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Tennis : Kohlschreiber im Achtelfinale

  • Aktualisiert am

Volle Konzentration: Philipp Kohlschreiber Bild: dpa/dpaweb

Der Münchner steht bei den Australian Open erstmals in der Runde der letzten 16. Er gewann 7:5, 6:3, 6:2 gegen den Franzosen Jean-René Lisnard. Nächster Gegner ist am Montag der an Nummer zwei gesetzte Amerikaner Andy Roddick.

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          Dem größten Erfolg seiner Tenniskarriere ließ Philipp Kohlschreiber große Töne folgen. „Wenn zwei gute Spieler aufeinandertreffen, gewinnt der, der den besseren Tag erwischt“, verkündete der Einundzwanzigjährige, obwohl ihn sein erstes Grand-Slam-Achtelfinale bei den Australian Open am Montag gegen keinen Geringeren als den Weltranglistenzweiten Andy Roddick führt.

          „Ich muß mich nicht kleiner machen. Ich bin auch ein guter Spieler“, meinte Kohlschreiber am Samstag in Melbourne nach dem 7:5, 6:3, 6:2 über den französischen Qualifikanten Jean-René Lisnard.

          Gut verdient

          Nach seinem dritten ungefährdeten Erfolg, der ihm umgerechnet schon knapp 44.000 Euro Preisgeld sicherte, dachte Kohlschreiber gar nicht daran, trotz des schweren Duells mit dem US-Open-Sieger von 2003 Gedanken an den Abschied vom Turnier zu verschwenden. „Er ist in guter Verfassung, aber das Match wird offen sein. Ich hoffe, daß ich Paroli bieten kann“, verkündete der letzte verbliebene von einstmals zwölf deutschen Teilnehmern, obwohl er zum ersten Mal überhaupt drei Spiele nacheinander bei einem ATP-Turnier gewann.

          Geschafft: Philipp Kohlschreiber im Moment des Sieges
          Geschafft: Philipp Kohlschreiber im Moment des Sieges : Bild: AP

          Mut macht ihm das bisher einzige Aufeinandertreffen im Mai 2003 im österreichischen St. Pölten. Dort verlor er zwar 3:6, 4:6, schob das aber vor allem auf seine damalige Nervosität. Immerhin hatte er dem Amerikaner auf dem Sandplatz damals sogar dessen gefürchteten Aufschlag zur Führung im ersten Durchgang abgenommen.

          Nicht beeindrucken lassen

          Auch von der Atmosphäre in der 15.000 Zuschauer fassenden Rod-Laver-Arena, wo die Partie höchstwahrscheinlich stattfinden wird, will sich Kohlschreiber nicht beeindrucken lassen. Dort diente er dem Kollegen Dieter Kindlmann als Partner beim Einschlagen für dessen Erstrunden-Begegnung gegen Andre Agassi.

          „Ich finde es einfach nur toll, vor so vielen Leuten zu spielen. Es ist ein Traum, bei jedem Turnier auf den größten Plätzen gegen die besten Spieler anzutreten“, sagte Kohlschreiber.

          Roddick mit Respekt

          Sein Gegner weiß genau, mit wem er es zu tun bekommt. „Er ist ziemlich aggressiv von der Grundlinie. Er spielt nicht superhart, aber er kann tolle Bälle treffen, und dann hat er manchmal Aussetzer“, sagte Roddick, äußerte aber Respekt: „Egal, gegen wen er hier gespielt hat. Er spielt mit viel Selbstvertrauen und hat seinen Platz verdient. Im Achtelfinale unterschätzt man garantiert niemand.“

          Kohlschreiber nutzte wie schon zuvor gegen den angeschlagenen Doppel-Olympiasieger Nicolas Massu auch gegen Lisnard die körperliche Schwäche des Gegners aus. Der 25 Jahre alte Qualifikant bestritt schon sein sechstes Match im Melbourne Park und hatte die ersten beiden Runden jeweils nach einem 0:2-Satzrückstand gewonnen. Am Dienstag stand er dabei fünf Stunden auf dem Platz, der Preis der Mühen waren Blasen an den Füßen und eine leichte Zerrung.

          Lob von Kühnen

          Dennoch schienen Lisnards Kräfte erst nach dem umkämpften ersten Satz nachzulassen. Dem Lob von Daviscup-Teamchef Patrik Kühnen für Kohlschreiber tat das keinen Abbruch. „Er hat alles richtig gemacht und seine Chance genutzt. Das Match gegen Roddick ist eine schöne Belohnung“, sagte Kühnen nach der 2:03 Stunden langen Partie.

          Lokalmatador Lleyton Hewitt hofft nach dem 6:2, 4:6, 6:1, 6:4 gegen den Argentinier Juan Ignacio Chela auf den erstmaligen Einzug ins Viertelfinale bei seinem Heim-Grand-Slam, muss dafür aber Spaniens Supertalent Rafael Nadal schlagen, der ihm im Vorjahr arg zusetzte. Hewitts ständige „Come on“-Anfeuerungsrufe nervten Chela offenbar so sehr, daß er bei einem Seitenwechsel im vierten Satz in Richtung von Hewitts Stuhl spuckte.

          Henman enttäuscht

          Seine Talfahrt setzte Spaniens früherer Weltranglisten-Erster Juan Carlos Ferrero beim 3:6, 2:6, 1:6 gegen French-Open-Finalist Guillermo Coria aus Argentinien fort. Eine Enttäuschung erlebte auch der Brite Tim Henman mit der 4:6, 2:6, 2:6-Pleite gegen den in Deutschland lebenden Russen Nikolai Dawidenko.

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