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Tennis : Boris Becker: „Ich fühle, dass ich hier richtig bin“

  • Aktualisiert am

Comeback nicht erfolgreich: Boris Becker Bild: AP

Boris Becker freut sich auf sein Comeback bei der ATP-Tour. In Cincinatti tritt er an der Seite von Goran Ivanisevic im Doppel an.

          Bevor Boris Becker zum ersten Mal in Cincinatti in der Doppelkonkurrenz aufschlägt, ist für seinen ehemaligen Doppelpartner David Prinosil das Turnier bereits beendet. Der Amberger verlor beim mit 2,95 Millionen Dollar dotierten Masters sein Auftaktmatch gegen den Briten Greg Rusedski mit 6:3, 6:7 (6:8), 1:6 und schied als erster Deutscher aus.

          Im Gegensatz zu seinem Partner und Freund Goran Ivanisevic, der von Magenschmerzen geplagt wird, fühlte sich Becker bei seiner Ankunft auf der 40 Kilometer vom Stadtzentrum Cincinnatis entfernten Tennis-Anlage pudelwohl. „Es ist wunderschön, zurück zu sein. Die meisten Spieler lassen mich spüren, dass ich noch immer dazu gehöre. Ich fühle, dass ich hier richtig bin“, sagte der 33-jährige Leimener.

          Becker: „Das Buch ist zugeschlagen“

          Und das, obwohl die Turnier-Aussichten nicht sehr rosig sind. Becker/Ivanisevic müssen in der ersten Runde gegen die an Nummer 1 gesetzte Kombination Jonas Bjorkman/Todd Woodbridge (Schweden/Australien) ran. Und Becker trainiert erst wieder seit zehn Wochen. Dennoch befinde er sich in guter Verfassung, wie er nach einem kurzen Trainingsspiel gegen Jungstar Roddick versicherte.

          „Ich habe trainiert wie gewohnt, bloß nicht mehr jeden Tag“, erzählte Becker, der sich während seiner zweijährigen Auszeit vor allem mit Basketball und Fußball in Form gehalten hatte. Er glaube, mit den besten Spieler der Welt noch mithalten zu können. Eines stellte Becker jedoch unmissverständlich klar: „Ich versuche nicht, auf die Männer-Tour zurückzukommen. Das Buch ist zugeschlagen“.

          Jetzt auf die Senior Tour

          Sein ATP-Tour-Comeback dient ihm als Vorbereitung auf seine drei Schaukämpfe in Graz (ab 15. August), bei den US Open in New York gegen John McEnroe (8. September) und am 15. sowie 16. September in Verona. Am 7. Juli 1999 hatte der einstige Weltranglisten-Erste in Wimbledon sein bisher letztes Profi-Match bestritten.

          „An einer Hand scheint es, als liegt es 20 Jahre zurück, seit ich hier spielte. An der anderen Hand scheint es, dass ich erst gestern hier war“, sagte Becker zu seinem Empfinden. Aber vielleicht steht Cincinatii ja doch unter einem guten Stern: Hier hatte er 1985 mit 17 Jahren als noch immer jüngster Spieler aller Zeiten das Turnier gewonnen.

          Ivanisevic und Kuerten weiter

          Sein Doppelpartner Goran Ivanisevic ist nicht ganz auf der Höhe. Der Kroate trat mit Magenschmerzen an und brauchte im dritten Satz den Tiebreak, um sich gegen Francisco Clavet (Spanien) 6:3, 3:6, 7:6 (7:5) zu behaupten.

          Einfacher hatte es der topgesetzte dreimalige French Open-Gewinner Gustavo Kuerten. Er revanchierte sich indes für die in der Vorwoche im Achtelfinale erlittene Niederlage gegen Agassis aufstrebenden US-Landsmann Andy Roddick. Der Brasilianer setzte sich mit 7:6 (7:3), 6:1 durch.

          Erstrunden-Aus für Agassi

          Andre Agassi hingegen zählte erneut zu den Gescheiterten der ersten Runde. Der Weltranglisten-Zweite unterlag als erster gesetzter Profi bei Treibhaus-Temperaturen der Nummer 56, Gaston Gaudio (Argentinien), mit 4:6, 6:7 (3:7). Vor einer Woche beim Masters in Montreal hatte der Lebensgefährte von Steffi Graf in der Nummer 58, Ivan Ljubicic (Kroatien), seinen Erst-Runden-Bezwinger gefunden.

          „Er hat sich sehr gut bewegt und spielte eine starke Vor- als auch Rückhand. Ich machte zu viele Fehler“, bilanzierte Agassi nach der zweiten Pleite frustriert. Gaudio konnte sein Glück kaum fassen. „Das war mein bestes Match und mein größter Sieg“, jubelte der 22-Jährige. „Alle wichtigen Bälle habe ich super returniert. Das machte ihn verrückt“.

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