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Tennis : Anna-Lena Grönefeld auf dem Weg nach oben

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Für die deutsche Tennisspielerin Anna-Lena Grönefeld war der Erfolg über Fabiola Zuluaga bei den Australien Open ein „großartiger Sieg“. Er nährte auch die Hoffnungen, sie könne das Erbe Steffi Grafs antreten.

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          Anna-Lena Grönefeld hat ihr Tennisglück in den Vereinigten Staaten gefunden und trägt nun die Hoffnungen auf ein Ende der mageren Jahre seit Steffi Graf und Anke Huber. Die Neunzehnjährige, die am Freitag bei den Australian Open gegen die Russin Vera Duschewina als einzige deutsche Dame in der dritten Runde aufschlagen wird, arbeitet seit knapp zwei Jahren im amerikanischen Bundesstaat Arizona am erhofften Aufstieg in die Weltspitze.

          Der war ihr bei den Juniorinnen mit dem Sieg bei den French Open im Jahr 2003 gelungen. Damals hieß ihre Finalgegnerin ebenfalls Vera Duschewina. Gegen die Russin bestritt sie 2002 auch das Endspiel beim großen Junioren-Turnier um den Orange Bowl in Miami - und verlor.

          Tägliches Schuften

          Wenige Monate später zog Grönefeld aus Nordhorn in Arizonas Hauptstadt Phoenix um. Bis zu sechs Stunden täglich schuftet sie dort in der Akademie des Spaniers Rafael Font de Mora auf dem Tennisplatz sowie an ihrer körperlichen Fitness, dazu kommen sportpsychologische Betreuung und Videoanalysen.

          „Das ist jetzt die Frucht von viel Arbeit in den letzten Monaten“, sagte Grönefeld in Melbourne. Von Platz 561 der Weltrangliste hat sie sich auf Rang 71 verbessert, das dürfte nach dem guten Australian-Open-Debüt aber weiter nach oben gehen.

          „Ich kann mich quälen“

          „Ich bin trainingsfleißig und kann mich quälen“, sagte der Blondschopf. Ihre Vorteile sind ein Gardemaß von 1,80 Meter und ihr kraftvolles Spiel. Dieses Potential fiel auch Font de Mora auf, als Grönefeld dank der Vermittlung des Sportartikelherstellers Adidas eine Wildcard für ein Turnier in Phoenix erhielt.

          Nach drei Wochen durfte sie zur Probezeit wieder kommen, seitdem lebt sie dort in einer Gastfamilie. Die Kosten teilen sich Adidas, der Deutsche Tennis Bund und der niedersächsische Verband. Als Mentorin und Trainingspartnerin steht ihr Profi-Kollegin Meghann Shaughnessy zur Seite, die einst auf Rang elf der Weltrangliste stand und auch erfolgreich Doppel spielt.

          Sehnsucht nach Vollkornbrot

          „Manchmal wäre ich schon gern zu Hause. Doch wenn man jetzt Erfolg hat, sieht man doch, daß es sich gelohnt hat. Der Schritt ist mir nicht schwer gefallen, die Umstellung auch nicht“, sagte Grönefeld, die zuletzt über Weihnachten einige Tage daheim war und dort die kürzeren Wege und das heimische Vollkornbrot genoß.

          Danach trat sie in Perth mit Thomas Haas beim Hopman-Cup an und glänzte im Mixed. „Das war eine Supererfahrung und hat viel Spaß gemacht“, meinte Grönefeld, die vor allem ihre Fitness, die Beinarbeit und die Bewegung auf dem Platz verbessern will.

          Daß sie nach den wenigen Lichtblicken der Graf-Erbinnen in den vergangenen Jahren als das derzeit größte Talent gilt, erschüttert sie nicht in ihrer Gelassenheit. „Es ist nicht so, daß es auf mich einschlägt und ich daran ersticke.“ Und außerdem ist Deutschland die meiste Zeit weit genug weg.

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