fuhren 17 Ausreißer vorn. Telekom war durch Bobby Julich, jedoch nicht mit Zabel in der Spitze vertreten.

          Kurz nach einem Massensturz, bei dem sich der fünfmalige „Bergkönig“ Richard Virenque (Frankreich) am Knie verletzte, aber weiter fahren konnte, startete das Quintett um Kirsipuu seine erfolgreiche Flucht über insgesamt 88 Kilometer, wobei zeitweise fast fünf Minuten Vorsprung herauskamen.

          Steels als erster Fahrer ausgestiegen

          Der Angriff auf die Gruppe um Dierckxsens, dem mit 37 Jahren ältesten Tour-Teilnehmer, kam 50 Kilometer vor dem Ziel zu spät. Dabei verrichtete der französische Rennstall Credit Agricole Schwerarbeit. „Wir wollen vorne mit reinfahren“, hatte Jens Voigt vor dem Start gesagt, doch genau dies verpasste das Team des Berliners.

          Als erster Fahrer im 189-köpfigen Teilnehmerfeld musste Mapei-Profi Tom Steels das Rennen aufgeben. Der belgische Meister, der zwischen 1998 und 2000 insgesamt neun Tour-Etappen gewonnen hatte, stieg nach 91 Kilometern entkräftet aus.

          „Tom hat sich schon in den letzten vier Tagen nicht wohl gefühlt. Er hatte nichts mehr zuzusetzen“, sagte Mapei-Sportdirektor Serge Parsani. 20 Kilometer vor dem Ziel war die Tour auch für den in einen Massensturz verwickelten Italiener Marco Pinotti mit dem Transport ins Krankenhaus beendet.

          Noch eine Etappe für die Sprinter

          Am frühen Donnerstagmorgen mussten zum zweiten Mal seit Rennbeginn insgesamt 36 Fahrer aus fünf Rennställen zur Blutprobe. Wie schon am Mittwoch, als 54 Akteure aus sechs Teams getestet worden waren, gab es keine Beanstandungen.

          Mit einer weiteren Herausforderung für die Sprinter setzt die Tour-Karawane am Freitag ihren Weg durch die Normandie fort. Auf dem zumeist flachen Teilstück von Fourges-les-Eaux mit nur zwei Bergwertungen der vierten Kategorie über 199,5 Kilometer nach Alencon ist mit starken Westwind vom nicht allzu weit entfernten Atlantik zu rechnen.

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