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Surfurlaub : Mit Brett und Familie in die Ferien

  • -Aktualisiert am

Geht auch: Surfurlaub mit Frau und Kindern Bild: Surf

Surfer stellen nur geringe Ansprüche an einen guten Trip: „Hauptsache es ballert!“ Der Rest der Familie hat oft ganz eigene Vorstellungen vom gemeinsamen Urlaub.

          „Dafür betreibe ich auch Tanzsport, das ist der Lieblingssport meiner Frau.“ So dankt Bernd aus Lindlar seiner Frau für das Verständnis an seinem Hobby Windsurfen. Die Leidensfähigkeit allein-surfender Familienväter ist schon enorm.

          Aber bei einer geschmeidigen Salsa kann man wenigstens vom letzten Karibik-Surftrip träumen. Vielen Surfern geht es mit der Gründung einer Familie noch wesentlich schlechter - sie frönen ihrer (Surf)Leidenschaften nur noch in den Gedanken an die „Gute Alte Zeit“.

          Familienurlaub ohne Brett - Surfurlaub ohne Familie

          Oft sind es einschneidende Erlebnisse, die den nicht-surfenden Partner einen Surfurlaub komplett verhageln. Ob nun der verregnete Nordseetrip in der Dackelgarage („komisch, früher passte das Brett doch bequem mit ins Zelt“), das Natur-Hautpeeling in der Starkwinddüse von El Medano oder noch besser: die Kombination aus „Überhack“ (sehr starker Wind) und Trostlosigkeit - Karpathos im Hochsommer.

          Gischt, Wind, Sonne - ideale Mixtur fürs Surfen

          So etwas machen nur ganz verliebte Partner mehr als einmal mit, von Kindern ganz zu schweigen. Danach heißt es entweder, das Surfmaterial dauerhaft im Keller einzumotten oder neue Überlebensstrategien zu entwickeln. „Wir haben uns in der Familie darauf geeinigt, dass mein Material beim gemeinsamen Urlaub zu Hause bleibt,“ schreibt Uwe Riek, „dafür kann ich im Herbst eine Woche ohne Familie los.“

          Urlaub mit Familie und Equipment

          Doch der Trend zum getrennten Urlaub muss keine Schule machen. „Meine drei Kinder finden meinen Sport toll, weil sie dadurch in fernen Regionen Urlaub machen und nicht wie die Klassenkameraden bei den Massen in Jesolo“, meint Walter Petermaier.

          Aber Walter kennt auch die Probleme, die es gibt, wenn man mit mehr als einem Kind auf Flugreise geht. „Bei drei Kindern brauchen wir mindestens zwei Doppelzimmer und dann zahlt meist ein Kind den vollen Erwachsenenpreis.“ In den Hotels sind nämlich in der Regel nur die ganz Kleinen gratis.

          Flugreise und Schnupperkurse

          Und auch im Flieger reisen nur Kids bis zu zwei Jahren gratis. Für ältere Kinder ist zumindest ein Teil des Flugpreises fällig. Ein weiterer Nachteil ist, dass man meist auf sein eigenes Equipment verzichten muss - denn wer zusätzlich zur gesamten Kinderausstattung noch Board- und Sailbag mit ins Flugzeug schleppt, muss schon eine ausgeprägte Ader zum Lastesel haben.

          Neben den Flug- und Hotelkosten kommt dann natürlich noch die Brettmiete in der Surfstation dazu. Dabei sollte man sich vorher beim Veranstalter erkundigen, ob es kostenlose Schnupperkurse für die Kinder oder günstige Familienangebote gibt. So kann man den Rest der Familie vielleicht doch fürs Surfen begeistern.

          Keine faulen Kompromisse

          Ohnehin sollte man bei der Buchung einer Surfreise mit Familie bei wichtigen Fragen alle Zweifel ausräumen: Sind alle versprochenen Angebote wie Mountainbike-Verleih, kostenlose Tennisplatz-Nutzung und Kinderbetreuung auch wirklich zur gebuchten Reisezeit vorhanden? Als allein-reisender Surfer kann man kleine Unzulänglichkeiten noch verschmerzen, mit der Familie können sie geradewegs ins Desaster führen.

          Fernreisen in tropische Gebiete wie die Dominikanische Republik sind mit Kids nicht nur teuer, sondern auch nicht empfehlenswert. Die lange Flugdauer, der massive Klimawechsel und gesundheitliche Risiken wie Malaria machen vor allem Kleinkindern zu schaffen. Die Top Ten der beliebtesten Familien-Surfreviere bilden deshalb auch eher Mittelstrecken-Flugdestinationen am Mittelmeer oder Autoreise-Ziele im Norden.

          Preise vergleichen bei Ferienreisen

          Ob nun Ferienhaus am Ringkøbing Fjord, Mobilheim am Ijsselmeer oder Apartement auf Sylt, günstiger ist der Surfurlaub mit Autoanreise allemal. Allerdings ist die Schmerzgrenze bei vielen Kindern nach 1000 Kilometern mehr als erreicht. Bei weiter entfernten Zielen sollte man eine Zwischenübernachtung einplanen.

          Wer mit schulpflichtigen Kindern verreist, muss mit Höchstpreisen rechnen. In der Zeit der Schulferien langen vor allem die Vermieter von Apartements und Ferienhäusern besonders in Regionen mit einer kurzen Sommersaison richtig hin. Deshalb ist es umso wichtiger, nicht auf das erstbeste Angebot aufzuspringen - der Vergleich der Preise und Saisonzeiten kann viel Geld sparen.

          Glorreiche Urlaubs-Zeiten

          Und auch der genaue Blick auf die eingeschlossenen Leistungen kann ein vermeintlich teureres Angebot zum Schnäppchen machen. Wenn zum Beispiel die Brettmiete und ein Schnupperkurs für Frau und Kinder mit rausspringt, dann könnte das der Beginn von glorreiche Zeiten sein. Wenn sich der Surfvirus in der ganzen Familie eingenistet hat, dann gibt's nie mehr Streit um den Urlaubsort.

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