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Tour: 9. Etappe : Robbie McEwens Sieg auf den letzten Metern

  • Aktualisiert am

Der Mann in Grün gewinnt Bild: AP

Erst wenige Meter vor dem Ziel der neunten Etappe hatte das Hauptfeld zwei tapfere Ausreißer eingeholt. Der australische Sprinter nutzte die Chance, Erik Zabel wurde Fünfter.

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          Zwei Ausreißer hofften am Dienstag bis wenige Meter vor dem Ziel vergeblich. Die mit 160,5 Kilometer kürzeste Etappe der diesjährigen Etappe von St. Leornard-de-Noblat nach Guéret wurde doch wieder ein Beute der Sprinter.

          Der Italiener Filippo Simeoni und der Baske Inaki Landaluze, die nach 38 Kilometern ein Ausreißer-Duo gebildet hatten, wurden vom Hauptfeld in letzter Sekunde noch eingeholt. Der Australier Robbie McEwen sicherte sich den Tagessieg und feierte seinen zweiten Etappenerfolg. Der Norweger Thor Hushovd wurde Zweiter, Erik Zabel (Unna) Fünfter. Zabel gestand hinterher: „Für die beiden Ausreißer tut es mir leid. Sie hätten es verdient durchzukommen.“ Unterstütztung hatte der Mann aus Unna keine. „Wir bleiben bei unserer Taktik. Alle fahren für Ullrich, Zabel muß sich alleine helfen. Das macht er ganz gut,“ sagte T-Mobile-Chef Walter Godefroot.

          Der unglückliche Ausreißer Simeoni gilt nicht als bester Freund Armstrongs. Der Italiener aus der Domina-Vacanze-Mannschaft hatte als einziger Profi im Prozeß gegen den umstrittenen Armstrong-Arzt Michele Ferrari ausgesagt und von ihm verschriebenen EPO-Rezepten berichtet. Armstrong, dem im Buch „L.A.Confidential“ Doping vorgeworfen wird, hatte ihn einen „Lügner“ genannt.

          Knapp war's. Erst das Zielfoto gab Aufschluß, wer den Tagessieg sein nennen durfte
          Knapp war's. Erst das Zielfoto gab Aufschluß, wer den Tagessieg sein nennen durfte : Bild: AP

          Defekt bremste Ullrich nur kurz

          Acht Kilometer vor dem Ziel gab es im Feld wieder einen Massensturz, den der CSC-Fahrer Kurt-Asle Arvesen ausgelöst hatte, als er gegen einen Straßenteiler aus Beton gerast war. Der Norweger setzte das Rennen trotzdem fort. Der Sturz beeinflußte nicht die Favoriten und den Träger des Gelben Trikots, Thomas Voeckler. Der 25jährige Franzose verteidigte sein Gelbes Trikot damit auch auf der ersten Etappe nach dem Ruhetag, auf der die Favoriten vor den kommenden Aufgaben noch einmal etwas Luft schöpfen konnten.

          Der fünffache Tour-Gewinner Lance Armstrong liegt auf dem Weg zu seinem angestrebten Rekordsieg weiter mit 36 Sekunden vor seinem ehemaligen Team-Kollegen und Landsmann Tyler Hamilton, der ihm den Kampf für die kommenden Bergetappen im Zentralmassiv und den Pyrenäen angesagt hat. 55 Sekunden hinter dem Texaner liegt weiterhin Jan Ullrich, der auch auf die Pyrenäen spekuliert.

          Die neunte Etappe startete im Geburtsort des in Frankreich sehr populären „ewigen Zweiten“ Raymond Poulidor. Auf der Hälfte der Strecke mußte Jan Ullrich erst allein, dann mit zwei Helfern dem Feld hinterherjagen. Ein technischer Defekt hatte ihn zurückgeworfen. Die Sattelstütze seines Rades mußte nachjustiert werden. Am ersten Anstieg des Tages hatte der Este Jaan Kirsipuu, Gewinner der ersten Etappe in Charleroi, aufgegeben. Damit ist Erik Zabels direkte Konkurrenz im Kampf um Etappensiege im Flachland nach dem Ausstieg der italienischen Sprint-Elite Alessandro Petacchi und Mario Cipollini weiter geschrumpft.

          Sportlich hochbrisant verspricht die 10. Etappe am französischen Nationalfeiertag von Limoges nach Saint Flour zu werden. Die mit 237 Kilometern längste Tour-Etappe durch das Zentralmassiv weist am Mittwoch neun Steigungen auf.

          9. Etappe, Saint-Leonard-de-Noblat - Geuret (160 km): 1. Robbie McEwen (Australien) 3:32:55 Stunden; 2. Thor Hushovd (Norwegen); 3. Stuart O'Grady (Australien); 4. Jérome Pineau (Frankreich); 5. Erik Zabel (Unna); 6. Janeck Tombak (Estland); 7. Tom Boonen (Belgien); 8. Danilo Hondo (Lugano/Schweiz); 9. Sergio Marinangeli (Italien); 10. Inigo Landaluze (Spanien); ...25. Jan Ullrich (Scherzingen/Schweiz); 36. Steffen Weigold (Alpirsbach); 39. Andreas Klöden (Kreuzlingen/Schweiz); 42. Jörg Ludewig (Steinhagen); 44. Lance Armstrong (USA); 71. Bert Grabsch (Hürth); 72. Grischa Niermann (Hildesheim); 92. Sebastian Lang (Erfurt) alle gleiche Zeit.

          Gesamtwertung: 1. Thomas Voeckler (Frankreich) 36:36:31 Stunden; 2. Stuart O'Grady (Australien) + 2:53 Minuten; 3. Sandy Casar (Frankreich) + 4:06; 4. Magnus Backstedt (Schweden) + 6:27; 5. Jakob Piil (Dänemark) + 7:09; 6. Lance Armstrong (USA) + 9:35; 7. George Hincapie (USA) + 9:45; 8. Jose Azevedo (Portugal) + 9:57; 9. José Enrique Gutierrez (Spanien) + 10:02; 10. Erik Zabel (Unna) + 10:06.

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