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Tischtennis-WM : Boll und Süß im Halbfinale: Medaille sicher

  • Aktualisiert am

Freude über die Medaille: Timo Boll (re.) mit Christian Süß Bild: REUTERS

Das deutsche Tischtennis darf sich nach 16 Jahren wieder über eine Medaille bei einer Weltmeisterschaft freuen. Das neu formierte Herren-Doppel Timo Boll/Christian Süß steht im Halbfinale.

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          Für das Doppel Timo Boll und Christian Süß hat sich bei der Tischtennis-Weltmeisterschaft in Schanghai mit dem Medaillen-Gewinn in Rekordzeit ein Kreis geschlossen: Nur knapp acht Monate nach dem Debüt bei den China Open setzte das neue „Traumpaar des deutschen Tischtennis“ durch den Einzug ins Halbfinale wiederum im Reich der Mitte einen wichtigen Meilenstein für das deutsche Tischtennis.

          16 Jahre nach dem Gold des legendären Doppels Jörg Roßkopf/Steffen Fetzner in Dortmund kann der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) wieder eine WM-Medaille in den Individual-Wettbewerben feiern. „Da haben die Trainer ein glückliches Händchen gehabt“, bescheinigte Boll (Gönnern) den Coaches nachträglich Weitsicht und Weisheit.

          Besser als Roßkopf/Fetzner

          DTTB-Ehrenpräsident Hans Wilhelm Gäb verspricht sich von der idealen Links-Rechts-Kombination in Zukunft noch mehr: „Beide sind noch jung und können bis Olympia 2008 in Peking noch viel besser werden. In der kurzen Zeit, in der sie zusammenspielen, sind schon einige Erfolge zusammengekommen. Sie können das Niveau von Roßkopf/Fetzner noch übertreffen.“

          Höchste Konzentration: Christian Süß beim Aufschlag
          Höchste Konzentration: Christian Süß beim Aufschlag : Bild: AP

          Dabei begann die Erfolgsgeschichte der „Erben“ von „Rossi und „Speedy“ im vorigen September offiziell nur als Experiment: Nach der Olympia-Pleite der früheren Europameister Boll/Zoltan Fejer-Konnerth (Grenzau) nahm der frühere Jugend-Europameister Süß (Düsseldorf) den Platz an der Seite des Weltranglistenfünften ein. Zwei Titel sowie eine weitere Finalteilnahme bei vier Pro-Tour-Starts in den ersten zwei Monaten machten sehr früh Hoffnung auf mehr. Bronze bei der Europameisterschaft in Aarhus unterstrich - trotz der Mißklänge aufgrund von Bolls vorzeitiger Abreise vor der Siegerehrung - die Möglichkeiten von Boll/Süß

          „Bestes Doppel in Europa“

          „Ich wußte erst gar nicht, wie Christian überhaupt spielt. Sein Stil war absolutes Neuland für mich“, blickte Boll nach dem entscheidenden Viertelfinal-Erfolg am Dienstag gegen die Polen Lucjan Blaszczyk/Wang Zhen Yi (4:1) zurück auf die Anfänge. Als Stärken des Duos nennt der 24jährige „Ballsicherheit, das Spiel über dem Tisch und die Konzentration auf Punkte durch Kleinigkeiten“ sowie gegenüber der Zeit mit Fejer-Konnerth „einen Tick mehr Konstanz“.

          „Die Umbesetzung“, erinnert sich der fünf Jahre jüngere Süß an seine „Beförderung“ zum Boll-Partner, „war ein riesiger Vertrauensbeweis der Trainer für mich. Aber wir ergänzen uns in unserer emotionalen Spielweise auch gut und können uns aufeinander verlassen.“

          Idol Jörg Roßkopf (Gönnern) hält Vergleiche zwischen Boll/Süß, die in China als einziges Doppel aus dem Ausland das Semifinale erreichten, und der Ära seiner Glanzzeit mit Fetzner kaum für möglich: „Dafür hat sich das Spiel schon zu sehr verändert. Wir waren vielleicht aggressiver, in Timos und Christians Spiel dagegen erkennt man mehr Taktik.“ Aus Sicht des Ex-Weltmeisters sind Boll/Süß „das beste Doppel in Europa. Zumindest bis Peking gehört ihnen die Zukunft“.

          Damen-Doppel und Gemischtes Doppel verlieren

          Im Damen-Doppel und Mixed scheiterten dagegen die letzten DTTB- Vertreter im Achtelfinale. Nicole Struse (Kroppach) und ihre junge Partnerin Kristin Silbereisen (Homberg) verloren knapp mit 3:4- Sätzen gegen Lau Sui Fei/Song Ah Sim aus Hongkong. Keine Siegchance hatte das Gemischte Doppel Zoltan Fejer-Konnerth/Nicole-Struse (Grenzau/Kroppach) bei der klaren 0:4-Niederlage gegen die chinesischen Mitfavoriten Qiu Yike/Cao Zhen.

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