https://www.faz.net/-gtl-38ms

Tennis : Deutsche Profis vor Australien Open auf dem Platz unauffällig

  • Aktualisiert am

Scharfe Kritik am DTB: Rainer Schüttler Bild: AP

Haas bereitet sich auf dem Trainingsplatz in Florida auf das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres vor, Kiefer wurde wieder von einer Verletzung ausgebremst.

          2 Min.

          Die deutschen Tennisspieler haben sich in der ersten Turnierwoche des Jahres nicht mit Ruhm bekleckert. Einzig Rainer Schüttler konnte in der Wüste von Doha seinen eigenen Ansprüchen gerecht werden, während Nicolas Kiefer in Adelaide von einer alten Verletzung heimgesucht schon vor dem ersten Aufschlag im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis lag.

          Thomas Haas griff zum Saisonauftakt erst gar nicht zum Racket, sondern bereitete sich in Florida im Camp von Tennis-Guru Nick Bollettieri auf seine 2002-Premiere bei den Australian Open (14. bis 27. Januar) vor.

          Schüttler: Sind nicht für DTB-Probleme verantwortlich

          Aus der Ferne hatte der Hamburger Giftpfeile abgeschossen und über die fehlende (finanzielle) Unterstützung durch den Deutschen Tennis Bund (DTB) gemeckert. Unterstützung bekam er am Sonntag vom für gewöhnlich eher ruhigen Schüttler: „Es ist schon skandalös, wie der DTB seine Spieler in der Öffentlichkeit darstellt“, ereiferte sich der 25-Jährige. „Als ob wir mit den hausgemachten Problemen und der schlechten finanziellen Lage des Verbandes etwas zutun hätten.“

          Einmal in Fahrt schlug Schüttler gleich noch in Sachen Daviscup auf die Pauke. „Wenn Michael Stich die Spieler nach gezeigten Leistungen aufstellt, rechne ich mir Chancen für einen Einzel- und eine Doppeleinsatz aus“, meinte der in der Schweiz lebende Hesse im Hinblick auf die Erstrundenpartie vom 8. bis 10. Februar in Zagreb gegen Kroatien.

          Kiefer: Optimal vorbereitet

          Eine Art Shoot-Out könnte es am Dienstag in Sydney geben. Dann stehen sich Schüttler und Kiefer in Runde eins gegenüber. „Von einem Entscheidungsspiel kann aber nicht die Rede sein“, meinte Kiefer vor seinem ersten Match seit mehr als drei Monaten.

          Seine Schulterverletzung, die eine Spätfolge des Armbruchs vor gut einem Jahr war, und die Magen-Darm-Infektion Mitte der Woche seien weitgehend auskuriert. Dem Ehrgeiz hat der Rückschlag keinen Abbruch getan. „Ich will mich optimal auf die Australian Open vorbereiten und ein gutes Turnier spielen“, erklärte der Holzmindener. Dass er vielleicht manchmal des Guten zu viel macht, wie Daviscup-Kapitän Michael Stich vermutet, glaubt er nicht. „Ich arbeite hart; dann wird auch der Erfolg nicht ausbleiben.“

          Marokkaner El Aynaoui erster Ranglistenerster

          Einen Monat vor seiner Feuertaufe ist Stich um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Das Damoklesschwert einer Haas-Absage scheint allerdings nicht mehr über dem Team zu schweben. „Ich möchte in meiner Karriere unbedingt einmal den Daviscup gewinnen. Dafür ist es notwendig, dass ich spiele“, verriet der WM-Ersatzmann, der im Schlussspurt der vorigen Saison bis auf Platz acht der Weltrangliste empor schnellte. Für Kiefer ist der Start „für Deutschland“ derzeit ebenso Ehrensache wie für Schüttler, der seine Daviscup-Prämie für tennisspielende Jugendliche spenden will.

          Venus Williams startet mit Turniersieg

          In der ersten Ausgabe der Champions Race-Rangliste werden Kiefer und Haas an diesem Montag nicht auftauchen - bester deutscher Spieler wird Schüttler sein. Platz eins nimmt der Marokkaner Younes El Aynaoui ein, der den Bad Homburger Schüttler im Halbfinale von Doha ausschaltete und sich am Samstag im Endspiel gegen den Spanier Felix Mantilla mit 4:6, 6:2, 6:2 behauptete.

          In Adelaide siegte der Brite Tim Henman mit 6:4, 6:7 (6:8), 6:3 gegen Mark Philippoussis aus Australien. Einen optimalen Saisonstart feierte auch die Amerikanerin Venus Williams, die im Brisbane-Finale Justine Henin mit 7:5, 6:2 bezwang. In Auckland siegte Anna Smashnowa (Israel).

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          „Sicherheitsgesetz“ : Hongkong droht nun Zensur

          Hongkongs „Sicherheitsgesetz“ schränkt seine Einwohner stark ein. Nicht einmal Plakate ohne Parolen toleriert die Polizei noch. Netzwerke wie Facebook wollen nun keine Nutzerdaten mehr weitergeben. Wird China sie verbieten?
          Die Welt wird enger, aber wir können etwas dagegen tun.

          Polarisierung in Debatten : Wir Gesinnungsgenossen

          In diesen Monaten zeigt sich die Herrschaft des Framings noch deutlicher also sonst – besonders bei Twitter. Ein Plädoyer für mehr Offenheit gegenüber dem, was uns zwar nicht gefällt, aber noch lange nicht extrem ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.