https://www.faz.net/-gtl-oxbw

Tennis : Kiefer in Miami ausgeschieden

  • Aktualisiert am

Rückschlag bei der Rückkehr in die Weltspitze: Nicolas Kiefer Bild: AP

Der deutsche Tennisprofi unterlag beim Masters-Turnier in Miami im Viertelfinale dem an Nummer drei gesetzten Argentinier Guillermo Coria glatt in zwei Sätzen mit 3:6 und 3:6.

          2 Min.

          Lautes Fluchen, Schläger zertrümmern, Racket wechseln - nichts half. Es war nicht der Tag von Nicolas Kiefer. Nach vier beeindruckenden Siegen beim Tennis-Masters in Miami war der letzte deutsche Tennisprofi in der Nacht zum Donnerstag mit seinen Fähigkeiten nicht mehr konkurrenzfähig.

          Der Holzmindener scheiterte am Einzug ins Halbfinale nach nur 72 Minuten gegen den an Nummer drei gesetzten Argentinier Guillermo Coria mit 3:6, 3:6. Erst einmal hatte sich Kiefer bis ins Masters-Semifinale vorgespielt. Im August 1999 in Montreal, wo der Schwede Thomas Johansson das Stoppzeichen setzte.

          Völlig falsche Taktik

          „Es ist kein Weltuntergang. Trotzdem, ich bin sehr deprimiert. Denn so, wie ich hier eine Woche lang gespielt habe, rechnete ich mir gute Chance aus, um bis ins Finale einzuziehen“, sagte Kiefer, der lediglich in seinen ersten drei Aufschlagsspielen ein ebenwürdiger Gegner für den 22jährigen Südamerikaner war. Doch selbst da, räumte er ein, habe er bereits gespürt, daß er nicht in seinen Rhythmus gekommen sei. Er hatte versucht, anders zu spielen als in den Duellen zuvor. Doch statt sich bei den langen Ballwechseln, die Coria
          bevorzugt, in Geduld zu üben und auf Fehler des Gegners zu warten, wollte Kiefer aggressiv und mit hohem Risiko das Match für sich entscheiden. Was sich aber als völlig falsche Taktik erwies.

          Nachdem Coria bei eigenem Aufschlag zum 3:3 ausgleichen konnte, gewann der Sieger des vorjährigen Hamburger Masters sieben Spiele hintereinander und brachte Kiefer auf dem Center Court an den Rand der Verzweiflung. Der machte seinem Unmut Luft, wetterte und brüllte vor sich hin, zerschlug gar sein Arbeitsgerät an seinem Stuhl, womit er sich die Pfiffe der Zuschauer zuzog. Doch dem einseitigen Vergleich konnte er keine Wende mehr geben. 30 unerzwungene Fehler von Kiefer stehen nur elf von Coria gegenüber. Die „Sucht nach weiteren Siegen“ entwickelte beim 26jährigen Niedersachsen einen kontraproduktiven Überehrgeiz, der ihn vom Erfolgsweg abbringen ließ.

          Vorfreude auf Daviscup

          Coria habe „echt intelligent und äußerst clever gespielt“, charakterisierte Kiefer mit Respekt die Leistung seines Rivalen, der im Halbfinale auf Fernando Gonzalez trifft. Der Chilene schaltete den Rumänen Andrei Pavel mit 6:7 (5:7), 6:3, 6:4 aus. „Ich habe heute mein bestes Spiel in dem Turnier gezeigt und konsequent die Break-Chancen genutzt. Ich hoffe, ich kann das fantastische Publikum am Sonntag auch mit dem Finalsieg erfreuen“, meinte Coria.

          Kiefer wird sich an diesem Tag mit seinen Daviscup-Kollegen Rainer Schüttler, Thomas Haas und Alexander Waske in Alsdorf bei Aachen einfinden, um sich dort auf das gegen Israel am Oster-Wochenende stattfindende Aufstiegsspiel in die Weltgruppe einzustimmen. „Nach acht Turnierwochen in Amerika freue ich mich riesig auf zu Hause und bin heiß darauf, vor heimischem Publikum zu spielen“, sagte Kiefer.

          Niederlage für Venus Williams

          Mächtig enttäuscht war auch Venus Williams. Die an Nummer zwei gesetzte Amerikanerin verlor im Viertelfinale des mit 3,06 Millionen Dollar dotierten WTA-Turniers gegen die Russin Jelena Dementjewa (5) mit 3:6, 7:5, 6:7 (3:7) und ließ damit das erhoffte Traumfinale gegen
          ihre Schwester Serena platzen. Venus leistete sich elf Doppel- und 51 unerzwungene Fehler und vergab einen Matchball. Dementjewa hat im Halbfinale ihre Landsfrau Nadja Petrowa (8) zur Gegnerin, die Nathalie Dechy (Frankreich/21) mit 6:2, 6:2 besiegte. Im zweiten Halbfinale stehen sich die topgesetzte Titelverteidigerin Serena Williams und Eleni Daniilidou (Griechenland) gegenüber.

          Weitere Themen

          Ein wichtiger Sieg in unruhigen Zeiten

          Basketball bei Gießen 46ers : Ein wichtiger Sieg in unruhigen Zeiten

          Ab und an zeigen die Gießen 46ers in der Basketball-Bundesliga, was in ihnen steckt. Aber je schwächer die Gegner sind, desto anfälliger scheinen sie für Leistungseinbrüche zu sein. Das ist nicht die einzige Baustelle.

          Topmeldungen

          Israels Präsident Reuven RIivlin spricht am Mittwoch im Deutschen Bundestag.

          Rivlin im Bundestag : „Die Verantwortung ist enorm“

          Israels Präsident bezeichnet Deutschland als „Leuchtturm“ für den Schutz liberaler Werte. 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz gelte es, Europa gegen Nationalismus, Fremdenhass und Antisemitismus zu verteidigen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.