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Toni Innauer : Vom Olymp zu den Fischen

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Österreichs Adler beim Teambuilding: Wolfgang Loitzl, Martin Hoellwarth, Mario Innauer and Gregor Schlierenzauer Bild: AFP

Er gewann selbst Olympia-Gold und schrieb seine Diplomarbeit über den „Showsport Skispringen.“ Heute gibt Hobby-Angler Toni Innauer als Sportdirektor Österreichs Skispringern den Mut, Besonderes zu tun.

          Einmal im Jahr steht Toni Innauer bis zum Bauchnabel im Wasser, zwei Wochen lang: Fliegenfischen im Urlaub, pure Entspannung. „Da treffe ich niemanden, der mich daran erinnert, wer ich bin und was ich tue. Dann bin ich einfach ein Fischer im Wasser.“

          Doch nur scheinbar ist im Salzkammergut, in Bayern, in Slowenien die Profession weit weg: „Witzigerweise gibt es oft auch gute Flüsse, wo es gute Sprungschanzen gibt.“ Und die Schanzen sind sein Leben. Kaum ein Name ist so eng mit dem Skispringen verbunden wie der des Anton, genannt Toni Innauer. Und wenn bei den Weltmeisterschaften in Sapporo, die an diesem Donnerstag beginnen, Österreichs Adler wieder weit fliegen, so hat nicht zuletzt Innauer an dem Nest mitgebaut, aus dem sie stammen.

          Früchte von systematischer und nachhaltiger Arbeit

          „Es klingt langweilig“, sagt der Sportdirektor des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV), wenn er nach den Gründen für die Dominanz seiner Athleten im Skispringen und in der Nordischen Kombination gefragt wird. „Man kann ja eigentlich erzählen, was man will, wenn man gut ist.“ Und ohne Geheimnisse auszuplaudern - „wenn man sie wirklich kennt“ -, sagt er: „In erster Linie sind es in allen Bereichen Früchte von systematischer und nachhaltiger Arbeit.“

          Diese Arbeit besteht aus einer weithin bekannten Größe - der frühen und intensiven Förderung im Skigymnasium in Stams. Innauer war einst selbst in diesem Tiroler Internat Schüler, lernte beim Begründer des sogenannten österreichischen Springerwunders: Baldur Preiml. Die modernen Methoden Preimls, der besonderen Wert auf die psychologische Betreuung seiner Athleten legte, haben das Skispringen weltweit nachhaltig beeinflusst. Innauer gewann 1976 die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Innsbruck (hinter seinem Landsmann Karl Schnabl), 1980 stand er in Lake Placid ganz oben auf dem Olymp.

          Diplomarbeit über „Showsport Skispringen“

          Er war der erste Skispringer der Geschichte, der von allen Wertungsrichtern die Höchstnote 20,0 erhielt - für einen Flug auf 168 Meter in Oberstdorf 1976. Nach der Saison 1980 musste er, gerade 22 Jahre alt, wegen einer Verletzung seine Karriere beenden: „Dieses Pech war auch mein Glück“, sagt er heute.

          Er begann zu studieren, Philosophie, Psychologie und Sportwissenschaften, seine Diplomarbeit schrieb er über den „Showsport Skispringen“. Im Studium konnte er „die eigenen Erfahrungen relativieren, meine Laufbahn als Sportler analysieren und die Verklärung in vielen Bereichen überarbeiten“.

          Zeiten des Misserfolgs sind Phasen der Investition

          Innauer wurde Springertrainer, war in der Verantwortung, als ÖSV-Athleten in Albertville 1992 mit dem Gewinn von fünf der sieben vergebenen olympischen Medaillen einen Höhenflug erlebten. „Alle fühlen sich aufgewertet, wenn man einen Sieger hat“, sagt Innauer dazu. „Man tut dann die Dinge, die man ohnehin tun würde, selbstverständlicher und damit effektiver.“ 1993 wechselte er in die Funktionärsetage als Sportdirektor, musste aber nach dem Unfalltod von Cheftrainer Alois Lipburger im Februar 2001 noch einmal einspringen.

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