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Tennis : Schüttler mit Hexenschuß im Achtelfinale

  • Aktualisiert am

Quälerei bis zum Sieg: Rainer Schüttler Bild: dpa/dpaweb

Rainer Schüttler hat beim Tennis-Masters in Cincinatti das Achtelfinale erreicht. Er besiegte den Finnen Jarkko Nieminen nach 2:11 Stunden und trifft am Donnerstag auf Todd Martin.

          2 Min.

          Mit einer nicht für möglich gehaltenen Energieleistung hat sich der beste deutsche Tennisprofi den Favoritenstürzen beim Master in Cincinnati entziehen können. Trotz eines schmerzhaften Hexenschußes, der ihn am Morgen beim Zähneputzen ereilt hatte, besiegte Rainer Schüttler am Mittwoch (Ortszeit) den Finnen Jarkko Nieminen nach 2:11 Stunden mit 3:6, 6:3, 7:6 (7:4).

          Der an Nummer acht gesetzte Bad Homburger trifft am Donnerstag im Achtelfinale auf den 31jährigen Todd Martin. Der mit einer Wildcard spielende Amerikaner bezwang bei dem mit 2,45 Millionen Dollar dotierten Wettbewerb den Spanier Feliciano Lopez mit 7:6 (7:3), 6:4. „Ich bin wirklich stolz auf mich, daß ich dieses Spiel nach Hause gebracht habe“, sagte Schüttler gequält lächelnd.

          Zwei Stunden Behandlung vor dem Match

          Daß er überhaupt auf dem Platz stand, glich einem Wunder. Als ihn das Mißgeschick wie aus heiterem Himmel bei der Morgentoilette traf, krümmte er sich vor Schmerzen am Boden seines Hotelzimmers und glaubte, nicht mehr aufstehen zu können. Irgendwie aber robbte der Australian Open-Finalist, der als Sechster des ATP Champions Race beste Aussichten auf das Masters-Finale im November in Houston hat, zum Telefon, um Physiotherapeut Alex Stober anzurufen.

          Der nahm sich des Patienten sofort an. Nach einer zweistündigen Behandlung konnte Schüttler ganz vorsichtig die ersten Bälle schlagen. „Noch fünf Minuten vor dem Match hatte ich gedacht, das Turnier ist vorbei. Denn Rainer konnte kaum gehen“, erzählte Schüttler-Coach Dirk Hordorff. „Was er dann geleistet hat, war einfach unglaublich. Er konnte keine Rückhand spielen und wollte nach dem ersten Satz schon aufgeben. Hätte er im zweiten Satz ein Break bekommen, wäre er runter gegangen. Irgendwie hat er sich aber mit seinem sensationellen Aufschlag und viel, viel Glück durchgekämpft. So etwas habe ich jedenfalls noch nie von ihm gesehen“, schwärmte Hordorff.

          Konkurrenten nutzen Agassis Pause nicht

          Während Schüttler weiter Kurs auf seinen ersten Einzug in ein Masters-Finale nehmen kann, mußten French Open-Gewinner Juan Carlos Ferrero (Spanien) und Wimbledon-Champion Roger Federer (Schweiz) ihre Hoffnungen auf die Ablösung des pausierenden Andre Agassi (USA) als Weltranglisten-Erster begraben.

          Ferrero, der Gaston Gaudio (Argentinien) mit 7:6 (7:3), 6:7 (5:7), 4:6 unterlag, hätte ins Finale vorstoßen müssen, um die neue Nummer eins zu werden. Federer hätte dafür das Halbfinale gereicht. Doch der sympathische Eidgenosse mußte sich nach großem Kampf Gaudios Landsmann David Nalbandian mit 6:7 (4:7), 6:7 (5:7) geschlagen geben. Es war Federers vierte Niederlage im vierten Aufeinandertreffen.

          Von den gesetzten 17 Profis waren damit im Achtelfinale nur noch drei vertreten. Neben Schüttler gehörten Guillermo Coria (Argentinien) und der Amerikaner Andy Roddick dazu. Der Südamerikaner schaltete Jewgeni Kafelnikow aus. Der Russe gab beim Stand von 0:6, 4:5 wegen eines verstauchten linken Knöchels auf. Coria duellierte sich in der dritten Runde mit Michail Juschni (Rußland). Er hatte Wesley Moodie (Südafrika) mit 6:4, 7:6 (7:4) bezwungen. Roddick, der vorigen Sonntag in Montreal sein erstes Masters gewonnen hatte, kam problemlos gegen den Kroaten Ivan Ljubicic mit 6:1, 6:4 weiter. Sein nächster Gegner war Landsmann James Blake, der sich gegen Sjeng Schalken (Niederlande) mit 6:1, 6:4 behauptete.

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