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Tennis : Haas stinksauer, Kiefer im Achtelfinale

  • Aktualisiert am

Aus gegen Roddick: Tommy Haas Bild: dpa/dpaweb

Der erschöpfte Nicolas Kiefer darf weiter von Edelmetall träumen, für Tommy Haas ist das olympische Turnier dagegen trotz einer grandiosen Leistung gegen den an Nummer zwei gesetzten Andy Roddick beendet.

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          Am Abend, an dem die Gold-Träume von Roger Federer platzten, mußte auch Thomas Haas nach grandiosem Kampf seine Hoffnungen auf eine zweite Olympia-Medaille begraben. Der Silbermedaillen-Gewinner von Sydney verlor am Dienstagabend in der zweiten Runde des olympischen Tennis-Turniers gegen den an Nummer zwei gesetzten Amerikaner Andy Roddick mit 6:4, 3:6, 7:9. Damit steht Nicolas Kiefer als einziger Deutscher im Achtelfinale.

          Der an Nummer 14 gesetzte Holzmindener hatte Junioren-Weltmeister Marcos Baghdatis aus Zypern mühevoll mit 6:2, 3:6, 6:3 bezwungen und trifft am Mittwoch auf den Russen Michail Juschni.

          Haas kampfstark

          In einem Tennis-Krimi vergab Haas im dritten Satz drei Matchbälle, ehe er das entscheidende Break zum 7:8 kassierte. Nachdem Roddick seinen sechsten Matchball zum Sieg verwandelt hatte, flüchtete Haas stinksauer vom Center Court.

          Weiter geht's: Nicolas Kiefer
          Weiter geht's: Nicolas Kiefer : Bild: dpa/dpaweb

          „Fighten bis zum Geht-nicht-mehr“ hatte sich Haas vorgenommen, doch er setzte wie schon gegen Mario Ancic auch spielerisch Glanzpunkte. Obwohl ihm vor etwa 5.000 Zuschauern das Service des Aufschlag-Weltrekordlers beständig mit über 200 km/h um die Ohren flog, schaffte der 26jährige das Break zum 4:3 im ersten Satz.

          Federer ausgeschieden

          Haas variierte gegen den Haudrauf aus Florida vorzüglich, servierte selbst stark, ließ sich aber aus der Fassung bringen, als der Stuhlschiedsrichter den Mann an der Linie überstimmte und einen Ausball gut gab. Das war das Break für Roddick zum 2:0 im zweiten Satz. Damit rettete sich der US-Open-Sieger in den dritten Satz, wo er wie zuletzt im Viertelfinale von Cincinnati das bessere Ende für sich hatte.

          Haas' Schicksal teilte Roger Federer. Der Wimbledonsieger und Weltranglistenerste, der vor vier Jahren in Sydney im Halbfinale gegen den Hamburger verloren hatte, unterlag überraschend dem Tschechen Tomas Berdych mit 6:4, 5:7, 5:7. Der 18jährige hatte in Runde eins Florian Mayer bezwungen und sorgte nun gegen den Gold-Favoriten für eine Riesen-Sensation.

          „Letzte Medaille beim Sportabzeichen“

          Nicolas Kiefer hatte das Achtelfinale mit schweren Beinen und weichen Knien erreicht. Er agierte viel zu defensiv und benötigte 2:17 Stunden, um sich gegen den 19 Jahre alten Heißsporn zu behaupten, der spielte, als ob es um sein Leben ginge und frenetisch angefeuert wurde. Von Teamchef Patrik Kühnen mußte er sich vorhalten lassen, daß er sich von dem abgezockten Junior im zweiten Satz zu sehr unter Druck setzen ließ: „Ich hätte ihn gern offensiver gesehen, denn immer, wenn er das Spiel bestimmt hat, war er am Drücker.“

          Gegen Juschni verlor Kiefer zwei Mal auf Sand, zuletzt beim Masters-Turnier in Hamburg. „Aber seit Mai ist viel passiert mit meinem Spiel. Es wird nicht einfach, aber machbar“, sagte Kiefer, der über große Müdigkeit klagte. „Durch die vielen Medikamente, die ich wegen meiner Mittelohrentzündung genommen habe, ist mein Körper geschwächt. Aber morgen ist ein neuer Tag.“ Mit zwei gewonnenen Runden bei Olympia will er sich jedenfalls nicht zufrieden geben. „Das letzte Mal, daß ich eine Medaille gewonnen habe, war, glaube ich, beim Sportabzeichen.“

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