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Tennis : Teenager Maria Scharapowa begeistert Wimbledon

  • Aktualisiert am

Der neue Star: Maria Scharapowa Bild: AP

Mit ihrem Einzug in das Halbfinale von Wimbledon hat die 17 Jahre alte Russin Maria Scharapowa endgültig bewiesen, daß sie mehr ist als eine Nachfolgerin des Glamourgirls Anna Kurnikowa.

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          Als es endlich geschafft war, erlaubte sich Maria Scharapowa dieses Lächeln, das seit ihrem ersten Auftritt auf der Profi-Bühne vor zweieinhalb Jahren regelmäßig die Zuschauer entzückt. Mit 5:7, 7:5, 6:1 gegen die Japanerin Ai Sugiyama ist die knapp 17jährige bei den 118. All England Championships erstmals in ihrer Karriere in das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers eingezogen, wo die Newcomerin am Donnerstag auf die erfahrene Lindsay Davenport trifft. Die Wimbledon-Siegerin von 1999, damals im Finale gegen Steffi Graf, bezwang die Kroatin Karolina Sprem mühelos mit 6:2, 6:2.

          Davenport und Scharapowa können sich vor ihrem Match in aller Ruhe die übrigen Spiele des Viertelfinales anschauen. Dieses wird nach dem Regen-Chaos der vergangenen Woche frühestens am Mittwoch beendet. Dabei steht auf dem Weg zum angestrebten Wimbledon-Hattrick Serena Williams wieder einmal Jennifer Capriati im Weg. Außerdem stehen sich die Französin Amelie Mauresmo und Doppelspezialistin Paola Suarez aus Argentinien gegenüber.

          Model-Vertrag und drei Turniersiege

          Die zweimalige Siegerin Serena Williams schlug bei ihrem glatten 6:2, 6:1-Erfolg über den französischen Teenager Tatiana Golovin (16) mit knapp 202 Stundenkilometern den zweitschnellsten Aufschlag der Geschichte. Nur ihre Schwester Venus war 1998 in Zürich schon einmal knapp einen Stundenkilometer schneller. Capriati setzte sich 6:4, 6:4 gegen die Russin Nadja Petrowa durch. Die an vier gesetzte Mauresmo bezwang Silvia Farina Elia aus Italien mit 7:5, 6:3 und Suarez gewann 4:6, 6:0, 6:2 gegen die Italienerin Rita Grande.

          Drei Turniersiege, Platz 15 in der Weltrangliste - Maria Scharapowa

          Als letzte der 14 im Hauptfeld gestarteten Russinnen ist Maria Scharapowa noch dabei. Als „neue Anna“ wurde die 1,82 Meter hoch gewachsene Blondine bei ihrem Wimbledon-Debüt vor einem Jahr verkauft. Doch Parallelen zum Pin-Up-Girl Anna Kurnikowa hatte sich Scharapowa stets energisch untersagt: „Ich bin kein Anna-Klon, ich mache mein Ding und es gibt keine Gefahr, daß ich vom Tennis abgelenkt werde.“ Dennoch hat sie kürzlich einen Model-Vertrag mit der Agentur IMG unterschrieben und der Kurnikowa tatsächlich schon Entscheidendes voraus: bislang drei Turniersiege. Platz 15 in der Weltrangliste hat sie immerhin schon erreicht.

          Drill zahlt sich aus

          Geboren wurde Maria Scharapowa in Sibirien. Mit vier schlug sie in Sotschi, der Heimat von Jewgeni Kafelnikow die ersten Bälle. Als Martina Navratilova sie mit sechs in Moskau zum ersten Mal spielen sah, riet diese Vater Juri, mit der Tochter nach Amerika zu ziehen. In der Tennisakademie von Nick Bollettieri wurde sie wie so viele talentierte Kinder gedrillt. „Ich war unglücklich, aber ich habe mich durchgekämpft“, erzählte Scharapowa: „Und ich bin meinen Eltern für ihre Opfer unheimlich dankbar.“

          Die harte Schule beginnt sich jetzt auszuzahlen. Körperlich hält sie inzwischen mit der Weltklasse mit, und daß sie ihre Nerven im Griff hat, bewies sie im Match gegen Sugiyama, als sie im zweiten Satz kurz vor dem Aus stand. „Ich fühle mich großartig im Moment, ich habe unglaublich viel für die Kondition getan und habe auch an Erfahrung gewonnen“, erklärte sie. Auch gegen die mittlerweile 28 Jahre alte Lindsay Davenport muß noch nicht Schluß sein. „Ich habe keinen Druck“, sagte sie, „wer in meinem Alter hat schon die Möglichkeiten im Leben wie ich?“

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