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Tennis : Greg Rusedski positiv getestet

  • Aktualisiert am

Beteuert seine Unschuld: Greg Rusedski Bild: AP

Der britische Tennisprofi Greg Rusedski ist bei einer Doping-Kontrolle positiv auf das anabole Steroid Nandrolon getestet worden. Der 30jährige bestätigte den Befund und will seine Unschuld bei einer Anhörung nachweisen.

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          Aufschlag-Weltrekordler Greg Rusedski hat alle Dopingvorwürfe abgeschmettert. „Ich bin unschuldig. Ich möchte klarstellen, daß ich keine leistungssteigernden Mittel oder irgendwelche Drogen nehme oder sie jemals genommen habe“, versicherte der in Kanada geborene und für Großbritannien spielende Tennisprofi am Freitag im australischen Adelaide.

          Der 30jährige war im Juli 2003 beim ATP-Turnier in Indianapolis positiv auf das anabole Steroid Nandrolon getestet worden. Bei einer Anhörung am 9. Februar in Montréal will Rusedski seine Unschuld beweisen, zuvor darf er bei den Australian Open, dem ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres, ab 19. Januar in Melbourne aufschlagen.

          Bis zur Anhörung: Keine Sanktionen

          Fast beschwörend versicherte der US-Open-Finalist von 1997 (Finalniederlage gegen Patrick Rafter), niemals gedopt zu haben. „Ich erwarte, daß sich meine völlige Unschuld herausstellt.“ Dazu sei das Verständnis einer „sehr komplexen Situation“ notwendig. Dann werde sich alles aufklären. Bis zur Anhörung kann Rusedski an Turnieren teilnehmen, teilte die Spielervereinigung ATP mit.

          „Er ist weder schuldig gesprochen noch bestraft worden. Und bis zum Hearing wird es auch keinerlei Sanktionen gegen ihn geben“, sagte Paul McNamee, der Turnierdirektor der Australian Open. Auch am Vorbereitungsturnier in der kommenden Woche in Sydney will Rusedski teilnehmen. Der in Montréal geborene Profi wurde im Juni 1995 britischer Staatsbürger und lebt in London. Gemeinsam mit dem Amerikaner Andy Roddick hält Rusedski mit 239,7 km/h den inoffiziellen Aufschlag-Weltrekord.

          „Sehr verlockend, irgend etwas zu nehmen“

          Weit aus dem Fenster lehnte sich der frühere Wimbledonsieger Pat Cash, der Rusedski im Jahr 2001 vorübergehend trainiert hatte. „Ich bin überrascht, aber er ist einer von den Jungs, die vor nichts halt machen würden, um ihre Karriere aufzupolieren“, behauptete der Australier. „Er ist sehr, sehr engagiert, und wenn du ständig verletzt bist, ist es sehr verlockend, irgend etwas zu nehmen, was dir auf die Beine hilft.“ Vielleicht, räumte Cash jedoch ein, habe er es „unabsichtlich“ eingenommen.

          Die Modedroge Nandrolon sorgte in den vergangenen Jahren auch im Tennis-Zirkus immer wieder für Schlagzeilen. Der Tscheche Petr Korda gewann 1998 die Australian Open und wurde im gleichen Jahr in Wimbledon positiv auf Nandrolon getestet. Ergebnis: Ein Jahr Sperre. Seinen Landsmann Bohdan Ulihrach erwischte es im Oktober 2002 in Moskau; er wurde sogar zwei Jahre von der Tour verbannt - doch die ATP mußte ihn im Juli 2003 vom Doping-Vorwurf freisprechen. Die Substanz (Nandrolon) sei vermutlich durch ein Elektrolyt-
          Ersatzprodukt unbeabsichtigt in den Körper des Spielers gelangt.

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