https://www.faz.net/-gtl-2gpo

Tennis : Verletzter Haas muss Duell gegen Agassi absagen

  • Aktualisiert am

Davis-Cup Start gefährdet: Tommy Haas Bild: dpa

Wegen einer Knöchelblessur musste Tommy Haas auf das Duell gegen Andre Agassi in Miami verzichten. Nun ist auch sein Start im Davis-Cup gefährdet.

          Das in Key Biscayne am Dienstagabend geplante Achtelfinalmatch fiel aus, weil Haas wegen einer schmerzhaften Verletzung am linken Knöchel passen musste. Die Blessur hatte sich der Münchner beim Dreisatzsieg der dritten Runde gegen den Slowaken Dominik Hrbaty zugezogen.

          Nun ist für den Deutschen sogar der in der kommenden Woche geplante Start beim Daviscup-Viertelfinalspiel gegen Gastgeber Niederlande in Gefahr. „Ich habe große Schmerzen und kann kaum gehen“, sagte der tief enttäuschte Haas, „ich kann mich weder seitwärts noch nach vorne bewegen.“ Eine genaue Diagnose soll eine Röntgenuntersuchung bringen.

          Haas geht aber von einer längeren Pause aus. „Mein Daviscup-Einsatz steht absolut in Frage. Ich werde sicher mindestens sieben bis zehn Tage brauchen, um wieder zu werden. Es kann auch Monate dauern, wenn am Knochen etwas kaputt ist“, meinte der Hamburger, dem zum Heulen zu Mute war.

          Auch Steeb schockiert

          Eigentlich wollte der hochmotivierte Haas in Florida Revanche für die Zweitrundenniederlage gegen Agassi in der vergangenen Woche beim Turnier im kalifornischen Indian Wells nehmen.

          Nur wenige Stunden zuvor war Haas zusammen mit Nicolas Kiefer, David Prinosil und Jens Knippschild von Teamchef Carl-Uwe Steeb für das Daviscupmatch vom 6. bis 8. April in s'Hertogenbosch nominiert worden. „Das ist eine mittlere Katastrophe. Ich hoffe, dass uns Tommy zur Verfügung stehen wird“, erklärte der ebenfalls niedergeschlagen wirkende Steeb.

          Viertelfinale von Miami ohne deutsche Männer, aber mit Anke Huber

          Durch die Absage von Haas findet das ATP-Viertelfinale von Miami ohne deutsche Beteiligung statt. Agassi, der zuvor Prinosil bezungen hatte (6:1, 6:3), trifft nun auf den Sieger der Begegnung zwischen Carlos Moya (Spanien) und Ivan Llubicic (Kroatien).

          Die deutschen Farben vertritt nun nur noch Anke Huber beim mit 2,5 Millionen Dollar dotierten WTA-Turnier an gleicher Stelle. Die Karlsdorferin traf erst in der Nacht zum Mittwoch im Viertelfinale auf die topgesetzte Titelverteidigerin Martina Hingis aus der Schweiz.

          Die an Nummer zehn gesetzte Karlsdorferin gewann ihr Achtelfinale gegen die Französin Nathalie Tauziat mit 2:6, 6:4, 6:4. Dabei hatte sie nur im ersten Satz Probleme, steigerte sich dann aber und gewann am Ende souverän. Damit bewies Huber ihre weiter ansteigende Form.

          Sampras scheidet aus gegen „die Zukunft des US-Tennis“

          Bei den Männern schied Titelverteidiger Pete Sampras bereits in der dritten Runde aus. Der 29-Jährige verlor gegen seinen elf Jahre jüngeren US-Landsmann Andy Roddick mit 6:7 (2:7), 3:6 und lobte seinen Bezwinger anschließend in den höchsten Tönen: „Das Ergebnis mag einige überraschen, mich nicht. Andy Roddick ist die Zukunft des US-Tennis.“

          Trainer von Andy Roddick, dessen ältester Bruder Lawrence als Wasserspringer zum US-Nationalteam gehörte, ist der Franzose Tarik Benhabiles. Der ehemalige Weltklasseprofi prophezeit seinem Schützling eine glorreiche Zukunft: „Andy hat keine Grenzen. Wenn er gesund bleibt und weiter so hart an sich arbeitet, wird er in spätestens zwei Jahren jedes Match gewinnen. Er wird die souveränste Nummer eins aller Zeiten sein.“

          Pete Sampras, selbst sechs Jahre lang der Branchenprimus, findet das nicht übertrieben: „Andy Roddick kann alle Rekorde brechen.“

          Roddick auch für die Ordner noch ein Unbekannter

          Zunächst muss er allerdings erstmals den Widerstand seines nächsten Gegners Andrei Pavel brechen, ehe es im Viertelfinale möglicherweise zum reizvollen Duell mit dem zwei Jahre älteren Australier Lleyton Hewitt käme.

          Zumindest ein Problem dürfte sich für Andy Roddick spätestens nach seinem Sieg gegen Sampras erledigt haben: „Als ich letzte Woche auf die Anlage wollte, haben mich die Ordner gefragt, auf welchem Platz ich als Balljunge eingesetzt bin.“

          Weitere Themen

          Fortuna fit trotz Verletzungen Video-Seite öffnen

          Rheinderby gegen Gladbach : Fortuna fit trotz Verletzungen

          Im Rheinderby treffen die Düsseldorfer am Sonntag auf Borussia Mönchengladbach, die am Donnerstag in der Europa League eine 0:4-Heimniederlage verkraften mussten. Trotz Verletzungspech freut sich Trainer Funkel auf das Spiel.

          Neue Prüfung

          Fall Jatta : Neue Prüfung

          Die Staatsanwaltschaft Bremen hat den Fall Jatta offenbar doch noch nicht abgeschlossen. Derzeit wird noch eine E-Mail-Adresse überprüft.

          Topmeldungen

          Klimastreik in Berlin : Rackete for Future

          Beim großen Klimastreik in Berlin überlassen die Aktivisten von „Fridays for Future“ anderen die Bühne. Es sollte der Auftakt sein für ein breites gesellschaftliches Bündnis. Doch noch prallen Welten aufeinander.

          Klimapolitik : Der Offenbarungseid der Merkel-Ära

          Der Klimaschutz in Deutschland muss nicht nur das Klima retten. Die Koalition denkt auch an sich. Zwischen Protestkultur von links und rechts sucht sie den Mittelweg.
          Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses, Adam Schiff von der Demokratischen Partei, am Donnerstag im Kongress

          Whistleblower belastet Trump : Die Spur führt nach Kiew

          Ein Mitarbeiter des Geheimdienstes macht Donald Trump schwere Vorwürfe. Dessen Regierung versuchte, die Informationen des Whistleblowers zu unterdrücken.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.